Habt Ihr das auch mitbekommen? In diesem Jahr wurde erstmals ein Lied aus einem Spiel für den Grammy-Musikpreis nominiert. Zwar ist Christopher Tins Baba Yetu aus dem PC-Hit Civilization IV schon etwas älter, doch die südafrikanische Gospelnummer geht noch immer gut ins Ohr. Doch warum hat das so lange gedauert, bis die Verantwortlichen auf Zockermusik aufmerksam wurden? Seit vielen Jahren gibt es in Videospielen mitreißende Kompositionen und traumhaft schöne Lieder. Zusammen mit meinen Kollegen habe ich mich auf die Suche nach unvergesslichen Songs gemacht – Instrumentalstücke lassen wir dabei außen vor – es gibt einfach zu viele davon.
UPDATE: Der Nominierte hat gewonnen! Am 13. Februar 2011 wurde Baba Yetu als bestes Instrumental-Arrangement mit begleitenden Vokalisten ausgezeichnet. Für Publisher Take 2 ein Grund zum Feiern, für uns Anlass, den Sieger und weitere Highlights noch einmal auszugrabenl
Los geht's mit dem Gewinnertitel!
Christopher Tin – Baba Yetu (Civilization IV):
Schon auf der ersten PlayStation gab es eine Reihe von Spielen, die sich mit markanten Melodien oder witzigen Texten in unsere Gehörgänge gefressen haben. Unvergesslich natürlich Soul Blade – das erste Spiel, das ich mir damals für die PlayStation gekauft habe.
Intro (Soul Blade):
Neben Soul Blade ist mir bis heute auch ein äußerst witziges Gitarrenstück aus dem sauschweren, wunderschönen Jump'n'Run Skull Monkeys in Erinnerung geblieben – achtet auf den Text!
Terry Scott Taylor – Little Bonus Room (Skull Monkeys):
Auf Empfehlung meines Kollegen Tobias darf auch das abgedrehte PSone-Adventure Discworld 2 nicht fehlen, schließlich gibt hier Monty-Python-Mitglied Eric Idle als Tod ein Ständchen zum Besten:
Eric Idle – That's Death (Discworld 2):
Wir bleiben noch immer in der PSone-Ära, immerhin hatte die Final Fantasy-Reihe schon vor Teil 13 und Leona Lewis poppige Melodien mit Hitcharakter mit Gesang im Angebot. Schmalzig? Sicherlich. Süß? Auch. Trotzdem schön!
Faye Wong – Eyes on me (Final Fantasy VIII):
Bei der Auswahl des folgenden Stückes habe ich lange mit mir gerungen, schließlich bietet jeder Teil der Metal Gear Solid-Serie eingängige Songs – vom Bond-inspirierten Snake Eater aus Teil 3 über die Streicher-Version von Here's to you in Teil 4 aus der Feder der Folk-Ikone Joan Baez bis zur schmissigen J-Pop-Nummer Love Deterrent im Handheld-Epos Peace Walker. Doch ich entscheide mich für den Klassiker aus dem ersten Teil, weil er mir damals in der Endsequenz so nahe ging.
Aoife Nà Fhearraigh – The Best is yet to come (Metal Gear Solid):
Etwas weniger elegisch und schwermütig ging es wenige Jahre später auf dem N64 zur Sache. Die inbrünstige Kot-Arie des singenden Fäkalklumpen aus Conker's Bad Fur Day wird auf ewig unvergessen sein. Dass dabei der Text außerordentlich gewitzt ausfällt, sollte angesichts der provokanten Inszenierung nicht übersehen werden.
Sloprano – The Great Mighty Poo Song (Conker's Bad Fur Day):
Gefühlvoller wird es in der PS2-Ära, in der wir ebenfalls ein paar wunderschöne Vertreter gesungenen Liedgutes aufspüren. Los geht's mit finnischem Poprock von Poets of the Fall, die in diesem Jahr auch Alan Wake mit ihrem musikalischen Schaffen bereicherten.
