Erster Halt: Nintendo. Auf meinem Spielplan: Luigi's Mansion 2, Mario Kart 7 und Super Mario Land 3D – alle für 3DS. Am meisten überrascht hat mich Luigis zweiter Geisterhausbesuch: Im 3D-Modus sieht Marios schlaksiger Bruder umwerfend knuffig aus, die Comic-Grafik gefällt mit klasse Licht- und Transparenz-Effekten, die Steuerung flutscht trotz ihrer Komplexität und der vom GameCube-Erstling bekannte Erforsche-die-Umgebung-mit-Taschenlampe-und-Staubsauger-Spielverlauf macht auch anno 2011 noch eine gute Figur. Ich ziehe per Staubsauger Laken von Schatztruhen, lasse staubige Rüstungen wackeln, lösche die Kerzen eines Kronleuchters (was mir Geldscheine als Belohnung beschert) und besiege schließlich den Geist, der den Raum unsicher macht. Die Liebe zum Detail ist beeindruckend und in jeder Polygonfaser spürbar – fein!
Die drei Proberunden mit Mario Kart 7 brachten keine neuen Erkenntnisse: Der Funracer spielt sich kompetent und rund wie eh und je, die neuen Fähigkeiten (etwa der Drachenflug) sind sinnvoll integriert, der 3D-Effekt gefällt positiv mit seiner Unaufdringlichkeit – eben ein sicherer Hit.
Das trifft auch auf die erste 3DS-Super Mario-Episode zu: Im Gegensatz zum Kollegen Schmid, der beim E3-Probespiel nicht restlos begeistert war, hat mich der Klempner-Einsatz sofort in den Bann gezogen. Mario sieht in 3D hervorragend aus, den Tiefeneindruck kann man einfach nur mit 'wow' beschreiben. Nintendo nutzt dabei geschickt die Möglichkeiten der 3D-Technik und überrascht mit spektakulären Perspektiven und sogar optischen Täuschungen – muss man (gesehen) haben!
Zweite Station: Activision. Der Proband: Prototype 2. Erste Erkenntnis, nachdem der Chef vom Entwicklerstudio Radical die Demo gestartet hat: Hoppla, das sieht aber gut aus. Für mich ein grafischer Riesenschritt gegenüber der ersten Episode, die Stadt pulsiert mit Leben, Euer Alter Ego schiebt Passanten wie die Assassin's-Creed-Kollegen mit den Händen zur Seite bzw. nutzt sie in vollem Lauf als Sprungbock. Eine ausgesandte Sonarwelle zeigt, wer in der näheren Umgebung beobachtet (weiße Umrisse) und beobachtet wird (rote Umrisse) – wichtige Infos, die Euch helfen, in bestimmten Missionen Euer Ziel ohne Erregung von allzu viel Aufmerksamkeit zu erreichen. Natürlich dürft Ihr auch auf die Kacke hauen und Gegner mit Mutantenscheren zerteilen, einem Kampfhubschrauber auf die Tragfläche springen, den Raketenwerfer abreißen, abspringen und den Heli mit seiner eigenen Waffe vom Himmel holen. Bemerkenswert: Die Grafik ist schon im jetzigen Stadium (das Spiel kommt weltweit am 24. April 2012 in den Handel) ein Hingucker – dank vieler Details, stabiler Bildrate und schicker Special FX.
Dritter Halt: Sega. Aliens: Colonial Marines heißt der nächste Kandidat. Der Produzent bemüht sich redlich, vor dem Start der Präsentation Stimmung zu machen. Man habe mit den Filmemachern von Fox kooperiert, Original-Schauplätze integriert und neue Szenarien zusammen mit einem Zukunftsforscher ausgearbeitet. Die Demo des Ego-Shooters endete aber in irgendwie planlos wirkendem Dauergeballere (erinnert entfernt an Serious Sam), bei dem Aliens aus allen Löchern krabbeln (Boden, Wände, Decke), einen Abschnitt stürmen und von den Space Marines unter Waffengetöse ihr Leben aushauchen – herumspritzendes Alienblut stört weder die Soldaten noch die Umgebung. Ist der grün-gelbe Säuresaft nicht extrem ätzend? Vielleicht war auch der vorgespielte Abschnitt einfach nur ungeschickt gewählt? Hilft wohl nur das Warten auf eine ausführlichere Preview-Version – wir halten Euch auf dem Laufenden.
Verabredung Nummer 4 habe ich mit Sonys neuem Superstar: Nathan Drake. Leider bekomme ich nur die altbekannte Schiff-läuft-mit-Wasser-voll-Szene und die etwas verlängerte Version der E3-Präsentation (Nathan entert mit Elenas Hilfe ein Transportflugzeug) zu sehen – immerhin wird live vorgespielt. Interessant und vorgemerkt für meine weitere Recherche: Nathan sieht im zweiten Szenario gealtert aus, Krähenfüße um die Augen und leichte Falten auf der Stirn stehen dem verschmitzten Uncharted 3-Helden auf jeden Fall gut. Resümee: Nichts aufregend Neues zu sehen, aber Teil 3 wird ein sicherer Knaller – mein Experten-Ehrenwort!
Endstation: Microsoft. Auf dem Programm: ein Rendezvous mit dem Master Chief, schließlich feiert der gesichtslose Xbox-Held im November 10-jähriges Jubiläum. Halo: Combat Evolved Anniversary will kompromissloser Fanservice sein – dieses Ziel wird erfüllt. Auf Knopfdruck wechselt Ihr zwischen der gelungenen aufgepeppten Neuauflage und dem Xbox-Original, eine herrliche Zeitreise, auf die man sich gerne und wiederholt einlässt. Die modernisierte Fassung bietet gefühlt die zehnfache Menge an Details, HD-Grafik, eine neue druckvolle Soundabmischung (angefertigt auf der Skywalker Ranch) sowie einen Koop-Modus per Xbox Live – und ein weiteres nettes Feature, das wir erst am 26. August enthüllen dürfen. Für 39 Euro insgesamt ein faires Angebot.

