Kurz nach dem Amoklauf in Winnenden hat uns ein sehr ernster Leserbrief erreicht. Da es aufgrund der Länge des Briefes nicht möglich ist, diesen komplett in der M! Games abzudrucken, möchten wir das auf diesem Wege nachholen.
Uns hat dieses Schreiben sehr bewegt, wie ergeht es Euch?
Liebes M!-Team,
gerade habe ich den Leserbrief des ’geschockten Pädagogen’ gelesen und möchte hiermit mal eine Sichtweise ermöglichen, die es in der Form vielleicht noch nicht gegeben hat. Auch ich war fest entschlossen einen Amoklauf zu starten, verhindert wurde dies nur durch einen Zufall.
Sollte Euch interessieren wie Menschen zu Amokläufern werden können, möchte ich hiermit meine Geschichte erzählen. Vielleicht wirft diese ein etwas anderes Licht auf diese grausamen Taten, die immer wieder geschehen. Die Person, die es am meisten betrifft kann man leider nicht mehr fragen, da sich die Täter traditionell am Ende selbst richten.
Ich komme ursprünglich aus einem kleinen Dorf mit geschätzten 400 Einwohnern und besuchte natürlich auch die dortige Schule. Ich war, als ich eingeschult wurde, sehr lern- und wissbegierig, in den ersten Jahren mit der Klassenbeste und las bereits Bücher als die meisten anderen gerade erst mit dem ABC fertig waren. Ich war ein sehr ruhiges Kind - relativ unauffällig, friedlich und freundlich. Mit anderen Worten: Ich war anders als die meisten anderen. Zudem auch nicht besonders sportlich und körperlich schwächer als der Rest. Ein gefundenes Fressen für Menschen mit schwachem Geist und eingeschränkter Persönlichkeit.
Im Laufe der Jahre wurde ich zum Prügelknaben und Sündenbock für alles mögliche abgestempelt. Als ich in die fünfte Klasse kam, begann ein Leben, dass ich im Nachhinein nur als Horrorszenario beschreiben kann. Ich interessierte mich eher für Naturwissenschaften, Bücher und seit meinem 12. Lebensjahr (als ich ein NES geschenkt bekam) auch mit absoluter Begeisterung für Videospiele. Gerüchte wurden laut, teilweise verbreitet durch Eltern, ich würde, wenn ich älter wäre, bestimmt mal ’anders’ werden. Schwul, für Dorfbewohner also die niederste Lebensform die für sie überhaupt existiert. Dies griffen einige Schüler auf und verbreiteten das Gerücht, welches wohlwollend von vielen aufgenommen wurde. Meine Situation verschlimmerte sich auch noch dadurch, dass ich mich nicht dem Gruppenzwang unterordnen wollte. Ich interessierte mich nicht für Zigaretten oder Alkohol, Discotheken waren nie mein Ding und das Thema Sex bzw. überhaupt erstmal eine Orientierung in dieser Richtung zu finden war mir erstmal auch egal. Jemanden wie mich würde man wohl als Spätzünder bezeichnen.
Dies führte natürlich dazu, dass ich nicht ’cool’ genug war und noch mehr ausgeschlossen wurde - was wiederum dazu führte, dass ich mich für die oben genannten Dinge noch weniger interessierte und deswegen wurde ich noch uncooler wurde usw. - ein Teufelskreis. Ich hatte nur zwei Freunde, die sich in einer ähnlichen Situation befanden und mir nicht wirklich helfen konnten, ich hatte manchmal den Eindruck dass jeder von uns froh war, wenn mal ein anderer gemobbt wurde.
Bereits auf dem Weg zur Schule wurde ich gehänselt, durch den Schuleingang an den dort herumstehenden Schülern zu gehen war jeden Tag ein Spießrutenlauf. Man warf mir Beleidigungen an den Kopf, teilweise bespuckte man mich, quälte mich, schubste mich herum und tat mir sowohl psychisch als auch physisch weh. Ich war verzweifelt. Körperlich unterlegen sah ich irgendwann keinen anderen Ausweg als selbst Gewalt gegen einen dieser Sadisten anzuwenden. Dieser Versuch wurde jedoch im Keim erstickt - indem man mir sofort den Arm verdrehte und mich anderen vorführte. Wenn man allein ist und versucht sich zu wehren, wird alles nur noch schlimmer. Man hat als Einzelner keine Chance, wenn andere sich immer wieder gegen einen verbünden.
Ich versuchte etwas anderes. Mich anzupassen. Ich trank Bier, fing an zu rauchen und versuchte, Anschluss zu finden. Indem ich so tat, als ob mich die Themen der anderen interessierten. Partnersuche, Disco, Drogen. Im Grunde genommen versuchte ich, jemand zu sein der ich nie sein und werden wollte. Dies wurde erst skeptisch beäugt bis man dann kollektiv beschloss, es lächerlich zu finden. Meine Eltern wussten von diesen Dingen so gut wie nichts. Ihnen war klar dass ich nicht sonderlich beliebt war, was aber wirklich in der Schule und vor allem in mir vorging, wussten sie nicht.
Lehrer beobachteten diese Szenarien zwar, schauten aber wohlwollend weg. Sind ja nur Kinder. Die meinen das nicht ernst. Ist ja nur Spaß. Dass dabei aber jemand innerlich zugrunde geht, interessierte niemanden. Eine Lehrkraft meinte einmal zu einem der obersten Rädelsführer, er solle doch seine überschüssige Kraft an einem Baum abreagieren, andere zu ärgern wäre unfair. Und das war es dann auch schon.
Ein Highlight war, als ein hinter mir sitzender ‚Klassenkamerad’ versuchte, mich im Unterricht anzuzünden - indem er mir ein brennendes Feuerzeug in den Nacken hielt. Den Lehrer interessierte dies herzlich wenig. Ich hatte danach eine offene, nässende Wunde im Nacken, die ich versuchte vor meinen Eltern zu verstecken. Sie fanden es trotzdem heraus und fragten geschockt was passiert wäre. Ich versuchte die Sache herunterzuspielen um das folgende Szenario zu vermeiden. Mir war klar, dass eine Einmischung meiner Eltern alles nur noch schlimmer machen würde. Am nächsten Tag fingen sie den Verursacher meiner Brandwunde ab (mein Elternhaus lag auf dem allgemeinen und einzigen Schulweg) und stellten ihn zur Rede. Sie ermahnten ihn, mich zukünftig in Ruhe zu lassen.
Das war der Beginn eines noch schlimmeren Alptraumes. Sowieso schon täglich gehänselt und ausgeschlossen, in der Schule ängstlich immer nur auf den nächsten Angriff wartend, war ich nun als Petze abgestempelt die sich nicht wehren kann und Mama und Papa vorschickt.