Poets of the Fall – Late Goodbye (Max Payne 2: The Fall of Max Payne):
Nicht minder gefühlvoll, mitreißend und hitverdächtig sind seit jeher die Soundtracks der Silent Hill-Reihe. Seit dem dritten Teil finden sich auf diesen nicht nur schräge Industrial-Noise-Collagen, sondern auch rockige Nummern mit gelegentlichem Trip-Hop-Einschlag. Aus der Vielzahl feiner Songs, die mal von Mary Elizabeth McGlynn, mal von Joe Romersa intoniert werden, greifen wir exemplarisch ein Lied des dritten Teils heraus – weil am Ende das Mandolinen-Intro des ersten Spiels wieder aufgegriffen wird und so ein schöner thematischer Bogen gespannt wird.
Joe Romersa – Hometown (Silent Hill 3):
Auch auf aktuellen Konsolen finden sich Beispiele, die mehr Beachtung durchaus verdient hätten. Ich schätze beispielsweise die Arbeit des französischen Komponisten Olivier Deriviere sehr. Der hat nicht nur die beiden ObsCure-Horrorgames genial vertont, sondern auch das überambitionierte Alone in the Dark. Man mag vom Spiel halten, was man möchte – der Soundtrack ist klasse. Und wenn bei folgendem Musikstück Held Edward Carnby im Auto vor der finsteren Macht flüchtet, während ganze Straßenzüge zu Bruch gehen, dann verfehlt die Szene kaum ihre Wirkung.
Olivier Deriviere – Who am I (Alone in the Dark):
Den meisten Spielern unvergessen dürfte jedoch folgendes Liedchen aus der Feder von Jonathan Coulton sein.
Ellen McLain – Still Alive (Portal):
Damit beende ich meinen Streifzug durch die Videospielmusik. Freilich ließen sich noch zahlreiche Lizenztracks, Instrumentalstücke oder Gastauftritte wie der von In Extremo in Gothic oder jener der deutschen Metal-Barden von Blind Guardian in Sacred 2 nennen.
Doch das überlasse ich Euch. Welche Lieder mit Gesang sind Eurer Meinung nach hitverdächtig und hätten die Aufmerksamkeit des Mainstreams verdient? Diskutiert mit!

Der so genannte Uncanny Valley-Effekt beschreibt ein sonderbares Phänomen. Nähert sich die Qualität der Darstellung künstlicher Figuren, etwa in Videospielen oder animierten Filmen, einem bestimmten Niveau, fällt plötzlich die bis dahin erreichte Glaubwürdigkeit ab. Das Gesehene wird als unecht wahrgenommen und der Betrachter abgestoßen. Vielleicht kennt Ihr das Problem aus Filmen wie Final Fantasy: Die Mächte in Dir oder Spielen wie Heavy Rain – es sind die kleinen Details, die nicht stimmen: falsche Augenfalten, starre Pupillen, fehlender Glanz in den Augen. Derartiges stört für manche Betrachter bzw. Spieler die Identifikation mit dem Spielcharakter. Hingegen wirken bewusst unrealistisch gehaltene Charaktere wie Cowboy Woody (Toy Story) oder die sexy Na'vi Neytiri (Avatar) deutlich glaubwürdiger.
Bislang ist mir kein Spiel mit realistischem Ansatz begegnet, das mich diesbezüglich überzeugen konnte. Im grafisch famosen Far Cry 2 blickten meine Gesprächspartner durch mich hindurch, Pupillen mancher Assassin's Creed II-Charaktere ließen exzessiven Drogenkonsum vermuten, selbst das ambitionierte Heavy Rain hat mich dahingehend ebenso wenig überzeugt, wie das aufwändig mittels Facial Capturing erstellte Call of Duty: Black Ops.