Auf Seite 74 der M! Games 11/10 erklärt Euch Olli in dem Extended-Artikel Plastikklampfe vs. E-Gitarre, wo die Unterschiede zwischen virtuellem und realem Musizieren liegen. An dieser Stelle folgt nun der begleitende und weiterführende Videoblog.
Die Darsteller und Mitwirkende:
Ex-M!-Schreiberling Philip malträtierte die Plastikklampfe, Max fungierte als Kameramann und Schnittmeister, Olli rockte die elektrische Axt und sorgte für den ein oder anderen (natürlich beabsichtigten) Versprecher. Ach ja: Langhaar Matthias sprang sprichwörtlich auch mal kurz vor die Linse. Aber lasst Euch einfach überraschen!
Dranbleiben lohnt sich übrigens: Am Ende des Videos stellen wir eine Gewinnspielfrage – die Lösung schickt Ihr bitte an leserpost@maniac.de
Kennt Ihr noch Deutschlands langlebigste Rateshow "Was bin ich?"? Für alle, die Erinnerungsdefizite haben oder schlicht zu jung sind, hier eine kurze Einführung: Robert Lembke moderierte von 1955 bis 1989 das "heitere Beruferaten". Ein Team aus vier Personen musste durch geschicktes Fragen die Berufe der Gäste herausfinden – die Kandidaten durften dabei nur mit "Ja" oder "Nein" antworten. Für jedes "Nein" bekam der Gast 5 Mark fürs Sparschwein, nach zehn "Neins" oder bei der Nennung des richtigen Berufes war Schluss.
Was das alles mit Videospielen zu tun hat? Nun, bei der Enthüllung eines Spiels fühle ich mich mitunter wie in Lembkes kultiger Rateshow: Der Software-Hersteller zeigt Screenshots, die den Gamer da draußen auf das neue Produkt neugierig machen und gleichzeitig zeigen sollen, was er von dem Spiel zu erwarten hat.
Die Crux an der Sache: Viele Hersteller sind nicht daran interessiert, dem potenziellen Käufer zu zeigen, wie das Game wirklich aussieht. Vielmehr gibt es in schöner Regelmäßigkeit aussagelose Atmo-Shots beziehungsweise gestellte Bilder zu sehen, aus denen sich nicht einmal eindeutig das Genre ableiten lässt – ohne textliche Erklärung bekommt der unbedarfte Betrachter mitunter einen falschen Eindruck. Spontan fallen mir Left 4 Dead, Guitar Hero III oder auch Halo 3: ODST ein, aktuelle Beispiele sind Call of Duty: Black Ops, Crysis 2 und Test Drive Unlimited 2. Sowohl Call of Duty: Black Ops als auch Crysis 2 (beides Ego-Ballereien) könnten entweder Third-Person-Shooter, GTA-Klone oder gar Strategie-Ableger sein; beim Rennspiel Test Drive Unlimited 2 sind zwar PS-Monster zu sehen, aber die kann ich mir in Sandbox-Spielen wie GTA oder Just Cause ebenfalls organisieren.
Was allen genannten Beispielen abgeht, ist das Zeigen der späteren Spielperspektive: In einem Ego-Shooter laufe ich eben mit wackelnder Waffe in der unteren Bildschirmhälfte herum, bei Rennspielen sehe ich mein Auto von hinten oder sitze seit dem HD-Zeitalter im schmucken Cockpit mit den virtuellen Händen am Lenkrad.
Warum sich gefühlt immer mehr Hersteller dem gestellten und damit irreführenden Screenshot zuwenden, ist mir ein Rätsel. Denken sie, dass 'echte' Bilder den Spieler überfordern? Schreibt es gar das Games-Marketing-Handbuch für Profis und solche, die es werden wollen so vor? Das Argument 'Unsere Grafikengine ist noch nicht fertig, daher sehen Screenshots aus Spielerperspektive nicht repräsentativ aus' lasse ich nicht gelten. In der Regel werden alle von den Herstellern zur Verfügung gestellten Bilder digital frisiert, zwar meistens in einem noch akzeptablen Rahmen, aber immerhin. Das würde bei 'echten Szenefotos' auch funktionieren.
Die Frage, die sich mir nun stellt: Was bin ich? Ein Erbsen zählender Journalist – denn schließlich ist es nicht so wichtig, was auf Screenshots zu sehen ist. Oder: ein zu Recht meckernder Gamer aus der repräsentativen Masse, die sich an irreführenden Bildern schon lange stört. Klärt mich auf!