Ab da war mein Leben kein Leben mehr. Ich verkroch mich nur noch in meinem Zimmer, die Schule war jeden Tag ein emotionaler Trip in die Hölle. In den Pausen war ich oft ’fällig’, im Sportunterricht sowieso. Schwächlinge mit schlechten sportlichen Leistungen waren bei der damaligen Sportlehrerin sowieso nicht beliebt - dies war auch die ideale Gelegenheit dem Idioten, also mir, immer wieder richtig eins reinzuwürgen. Im wahrsten Sinne des Wortes, ich sage nur Völkerball….
Videospiele waren von da an mein täglicher Begleiter. Ich brauchte diese um mich abzureagieren. Ego-Shooter waren nie mein Ding, aber Prügelspiele, Horrorspiele, Rollenspiele. Ich flüchtete mich in Phantasiewelten, um nicht wahnsinnig zu werden.
Als wir eines Tages wieder Sportunterricht hatten, begab sich die Klasse in Richtung Sporthalle am anderen Ende des Dorfes, um dort auf den Unterrichtsbeginn zu warten. Keine Lehrkraft in der Nähe (da mal wieder zu spät) und aggressive Raufbolde die Langeweile hatten. Bis jemandem einfiel, die umherliegenden Steine und Schieferplatten als Wurfgeschosse gegen mich zu verwenden. Die Idee fand wachsenden Zuspruch und so fing man quasi an, mich zu steinigen.
Ich hatte keine Chance mich zu wehren. All die Jahre der Qualen und Erniedrigungen ohne Aussicht auf Besserung oder Akzeptanz meiner Person brachen in diesem Moment über mich herein. Ich wollte flüchten und schaffte es irgendwie mit meinem Fahrrad zu entkommen… natürlich nicht ohne den Versuch mich daran zu hindern und mir weitere Steine hinterherzuwerfen. Man könnte ja noch den einen oder anderen Treffer landen. Ich fuhr zum Haus meiner Eltern, fing an zu weinen und wollte nur noch eines. Töten oder getötet werden. Mein Leben war sinnlos. Ich hatte an diesem Tag begriffen, dass es nicht besser werden würde, egal was ich auch versuchen sollte. Ich sah den Tod - in welcher Form auch immer - als den einzigen Ausweg. Ich traf unterwegs meine Sportlehrerin und rief Ihr zu, dass ich nicht mehr kann. Es schien sie kaum zu interessieren. Als ich an der Werkstatt meines Vaters war ließ ich mein Fahrrad fallen und begab mich tränenüberströmt zum Waffenschrank. Mein Vater hatte Waffen und ich wusste auch damit umzugehen, wir hatten immer wieder Zielübungen auf Bierdosen oder Ü-Ei Figuren unternommen. Mir war alles egal. Ich wollte diese Menschen töten, einen Befreiungsschlag ausüben, Rache nehmen für die Jahre der Hölle auf Erden, die man mir bereitet hatte. Ich wollte nur noch den Tod. Den der anderen und/oder meinen eigenen. Egal. Es sollte einfach nur enden. An diesem Tag. Mir war alles egal.
(Un)glücklicherweise war der Waffenschrank meines Vaters an diesem Tag verschlossen. Ich rüttelte daran, erreichte aber nicht das was ich wollte. Waffen um zu töten. Als ich begriff, dass nicht einmal dies funktionierte, war alles für mich vorbei. Ich lebte in der Hölle und es gab keinen Ausweg. Eine Weile später fanden mich meine Eltern heulend und zitternd in meinem Zimmer. Ich hatte einen totalen Nervenzusammenbruch. Natürlich waren diese sofort in Panik und fragten was passiert wäre, meine Antwort drauf war immer wieder, dass ich am Ende wäre und nur noch einen Wunsch habe: Meine Peiniger zu töten oder mich umzubringen. Es sollte einfach nur vorbei sein.
Ich ging von da an nicht mehr in die Schule. Psychologische Hilfe lehnte ich ab. Was sollte dies bringen? Besser damit umzugehen, dass ich misshandelt werde? Verständnis für meine Peiniger aufbringen? Lächerlich….
Als in der Schule der Ernst der Lage erkannt wurde, wurden Diskussionen im Unterricht darüber geführt, wie ich später erfuhr. Nach einigen Tagen kam einer der schlimmsten Folterknechte zu mir nach Hause, um sich zu entschuldigen. Klar, dass er dies nur tat weil er dazu gezwungen wurde. Man sah ihm an, dass es nicht wirklich ernst gemeint war. Ich ging daraufhin wieder zur Schule - an meinem ersten Tag bekam ich von einer Mitschülerin eine Blume überreicht und eine Entschuldigung im Namen der ganzen Klasse. Lächerlich, dachte ich nur. Diese Schweine hätten von mir aus auch elendig verrecken können, aber ich nahm dankend an und machte gute Mine zum bösen Spiel, denn keine zwei Wochen später ging es - wenn auch in wesentlich abgeschwächter Form - weiter wie vorher.
Ich beendete nach der Realschule freiwillig meine Schullaufbahn, der Gedanke auf ein Gymnasium zu gehen und 3 weitere Jahre den Horror zu erleben, war unerträglich. Ich machte eine Ausbildung und tat das einzig Richtige: Ich zog sofort weg.
Ich konnte endlich, nach fast 20 Jahren in Hamburg einen Neuanfang starten, in einer Stadt, in der mich niemand kannte und ich Menschen kennenlernen durfte, die mir gegenüber unvoreingenommen waren. Ich war am Anfang sehr schüchtern und ängstlich, blühte aber von da an förmlich auf. Heute kann ich sagen : Mein Leben begann erst mit 20, alles andere davor war ein Alptraum, die Hölle auf Erden. Viele Jahre lang. Heute habe ich viele Freunde, alles Menschen die mich mögen und auf die ich mich verlassen kann, ich habe mein Abitur an der Abendschule nachgemacht (diese Zeit zählt zum schönsten überhaupt - hätte nie gedacht, dass so etwas in einer Schule möglich wäre), studiere demnächst Psychologie, habe einen tollen Job und führe ein zufriedenes Leben. Ich weiß mich meiner Haut zu erwehren und habe mittlerweile ein derartig starkes Selbstbewusstsein entwickelt, dass mich heute niemand mehr auch nur ansatzweise angreifen kann. Ich habe vor einigen Jahren in einer Psychotherapie meine Vergangenheit aufgearbeitet und kann nun besser damit leben.