Doch nun ist ein Kandidat am Horizont aufgetaucht, der meine Bedenken zerstreuen und Videospiele in Sachen Glaubwürdigkeit auf ein neues Niveau hieven könnte. Seht Euch folgendes Video an und staunt mit mir. Wenn dahinter mehr als nur ein Hype stehen und die Qualität der Animationen im fertigen Spiel wirklich diese Qualität erreichen sollte, dann haben Team Bondi und Rockstar mit L.A. Noire eine Revolution in der Mache.
Wie steht Ihr zu diesem Thema? Fühlt Ihr Euch durch fehlerhafte Details gestört und aus der Spielwelt geworfen oder fallen Euch derartige Kleinigkeiten gar nicht auf?

Vielleicht ist es Euch auch schon aufgefallen: In letzter Zeit häufen sich Ankündigungen und Veröffentlichungen von HD-Neuauflagen alter PS2- und Multiplattform-Spiele. Damit greifen Hersteller auf einen großen Fundus hochkarätiger Software zurück, die mit vergleichsweise geringem Finanz- und Arbeitsaufwand Next-Gen-tauglich gemacht werden kann.
Es begann mit der God of War-Collection, in der nächsten M! Games (ab 29.12. im Handel) findet Ihr Tests zu den überarbeiteten Trilogien von Sly Raccoon und Prince of Persia. Und im kommenden Jahr folgen nicht nur die Ico & Shadow of the Colossus-Remakes. Nein, auch Sam Fisher kehrt zurück! Ubisoft bestätigte nun die Gerüchte, dass an einer High-Def-Runderneuerung der drei Schleichabenteuer gearbeitet werde. Ob der Heimlichtuer künftig auch in 3D von Schatten zu Schatten huscht, ist noch genauso unklar, wie der exakte Termin.
Wir sind von den bisherigen Ergebnissen der Aufhübsch-Aktionen noch nicht überzeugt. Bei God of War wurden lediglich Spielszenen schön gerechnet, Zwischensequenzen bleiben niedrig aufgelöst und sind im Direktvergleich geradezu hässlich. Auch die Prince of Persia-Trilogie ist kein Ausbund an Schönheit, Sly Raccoon hingegen erweist sich als schmucker Hüpfer. Die kürzlich angekündigte Tomb Raider Trilogy (maniac.de berichtete) erweist sich ebenfalls als fragwürdiges Paket, schließlich befinden sich nicht etwa die ersten drei PSone-Episoden auf der Disk, sondern die bereits für Xbox 360 erhältlichen Ableger Anniversary, Legends und Underworld, letzteres erschien sogar bereits für PS3.
Doch weshalb sollte man zu den neuen HD-Versionen greifen? Will ich Sands of Time spielen, lege ich die Prinzen-Trilogie für PS2 ein oder greife gleich zum Original. Es ist rückblickend betrachtet schon ein kluger Zug von Sony gewesen, die Abwärtskompatibilität der PS3 zu unterbinden. Wo kämen wir denn hin, wenn jeder alte PS2-Spiele nach Belieben in die neue Konsole einlegen könnte. Mitnichten, das Spiel muss nochmals gekauft werden, möchte man nicht die eingestaubte PS2 aus dem Schrank holen (oder gar erst eine erwerben). Ich für meinen Teil lege keinen gesteigerten Wert auf HD-Remakes. Metal Gear Solid 3: Snake Eater sieht heute noch genauso famos aus, wie Ubisofts verschmähtes Abenteuer-Highlight Beyond Good & Evil – schärfere Texturen machen die Spiele in meinen Augen nicht hübscher geschweige denn besser. Im Gegenteil: Silent Hill Homecoming bietet knackscharfe Grafiken, macht aber durch die glatte HD-Optik atmosphärisch gegen Silent Hill 2 keinen Stich, Teil 3 wiederum sieht heute noch besser aus als das diesjährige Shattered Memories-Experiment auf Wii. Allein ein HD-Update der Xbox-360-Shooter Halo 3, ODST und Reach würde ich durchaus begrüßen.