Test Drive Unlimited 2 (Rennspiel)

Guitar Hero III (Musik)

Call of Duty: Black Ops (Ego-Shooter)

Crysis 2 (Ego-Shooter)

Halo 3: ODST (Ego-Shooter)
Eigentlich müsste ich Kazunori Yamauchi und seinem Polyphony-Digital-Entwicklerteam die digitale Pest an den Hals wünschen. Wie oft hieß es, Gran Turismo 5 kommt am Soundsovielten in die Läden – nur um kurz darauf wieder verschoben zu werden?
Adventure-Koryphäe Tim Schafer (siehe Foto rechts) werkelt derzeit fleißig an der Fertigstellung von Brütal Legend, das am 16. Oktober für PS3 und Xbox 360 erscheint.
Ende April flog ich nach Monte Carlo, um Capcoms kommende Spiele unter die Lupe zu nehmen. Software-Entwicklungschef und Mega Man-Erfinder Keiji Inafune (Foto rechts) ließ bei der Veranstaltung keine Gelegenheit aus, für die "Verwestlichung" japanischer Spiele zu plädieren.
Entwickler Capcom ist mit Street Fighter IV ein Kunststück gelungen: Sie veröffentlichten in einem von dreidimensionalen Spielen dominierten Markt ein 2D-Beat'em-Up und haben damit auch noch weltweit Erfolg – Respekt!

Resident Evil 5 ist ein klasse Spiel, darum will es in der Redaktion auch jeder zocken. Vier Redakteure haben es sich gekrallt und durchgespielt – ihre Meinungen und den XXL-Test lest Ihr in der nächsten M! Games (ab 27. Februar im Handel).
Neulich in der Redaktion: Kollege und Rennspiel-Experte Thomas Stuchlik hockt gedankenversunken vor der HD-Glotze und dreht virtuelle Runden bei Ataris Race Pro. Ich setze mich zu ihm auf die Couch und gucke gespannt auf den TV – schließlich handelt es sich um das erste Konsolenspiel der GTR-Macher Simbin, die einen exzellenten Ruf bei Simulations-Fans genießen.
Noch drei Wochen bis zum Weihnachtsschmaus mit der Familie und vier Wochen bis zur rauschenden Silvester-Party. Doch was anziehen? Hemd und Loch-Jeans? Oder besser den Anzug, den man bei der Hochzeit des besten Kumpels anno dazumal getragen hat? Retro wäre er immerhin...
Ich sage: Zeigt Flagge und schnappt Euch je nach Anlass ein stylisches Shirt mit Videospiel-Motiv. Mittlerweile bieten diverse Händler eine breite Palette an Games-Klamotten an, die mit den oftmals peinlichen Exemplaren von vor ein paar Jahren nichts mehr gemein haben.