Wenn ich heutzutage lese dass ’Killerspiele’ Menschen zu Monstern mutieren lassen, kann ich nur mit dem Kopf schütteln über soviel Ahnungslosigkeit und Dummheit. Menschen machen aus Menschen Killer, nicht Spiele - egal ab gewaltverherrlichend oder nicht. Auch ich zocke heute “Resident Evil“, “Silent Hill“ und freue mich tierisch auf “Mad World“. Allerdings haben mich solche Spiele nie aggressiv gemacht und werden es auch nie tun. Es sind Spiele. Nicht mehr, nicht weniger. Man wird nicht zum Amokläufer weil man Killerspiele spielt, man spielt diese, um sich abzureagieren. Ein Ventil, nichts weiter.
Im Gegensatz zu vielen anderen kann ich nur sagen: Mir tut der Amokläufer von Herzen leid. Ich denke, ein normaler Mensch kann sich nicht vorstellen wie es ist, ausgestoßen und nicht akzeptiert zu sein. Damit könnte man vielleicht noch leben, wenn man wenigstens in Frieden gelassen werden würde.
Ich würde nur zu gern mit den Menschen ein Gespräch führen, die der Meinung sind, dass Games als Sündenbock zur Verantwortung zu ziehen sind und Ihnen gern mal meine Sichtweise schildern. Vielleicht hilft es ja, wenn diese Leute anstatt einfach groß das Maul aufzureißen, jemandem zuhören der wirklich weiß, wie es in solch gequälten Seelen aussieht. Aber das zählt ja nicht, solange sogenannte ’Experten’ ihre ’wissenschaftliche’ Meinung publizieren.
Mittlerweile bin ich froh, dass mein Amoklauf nicht stattfand. Einige meiner Peiniger sind heute tot, gestorben bei Autounfällen, andere sind drogenabhängig oder seit Jahren arbeitslos und hängen an der Flasche - andere wiederum haben innerhalb der Dorfgemeinschaft geheiratet und führen ein erbärmliches Leben, während ich meines in vollen Zügen genieße. So hat am Ende jeder bekommen, was er verdient und zu sehen wie sich die anderen selbst zu Grunde richten, ist in meinen Augen besser als jeder Amoklauf und mehr als eine Genugtuung.
Vielleicht gibt es ja da draußen Menschen denen es jetzt ähnlich geht wie mir damals. Sollten diese Stütze oder einen Rat benötigen, bin ich gern bereit zu helfen. mein Leserbrief veröffentlichen Resonanz hervorrufen, könnt Ihr meine Mail-Adresse gern weiterleiten.
Im übrigen: Ich bin jetzt 30 Jahre alt, spiele seit fast 18 Jahren Videogames und kenne (unter anderem) die MAN!AC seit ihrer ersten Stunde. Ich weiß also, wovon ich rede, wenn ich über Games und Gewalt hier meine Meinung äußere.
Mit freundlichen Grüßen
(Aus nachvollziehbaren Gründen verzichten wir darauf, Namen und Bild des Autors zu veröffentlichen. Wer mit ihm in Kontakt treten möchte, kann dies - über uns – gerne tun: per E-Mail an leserpost@maniac.de)
Kommentare
Bewunderswert! Ich habe ganz großen Respekt vor Deinem Mut und der Art und Weise, wie Du diese Hölle im Nachhinein gemeistert hast. Danke für diesen beeindruckenden Leserbrief!
Till Blumenthal
Bewegend....
"Ich ging von da an nicht mehr in die Schule. Psychologische Hilfe lehnte ich ab. Was sollte dies bringen? Besser damit umzugehen, dass ich misshandelt werde? Verständnis für meine Peiniger aufbringen? Lächerlich…."
Guter Ansatzpunkt!
Frage ist wohl wer zum Psychologen muss..... Ganze soziale Gefüge die andere einfach ausgrenzen und es gleichzeitig unmöglich machen dazuzugehören erscheint mir da sinnvoller, wenn auch unmöglich....
Ich hoffe der Brief bekommt die Aufmerksamkeit, die er verdient hat, und bekommt ein Sprachrohr über die Grenzen dieser Seite hinaus.
Hm, ich bin mir zwar nicht sicher, ob der Brief nicht gefaked ist, aber die Message ist auf jeden Fall richtig. Und man kann sich an 3 Fingern abzählen, dass Menschen die solch eine Tortur mitgemacht haben, kein Mitleid haben können mit ihren Peinigern, aber leider auch nicht mit den Unschuldigen,die zufällig ihren Weg kreuzen.
Jeder der solche Probleme allein auf Computerspiele reduziert, macht sicher lächerlich und behandelt das Geschehene absolut respektlos. Aber Politiker müssen handeln und Psychologen und mehr Lehrer kosten viel Geld und die Erfolge sind nicht wirklich sichtbar. Kein Mensch denkt "Boah, schon lange keinen Amoklauf mehr gehabt.", aber viele einfach gestrickte Menschen denken "Sehr gut, endlich wird etwas dagegen unternommen. Wurde längst Zeit diese Computerspiele zu verbieten!". Das sind sichtbare Erfolge. Früher war es "Rock'n'Roll" und heute sind es Computer-Spiele.
Nebenbei bemerkt, im Prinzip spielen ja schon 5jährige Ego-Shooter oder wer hat nicht "Räuber und Gendarm" oder "Cowboy und Indianer" gespielt? Bis auf das Pixelblut ist eigentlich alles dabei.
Jap. Wie gesagt weiß man nicht, in wiefern das der Wahrheit entspricht oder ob nicht sogar komplett erfunden.
Aber es gibt einen guten Einblick in das, was in solch einer Situation in einem Menschen vorgehen kann.
Meine Spielesammlung
Ob nun erfunden oder nicht, solche Dinge passieren Tausenden Jugendlichen täglich. In jeder Klasse steht irgendein armes Schwein in der Hackordnung ganz unten, die Frage ist, wie weit einzelne Klassen es treiben. Ich kenne zwei Personen, die bis auf die Steinigungsaktionen ähnliches erlebt haben. Und Tatsache ist, während die weibliche Person sich zu der Zeit am Liebsten umgebracht hätte, hätte ihr männliches Gegenstück am Liebsten irgendwie zurück geschlagen, wenn er denn gekonnt hätte.
Gib einem Mann Feuer, und er hat es einen Tag lang warm. Steck ihn in Brand und er hat es warm für den Rest seines Lebens.
Lesen ist eine intelligente Methode, sich selbst das Denken zu ersparen.
Commander Jeffer: Ich scheiß mir gleich Hosen
Tja, bei uns war das etwas anders, da wurde gemeinschaftlich auf den Lehrer losgegangen...
Und an den drei Schulen, an denen ich war, gab's keinen richtigen Sündenbock.
Glück gehabt!
Der Leserbrief erinnert mich stark an meine eigene Schulzeit, Schule ist für viele ein Ort der Pein und nie endenwollender Qualen in den man regelrecht Zugrunde gehen kann, das Trauma Schule verfolgt viele der Opfer ein leben lang und Vertrauen zu gleichaltrigen Menschen kommt oftmals auch Jahre nach der Schulentlassung nicht mehr auf. Die Schule hat mir vieles kaputt gemacht (Man wird auch Leistungsmäßig schlechter weil man als Schüler denkt wozu das alles es lohnt ja eh nicht, wozu lernen wozu sich Mühe geben, Anerkennung bekommst du keine eher eins in die Fresse weil du dann nicht nur ein Schwächling und Aussenseiter bist sondern auch noch ein verdammter Streber) aber ich habe mich aufgerappelt, habe 4 Jahre beim Bund gedient, war ein halbes Jahr im Ausland trotz der Scheiße die ich da gesehen habe hat mir die Zeit geholfen, heute habe ich mir vieles aufgebaut und muß nicht wie viele meiner damaligen Peiniger von Vater Staat leben, dafür bin ich sehr dankbar aber den Wunsch vieler nochmals Kind zu sein nochmals in die Schule zu gehen kann ich nicht teilen nochmals würde ich nicht durch die Hölle gehen wollen, das würde ich einfach nicht ertragen können ich bin daher froh das man die Zeit nicht zurückdrehen kann.
Aber den Schülern, Lehern und den Eltern mache ich Vorwürfe, die Eltern haben ihren Kindern freie Hand gelassen und sie nicht bestraft wenn sie andere fertig machten im Gegenteil bei vielen gilt "setz dich durch und trete nach um an deinen eigenen Vorteil zu kommen* und anstatt das Leher den Opfern helfen machen diese auch noch mit oder aber gucken uninteressiert weg und was den Schülern angeht, habt ihr eigentlich mal daran gedacht was ihr anderen antut? Euch macht es Spaß sowas zu tun, es ist Cool und schick und man selbst steht besser da wenn man andere fertig macht das ist mir schon klar aber wie würde es euch gefallen auch nur einen einzigen Tag mit eurem Opfer tauschen zu müssen und dessen Angst, Qual, Schmerz, Verzweifelung, Wut und Haß zu spüren?
Ich möchte euch bitten hierfür meinen Beitrag (jup der lange Text) [http://maniac.de/content/spielverbände-fordern-entschuldigung-für-verbalentgleisung] zu lesen. Wie ihr feststellen könnt, deckt sich mein Brief mit dem Beitrag oben.
Das Problem ist bekannt. Jeder Pädagoge, Psychologe und Psychiater wird dies vermutlich ähnlich sehen. Nur die Politiker, die diese traurigen Situationen ausnutzen, um sich evt selber zu profilieren, wollen dies nicht wahr haben. Im TV werden alle 1.3 Sekunden ein Mensch erschossen, niedergschalgen, gequält und gefoltert. Wenn ich die Medien vergleiche vor 10 Jahren und wie sie heute sind, dann stelle ich fest, dass auch hier der Gewaltpegel gehörig nach oben gschraubt wurde. Schon alleine die Nachrichten. Heute zeigt man ohne skrupel Leichen... Leichen die vermutlich in einem sehr unansehnlichen Zustand sind.
Und wenn ein junger Mensch Amok läuft, dann sind die "Killerspiele" schuld. Die Antwort ist einfach, das Problem ist gelöst... und der Politiker hat wieder mehr Wählerstimmen. Weil die Eltern und Lehrer und andere Personen evt unwissend sind. Sich der Ernst der Lage nicht bewusst sind. Die Gesellschaft mit ihrer Kultur entwickelt sich weiter. Wie wir dem entegenwirken können? Ganz einfach: Aufklärung! Das Problem ist nur, dass es bereits schon einige Sendungen gab, die dies auch wirklich objektiv und profesionell gemacht haben (vor 2-3 wochen kam eine Doku beim VOX, welche ich persönlich sehr gut fand).
Nur leider sind die Medien häufig "auf der falschen Seite". Schliesslich verkauft sich eine Zeitung besser, wenn auf der Titelseite steht: "Teenager lief Amok, 13 jugendliche erschossen. Amokläufer spielte Killerspiele!" Das Geschäft mit dem Tod! Es klingt spektakulär und verkauft sich gut.
Und das Traurige: Es werden die Menschen vergessen die darunter leiden. Die Opfer. Auch der Amokläufer, so widersprüchlich es klingen mag, ist ein Opfer. All die Menschen die sich über das "Warum?" fragen....
Prävention ist gefragt! Nur leider erreicht man nichts, wenn man die "Killerspiele" verbietet. Das Problem wird nicht gelöst. Es werden weitere Amokläufe statt finden. Jugendliche die Selbstmord begehen. Und Schüler und Kinder, die in der Schule arg in die Zange genommen werden.
Der Brief oben, so wie er geschildert wird ist leider kein Einzelfall. Es gibt viele Menschen die unter ähnlichen Kriterien leiden. Egal ob Jugendlicher in der Schule oder Erwachsener bei der Arbeit.
Wie oft haben wir schon in den Zeitungen gelesen bzw im TV gesehen, dass ein Vater seine ganze Familie getötet und sich anschliessend selber gerichtet hat. Wurde hier jemals behauptet, dass die "Killerspiele" hierfür verantwortlich seien? Vater läuft amok... Das "Grundgerüst" ist ganz einfach betrachtet sehr ähnlich (Ich möchte jetzt nicht alles auflisten, das würde vermutlich zu weit führen)
Wie dem auch sei, möchte ich euch alle anhand von diesem Beispiel auffordern, dass ihr euch bewusst werdet, wie ihr auf eure Mitmenschen wirkt. "Bin ich jemand, der gerne andere Menschen hänselt, ja sogar quält? Nur weil alle anderen lachen und ich mich dabei stark fühle? Bin ich jemand, der gehänselt und unterdrückt wird?"..... Scheut euch nicht Hilfe anzufordern, von euren Lehrern, von euren Eltern oder von einer "Hilfestelle". Habt Mut dazu (Ich weiss, dass es nicht einfach ist).
Ach ja.... und wir lassen jetzt sämtliche "Killerspiele" verbieten und dann haben wir das Problem gelöst. Wenn das Leben doch so einfach wäre.
I
Tja, wie wir doch auf Tiere herabsehen. Bei Hühnern gibt es immer ein Tier, das in der Hackordnung unten steht und regelmäßig eins drüberbekommt. Bei Wölfen gibt es das sogenannte Gammatier, das in der Hierarchie ganz unten steht...
Gott sei dank machen Menschen so etwas nicht.... so harmlos wie die Tiere, sondern ihre Opfer direkt möglichst völlig fertig, wie hier einige Comments zeigen. Offensichtlich, dass Menschen und nicht Spiele jemanden in die Gewalt treiben. Wer keinen Ausweg mehr sieht schlägt mit aller Gewalt um sich.
@Ash Rockford: Zu oft funktioniert in solchen Fällen kein Hilfsangebot. Anscheinend sind wir zu gerne bereit, die Existenz eines "Gammaschülers", auf den die Klasse sich einschiesst einfach zu akzeptieren. Meistens kannst du nur versuchen, das Opfer in einem ganz neuen Umfeld, also an einer neuen Schule unterzubringen.
Gib einem Mann Feuer, und er hat es einen Tag lang warm. Steck ihn in Brand und er hat es warm für den Rest seines Lebens.
Lesen ist eine intelligente Methode, sich selbst das Denken zu ersparen.
Commander Jeffer: Ich scheiß mir gleich Hosen
puh harter stoff der einen echt mitnimmt. das schlimme ist nur das das ganze einem doch nur allzu bekannt vorkommt. wer kennt sie nicht die prügelknaben der klasse die über jahre gemobbt und ausgegrenzt werden. die gibt es leider zu tausenden in unserem land. das schlimme ist ja folgendes: ich und ich denke mal jeder zweite in diesem forum war doch auch schonmal "täter". in dem alter zwischen 10-15 jahren in dem man noch auf der suche nach orientierung ist, noch keinen festen und eigenen character entwickelt hat und selbst verunsichert und vielleicht auch unzufrieden mit sich ist gibt es doch nichts leichteres als auf anderen herumzutrampeln! sei es aus selbstbestätigung, angeberei, gruppenzwang oder einfach nur der tatsache das jemand anders und nicht man selbst die prügel bezieht! was man dem anderen damit antut sieht man in diesem alter noch nicht weil es doch nur "spass" ist! ich will damit keines falls die täter in schutz nehmen aber in solchen situationen müssen, eltern und lehrer eingreifen! und zwar konsequent und hart! ein solches verhalten darf icht geduldet werden und es muss aufgezeigt werden das es so nicht geht und zwar nicht nur mit "mei mei mei" oder "jetzt lasst ihn doch mal in ruhe" sondern mit harten strafen und der konfrontion mit dem was man dem opfer antut! leider erfordert das korrage und vor allem zeit! zeit die lehrer heutzutage doch gar nicht mehr haben da dank immer mehr einsparungen die klassengrössen explodieren und die lehrer dank pisa-druck kaum mit ihrem stoff durchkommen! ich hatte das glück das unserer lehrer uns damals den kopf gewaschen hat! er brauchte dafür genau 20 minuten! zuerst gab es eine standpauke die mich aber nicht sonderlich berührt hat aber dann hat er unseren prügelknaben nach vorne geholt und ihn erzählen lassen wie es ihm geht bei dem was wir ihm antun und was er sich von uns wünschen würde. in diesem moment wurde mir und nem ganz grossen teil der klasse plötzlich klar was wir da eigentlich für ne scheisse machen! das diese kleinen spässe gar nicht so klein sind und das der junge der da weinend vor uns steht unter uns leided! obwohl ich keine grosse rolle bei den gemeinheiten gespielt habe die man ihm antat hab ich mich wochenlang wie das grösste arschloch der welt gefühlt! ich hatte ein so wahnsinnig schlechtes gewissen das gar nix mehr ging! diese minuten haben mich so für das leben geprägt das ich meinem lehrer heute noch dafür dankbar bin. es gab nach diesem gespräch noch genau 2 momente in denen versucht wurde auf dem schüler rumzuhacken aber plötzlich standen leute (unter anderem ich) auf und griffen ein um ihm zu helfen. nach 3 tagen war das thema erledigt und er war teil unserer klassengemeinschaft! solche lehrer brauchen wir die unserer jugend zeigen wo die grenzen sind und denen es nicht egal ist was in ihrer klasse passiert! wie gesagt ich habe daraus meine lektion gelernt und ich denke 99% der jungen leute würden es auch tun!
Das Leben ist ein Spiel! Ein scheiss Spiel....................aber geile Grafik!
Der Beitrag ist ja fast wie ein Deja Vú meiner Schulzeit (Gymnasium in der Stadt HH).
Da die Lehrer und der Schulleiter mir nicht helfen konnten/ wollten, haben sie mir schlechte Noten gegeben( "meldest dich nicht im Unterricht!" Wie denn auch? Für jedes melden gabs in der Pause auf die Fresse). Dadurch blieb ich sitzen. Danach musste ich die Schule verlassen. Dank dieser Aktion konnte ich meinen Abi nicht machen.
Meist haben die Eltern keine Ahnung/ Interesse was für Probleme ihre Kinder haben. Somit schieben sie es auf den Sündenbock Videospiele.
Respekt für deinen Beitrag, wie du siehst bist du nicht alleine.
@Captain Carot
Da bin ich nicht deiner Meinung! Das Problem besteht darin, dass man die "unaufälligen Schüler bzw Menschen" gar nicht sieht, oder nicht sehen möchte/will. Wenn jemand Hilfe sucht, was ich stark befürworte, ist das schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Falls die Möglichkeit besteht, aus diesem schwierigen Umfeld auszubrechen, d.h. die Schule zu wechseln dann finde ich dies eine gute Lösung. Das wesentliche dabei ist, auf sich aufmerksam zu machen. "Hey du! ich habe Probleme!" Wenn jemand so einen Schritt gewagt hat, ist das schon einmal viel wert. Bleibt nur zu Hoffen, dass der Gesprächspartner (Lehrer, Eltern etc.) diese Aussagen auch ernst nehmen. Und das ist eben das schwierige. Es nüzt nichts wenn du sagst: "och das wird schon! Bleib locker" usw. dieses bagatelisieren, verharmlosen bringt keinen weiter.
Daher sind Präventionen und Aufklärung in alle Richtungen wichtig. Nicht die Killerspiele sind schuld am Amoklauf und Selbstmorden und bei den vielen Familiendramen... sondern weil des System versagt hat.
Respekt!
Ich habe damals mehrfach versucht Hilfe zu bekommen aber man bekam sie nicht, man bekam nur zu hören das sei doch "Ist doch alles nur halb so schlimm" oh ja es gab sogar Vorwürfe ala "Ja wenn du gemobbt wirst muß das auch seinen Grund haben schon mal überlegt ob es an dir liegt, ob du denen einen Grund dafür lieferst" (glaubt mir darüber habe ich oft und lange nachgedacht) oder Sätze wie "Nun stell dich mal nicht so an" etc. und Sachen wie der Schulpyschologische bringen rein gar nichts denn dort wird einem tatsächlich nur sinnlose und wenig hilfreiche Dinge eingetrichtert wie ein Verständnis für die Peiniger aufzubringen und oder Sachen wie den *Vernünftigen* Umgang mit der Tatsche das man nun mal halt der Prügelknabe ist gelehrt. Wenn ich hier schreiben würde was mir teils wiederfahren ist würden das einige kaum glauben können wer aber gemobbt wird oder selbst mobbt weiß das sowas wahr ist das sowas jeden Tag an unzähligen Schulen passiert, mittlerweile sieht man doch schon in den Kindergärtern teils übelstes Mobbing und keiner geht dagegen vor (man denkt ja kleine Kinder hätten sowas noch nicht drauf aber sie lernen ja von uns großen) aber man wundert sich dann darüber das manche zerbrechen und Ausklinken, auch in Firmen wird oft schlimm gemobbt.
Zu guter letz,t ja auch ich hatte Rachegelüste, wollte es ihnen allen heimzahlen aber auf die Idee sie umzubringen wäre ich nie gekommen ich wollte sie einfach immer nur so fertig machen wie sie mich fertig gemacht hatten aber als Schwächling kann man sich unmöglich gegen eine ganze Klasse durchsetzen (bei 32 Schülern in der Klasse) das schaffen selbst stärkere nicht, schlimm war es auch das Schüler anderer Klassen beim Verprügeln mitmachten denn man kennt sich ja bei den Schlägern untereinander, schlimm ist es auch wenn man dann noch von Mädchen geschlagen wird aber schlag die mal zurück wenn die als Freund einen der Schläger haben, war auch froh das neben mir noch zwei andere oftmals dran waren man hätte es sich zwar nie gesagt aber es war so.
Toller Beitrag, und erinnert auch mich an meine Zeit am Gymnasium, wenn auch nicht derart extrem.
Das Hauptproblem ist dabei, und du sprichst es selbst an, dass "es ja nur Kinder sind". Damit ist dann alles von Seiten der Erwachsenen entschuldigt. In dem Zusammenhang rege ich mich auch öfters auf, wenn Unter 14-Jährige Morde begehen, und gesetzlich nicht belangt werden können...sind ja nur Kinder.
Wie grausam "Kinder" hingegen wirklich sind weiß jeder, der einmal in der Opferrolle war.
Letztenendes ist das Ganze einfach nur auf Arschlochverhalten zurückzuführen. Arschlochverhalten bei den Kindertätern, Arschlochverhalten bei den wegguckenden Lehrern, Arschlochverhalten bei den Eltern der Täter, die sich beschweren, wenn jemand "ihren Schatz" irgendeiner Missetat beschuldigt, und eben Arschlochverhalten in der Politik, die krass nach dem "es sind ja nur Kinder"-Leitsatz operiert.
Bei mir war es glücklicherweise so, dass die Rowdys ab der Oberstufe verhaltener wurden, weil sie sich aufs Lernen konzentrieren mussten. Und wie gesagt war es bei mir natürlich auch nie so schlimm wie in deinem Brief. Dass aber all die Amokläufer mehr Opfer als Täter sind, dem schließe ich mich an. Aber wir leben ja in einer "Was nicht passt wird passend gemacht"-Gesellschaft...
@Ash Rockford: Der Comment von Doktor Trask wie auch andere Erfahrungen zeigen, dass "Gammaschüler" viel zu oft einfach hingenommen werden, statt ihnen zu helfen, selbst wenn sie schon mit der chinesischen Mauer statt eines Zaunpfahls winken.
Ich selbst wäre dank eines Lehrers, der ständig auf mir rumgehackt hat, und von dem es regelmäßig Eins hinter die Ohren gab in der Grundschule wohl selbst zum Klasenopfer geworden, wenn ich nicht größer und stärker als die meisten gewesen wäre. Denn ich hab für gewöhnlich nur zurück aber nicht als erster geschlagen. Bei mir hat ein Schulwechsel in der dritten Klasse Wunder gewirkt. Und auf meiner weiterführenden Schule, einer Gesamtschule mit zwei Klassenlehrern pro Klasse wurde solches Verhalten wie im Brief beschrieben nicht toleriert. Wenn welche damit anfingen, andere fertig zu machen, haben sie in der Regel was auf´s Maul gekriegt. Wenn die Lehrer sowas mitbekommen haben gab´s sogar sehr schnell eine Schulkonferenz.
Gib einem Mann Feuer, und er hat es einen Tag lang warm. Steck ihn in Brand und er hat es warm für den Rest seines Lebens.
Lesen ist eine intelligente Methode, sich selbst das Denken zu ersparen.
Commander Jeffer: Ich scheiß mir gleich Hosen
Find ich gut dass Du das mal erwähnst Carot, weil es aus meiner Sicht Schwachsinn ist zu behaupten Schulpsychologen bringen nichts, Lehrer tun nichts, alle gucken weg u.s.w. Das ist mal garantiert NICHT immer und überall so - womit ich nicht sagen möchte dass es nicht viel zu viele der oben geschilderten Fälle gibt. Leider.
Ich selbst hab da eigentlich immer Glück gehabt. Manchmal ist es ja schon von Klasse zu Klasse krass unterschiedlich, wie mit Außenseitern, "Sonderlingen" oder so umgesprungen wird. Ich war immer ein sehr stiller Typ, hab mit Alk, Zigaretten oder Partys nie was am Hut gehabt - dadurch dann auch eher wenige Freunde gehabt. Logisch. War aber nicht schlimm und gehänselt wurde ich dafür auch nie. Nun muss ich dazu sagen dass ich auf ein Gymnasium gegangen bin, da wären Storys wie die oben eigentlich undenkbar gewesen bzw. wen sich das jemand gewagt hätte wäre er garantiert von der Schule geflogen. Dagegen konnte mein Bruder von seiner Hauptschule natürlich ganz andere Geschichten auffahren..
Na wie dem auch sei, ich find den Leserbrief sehr aufschlussreich, sollte der Schreiber vielleicht mal diversen Politikern/Parteien oder auch Redaktionen zukommen lassen, damit man endlich sieht wo die Gründe für Amokläufe zu suchen sind.
Uns Gamern macht man die Hölle heiß wegen sogenannter "Killerspiele", ich find's ja eher beschämend und skandalös dass man krampfhaft versucht einen Sündenbock zu finden anstatt mal wirklich was zu tun um den ein oder anderen Amoklauf vielleicht in der Zukunft zu verhindern. Fragt sich wer dann Schuld ist wenn sowas das nächste mal passiert: Die Spiele oder die Politiker die ihre augen vor der Realität verschließen!?
Egal ob echt oder erfunden. Dieser Fall gibt in meinen Augen echt mal authentisch wieder, was in solchen Leuten vorgeht. Ich selber gehörte zu meiner Schulzeit nie zu den "Coolen", die andere Leute untergebuttert haben, aber auch nicht zu denen, die "Opfer" waren. Ich war einfach immer ich selber. Will heißen, dass ich "schwächere" Mitschüler verteidigt habe und mich auch selber zu wehren wusste. Klingt zwar jetzt nach kitschiger "Robin Hood"-Geschichte, war aber so (und ists noch immer). Zum größten Teil kam ich aber mit allen klar. Ich respektierte und wurde respektiert.
Mittlerweile bevorzuge ich zwar die verbale Konfliktlösung, aber ich denke mal, wenns hart auf hart kommt, könnte ichs auch noch. Ist zum Glück schon etwa 5 Jahre her, dass ich mich prügeln musste. Mittlerweile bin ich 26 und denke, dass ich nen gesunden Mittelweg gefunden habe meine Konflikte zu lösen, bzw mein gesamtes Leben zu bestreiten. Prinzipiell behandle ich die Menschen so, wie ich auch gerne behandelt werden möchte und bekomme dies auch zum größten Teil so zurück. Wenn jemand diese nette Art als Schwäche ansieht und meint auszunutzen, kann ich auch anders.
Zum zocken:
Jedenfalls zocke auch ich schon seit meiner Kindheit (Atari VCS, Gameboy, NES, Gamegear, C64...) bis heute (PS3, PC...) leidenschaftlich Videospiele. Hab sogar als Kind schon MK1+2 auf meinem Amiga und SNES gezockt. Aber eins kann ich garantieren, diese Spiele haben mich nie aggressiv gemacht, dafür aber gewisse Menschen, die es durch gänzliche soziale Inkompetenz heraufbeschworen haben.
Versteht mich nicht falsch. Ich bin ein friedlicher Mensch. Ich bin gesellig, gesellschaftsfähig, nett und hilfsbereit. Aber alles mit mir machen lass ich auch nicht. Also eigentlich doch ganz "normal", oder? Obwohl ich diesen Begriff gerne meide. Was ist schon normal? Ich doch hoffentlich nicht. Bin gerne anders, wenn auch auf erfrischend angenehme Art und Weise ;-)
In diesem Sinne...
... sanfte Grüße!!! (Ja ja, ich liebe Demolition Man. Ich bö...hser, bööööööööööö...hser Bub) :D
Nun ich bin bald 17...(jeah nur noch 7 Tage!) und gehe in die 11. Klasse eines Beruflichen Gymnasiums.
Nun vorher war ich hauf einer Gesamtschule und ich hatte wohl Glück. Bei uns ihn der Klasse bildeten sich drei Gruppen: Die "Coolen", die naja "Normalen"(wir hatten alle das Hobby Mangas) und die "Mädchen". Nun denk ich mal das ich ohne meine Freunde, wohl größere Probleme gehabt hätte auch wen ich mich warscheinlich verteidigt hätten können. Nun dadurch halt teilte sich die Klasse auf und bis auf ein paar Streitigkeiten kammen wir gut miteinander aus und waren uach selber untereinander befreundet.
Nun auf dem Gymnasium hat sich jetzt alles geändert....
Jetzt sind wir nurnoch eine Gruppe und es gibt echt keinen Ausenseiter und niemand weird gemobbt.... oder wir mobben uns alle gegensitig was dann aber nie ernstgemeint ist.
Naja, dadurch freu ich mich jeden Tag auf die Schule.
@captain carot
Wenn ein Lehrer bzw. ein "Schulpsychologe" die Äusserungen des Hilfesuchenden nur verharmlost und die Situation nicht ernst nimmt, dann erfüllt der Schulpsychologe seinen Job nicht. Traurig....
In den Medien würde es in etwa so lauten:"Der Amokläufer war beim Schulpsychologen bekannt!" Jeder wird dann glauben:"Oha, der Amokläufer war also geistig gestört, hatte also einen knacks. Fakt jedoch ist, dass der Schulpsychologe versagt hat! Ich weiss es klingt hart, aber dann hat er seinen Job nicht erfüllt. Das kann man nicht abstreiten. Ich will damit nicht sagen, dass der Schulpsychologe die volle Verantwortung über einen möglichen Amoklauf/Selbstmrod etc. auferlegt werden kann, schliesslich kann er nichts dafür, wenn sowas dann doch passiert. Und doch ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Psychologe auf der berfuflichen Ebene versagt.
Trotzdem finde ich es wichtig, dass jeder versuchen sollte Hilfe zu holen. Nicht nur die gemobbten, sondern auch all die jene, die mit ihrem Leben nicht klar kommen. Manchmal sind es "Hilferufe", kleine Anzeichen, die von den meisten leider nicht wahr genommen werden (können). Ich kann mich da nur wiederholen und sagen, dass es noch ein weiter und langer weg ist bis dahin, darum appeliere ich auf Prävention und Aufklärung.
Ich erlebe gerade die letzten Monate meiner obligatorischen Schulzeit und mache täglich die Erfahrung, dass selbst in der Abschlussklasse (in der Schweiz die 9.Klasse) eine klare Hierarchie vorherrscht.
Aus Erfahrung weiss ich aber, dass eine Hilfeleistung eines Mitschülers viel eher wahrgenommen wird als jene einer Lehrperson oder eines Psychologen.
Zurück zu meiner Schule: Anders als bei meiner Klasse, ist die soziale Wahrnemung der gleichaltrigen Realklasse stark gestört. Dort findet ein ähnlicher Fall von Mobbing statt, wie im Brief beschrieben. Vor einiger Zeit war es wirklich sehr schlimm, bis wir uns dann darum bemühten die gemobbte Person in unser Klasseumfeld zu integrieren. Dadurch haben wir heute einen neuen Kollegen für Schule und Freizeit gefunden. Das Mobbing der Realklasse geht zwar ungehindert weiter und richtet sich weiterhin gegen die angesprochene Person, allerdings weiss er nun dies in den meissten Fällen zu ignorieren, vor allem aber kann er auf eine gewisse Unterstützung unsererseits zählen.
Mit diesem Posting wollte ich nur einmal aufzeigen wie es auch ausgehen kann, wenn Akzeptanz und Respekt unter Mitschülern herrscht.
@Ash Rockford: Ich heiße solches Verhalten ja auch nicht gut, nur ist es allgegenwärtig. In den 90ern war ein Schulpsycho übrigens noch die ganz große Ausnahme, wir haben unseren hauseigenen Sozialarbeiter sogar erst 97 bekommen, als ich in die 11. Klasse kam.
Gib einem Mann Feuer, und er hat es einen Tag lang warm. Steck ihn in Brand und er hat es warm für den Rest seines Lebens.
Lesen ist eine intelligente Methode, sich selbst das Denken zu ersparen.
Commander Jeffer: Ich scheiß mir gleich Hosen
Hallo zusammen. Habe den Artikel gerade intensiv gelesen und kann mich leider in vielen angesprochenen Punkten wieder erkennen.
Ich denke, solch ein Leserbrief sollte mal an die entsprechenden Ministerien weitergeschickt werden und an die Öffentlichkeit weiter gegeben werden.
Vielleicht gehen dann endlich mal einigen Leuten ein Lichtlein auf, was in Deutschland das wirklich Problem ist.
Also ich finde es super das er das jetzt so erzählen kann.
Meinen tiefsten Respekt hat er.
Ich kenne das Problem zwar nicht in dem maße wie bei ihm, aber ich kenne es auch und ich finde es einfach bewunderns wert.
hallo,
also, ich kann das voll und ganz nachvollziehen. mir ging es im großen und ganzen genauso...
nur das ich nich nur so ne scheiße in der schule durchgemacht hab, sondern auch noch in der "familie".
nur hab ich immer alles auf mich selbst reflektiert un mir immer die schuld für alles gegeben...
hab mich auch in fantasiewelten zurück gezogen... hab ein extremen hass auf menschen allgemein entwickelt... hab angefangen mich selbst zu verletzen...
als es am schlimmsten war hab ich menschen kennen gelernt, die zu meiner wirklichen familie wurden un die mich aus all dem scheiß rausgeholt haben...
glücklicherweise hab ich nich auf nen dorf gelebt, sondern in ner stadt...
dennoch... in diesem fall, könnte man das ja noch nachvollziehen... aber in winnenden hat er menschen umgebracht die er nicht mal kannte.... und das is unakzeptabel... nebenbei gesagt, habe ich in erfurt gewohnt... also hier hat es in deutschland mit den amokläufen angefangen... und auch hier wurden lehrer erschossen, die er selbst nicht mal kannte... und einige unter ihnen waren sehr beliebt gewesen...
es ist scheiße, wenn man so behandelt wird... aber wenn man amok läuft, ist man erstens nicht besser als diejenigen, die einem das angetan haben...
und zweitens, verpasst man menschen ein trauma, die damit nichts zutun haben... und nicht nur den schülern, sondern auch deren familien... und in meinen augen, ist das noch schlimmer
das einzige was man machen kann ist echt zu versuchen irgendwie die schule zu wechseln und aus diesem teufelkreis auzubrechen... oder halt aus dem dorf wegziehen und irgendwo komplett neu anzufangen... so hab ich es auch überstanden...
Ich habe heute zufällig diesen Leserbrief gelesen und er hat mich ziemlich betroffen gemacht, war doch eine meiner ersten Überlegungen nachdem ich von den Ereignissen in Winnenden erfahren habe, diese, was dieser arme Mensch, der zu sowas getrieben wird, bisher erlebt haben muss. Es muss ein furchtbares, erbärmliches unlebenswertes Dasein gewesen sein. Er muss psychisch misshandelt worden sein....Nicht Killerspiele machen einen Amoklaufer, eine grausame Gesellschaft macht einen Amokläufer. Menschen sind so furchtbar...
Killerspiele? Eine blöde Ausrede ... einfach eine Reaktion, weil es wieder mal die "einfachste" Lösung ist... Killerspiele verbieten ist einfach. Eine gesamte Gesellschaft zu verändern, die nichtmal weiß, dass sie böse ist, dagegen unmöglich. Hierbei handelt es sich um politische Blenderei, selbst hier ist es Stimmenfang, damit die Leute denken, "die da oben tun was" ... obwohl eh jeder weiß, dass Killerspiele keine Schuld betrifft.
Herzliche Gratulation, Mathias, zu diesem ehrlichen Leserbrief und dazu, dass du dein Leben in den Griff bekommen hast.
PS: Er hat hauptsächlich Mädchen umgebracht, die aus seinem Heimatort kamen. Er hat sie schon gekannt und vermutlich auch gezielt getötet.
@naeve: du hast ein kleines Detail missverstanden: Matthias (das bin ich) ist der Autor dieses Blogs. Der Bericht 'Mein verhinderter Amoklauf' stammt von einem M! Games-Leser, dessen Namen wir nicht veröffentlicht haben.
hallo mein name ist davis bin 12 jahre alt und gehe in die 6.Klasse. mir geht es auch so wie der autor in diesen leserbrief .
ich habe zwar keinen Amoklauf verübt aber werde jeden tag von ein par RUSSEN zusammengeschlagen.das geht schon
seid ich in der 5.klasse bin.ich hab schon zwar 1000 mal den rektor verständigt weil sie mich immer hänseln und behaubten
das ich ,,SCHEISS RUSSEN" zu ihnen sage aber er nehmt mich gar nicht für ernst.Ich spiele auch:EGO shooter,bet em ups und rollenspiele.aber das hat damit gar nichts zu tun.seit dem letzten mal wurde ich wieder angegriffen.sie haben auf mich eingetreten und mich geschlagen.ich hatte totale schmerzen.der arzt sagte mein becken hat sich verschoben und hatte prellungen am oberarm.meine mutter hatte dan die polizei verständigt aber es bringt nichts.es geht noch weiter.
ich habe auch noch ein paar freunde die mich verstehen die auch das selbe durchmachten wie ich gerade.in sport werde ich nicht immer gemoppt.wegen der polizei sagen sie immer zu mir petze oder opfer und ver----en mich des wegen.und das
häftigste ist das die Lehrer(aufgrund auf mein ADS )mich nicht für ernst halten.keiner versteht mich ausser meine mutter und meine freunde.
Tot ist nicht gleich tot. Es ist nur der Körper der geht. Den Tod besiegt, wer in Erinnerung lebt.
@davis24 zum einen tust du mir furchtbar leid und ich würd dir einfach nen wechsel an eine andere schule nahelegen weil anders geht es wohl nicht mehr wenn das stimmt was du schreibst!
zum anderen muss ich hier halt mal ganz klar sagen das du mit 12 jahren noch keine egoshooter spielen solltest weil genau das das problem an der ganzen debatte ist!
Das Leben ist ein Spiel! Ein scheiss Spiel....................aber geile Grafik!
Hmm, Ihr könnt mich ja steinigen wenn Ihr wollt, aber ich kann solche Storys einfach nicht glauben, also dass niemand etwas unternimmt. Jemand wird immer wieder und wieder zusammengeschlagen (mit offensichtlichen Verletzungen - siehe Arzt) und keiner tut etwas? Ähm, sorry, was für denkresistente Vollpfosten sollen das sein, die Lehrer, der Rektor etc.!???