Kollege Oliver hingegen wünscht sich HD-Updates der R-Type- und Gradius-Reihen, auch eine Ultimate Resident Evil Collection fände er spannend. Alle Zombie-Episoden auf einer Disk – das hätte schon was. Auch die gesammelten Oddworld-Werke oder alle fünf Onimusha-Episoden fänden die Kollegen reizvoll, ein knackscharfes Devil May Cry ebenfalls. Und während Matthias von Shenmue 1 + 2 in 1080p-Optik träumt, sehnt sich Tobias nach rasanten HD-Burnout-Runden.
Doch wie steht Ihr zu HD-Neuauflagen und welches wäre Euer Wunschkandidat für eine audiovisuelle Frischzellenkur?
Bei einem meiner letzten Ausflüge ins stets unterhaltsame YouTube-Land habe ich ein höchst amüsantes Video entdeckt. Es zeigt einen Ausschnitt eines Online-Matches in Call of Duty: Black Ops, in dem der Spieler einen schier unglaublichen Glückstreffer landet – seht's Euch an.
Mir war bislang ein derartiger Glückstreffer nicht gegönnt, doch was war Euer größter Triumph beim Spielen mit menschlichen Gegnern? Diskutiert mit!
Hüpfspiele rund um die Mario-Brüder sind ohnehin nicht gerade einfach zu meistern und fordern Jung und Alt mit knackigen Geschicklichkeits- und Timing-Passagen. Doch neulich habe ich ein bereits etwas älteres YouTube-Video aufgespürt, dass dem Wörtchen "anspruchsvoll" eine neue Bedeutung gibt. Nein, eigentlich ist Super Mario Forever schlicht und ergreifend sauschwer. 2007 verbreiteten pfiffige Heimdesigner den fordernden Hack von Super Mario Bros., der mittlerweile zu großer Popularität gelangte. Das folgende Video zeigt einen immer wieder scheiternden Spieler am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Die zur Schau gestellte Hartnäckigkeit brachte ihm bis dato immerhin rund 12,5 Millionen Besucher ein.
Neben dem nimmermüden Streben und Scheitern des Spielers in obigem Video gibt es längst auch frustresistente Profis, die im selben Abschnitt einen Speedrun hinlegen. Das ist nicht minder beeindruckend, wenngleich Euch hier zahlreiche Gemeinheiten des Leveldesigns verborgen bleiben. Ein sehenswertes Video findet Ihr beispielsweise hinter diesem Link!
Super Mario Forever macht meines Erachtens einen noch schwereren Eindruck wie die ohnehin beinharten Asshole Mario Clips, von denen es bei YouTube etliche zu finden gibt. Unter anderem dieses:
Am 14. Oktober veröffentlicht Electronic Arts den Ego-Shooter Medal of Honor. Wegen spielbarer Taliban und einer fragwürdigen Hubschrauber-Mission geistert das Gewaltspiel seit geraumer Zeit durch Gaming-Gazetten, doch gestern Abend sorgte der Hersteller für eine kleine Sensation in Form einer ungewöhnlichen Pressemitteilung. Ein ausgiebiges Brainstorming mit meinem Kollegen Tobias führte zu der Erkenntnis, dass wir beide eine derartige Mitteilung noch nie gesehen hatten.
Anscheinend hat sich EAs PR-Abteilung an das letztjährige Activision-Debakel erinnert und beschlossen, davon zu profitieren. Wir erinnern uns: Call of Duty: Modern Warfare 2 wurde vom Hersteller als ungeschnitten angepriesen, was sich schnell als dreiste Lüge offenbarte – maniac.de berichtete da und dort. Die Pressemitteilung aus dem Hause Electronic Arts besagt nämlich, dass das Kriegsspiel in Deutschland geschnitten erscheinen wird. Die Meldung geht sogar noch weiter: Sie listet auf, welche Kürzungen vorgenommen werden mussten und verweist darauf, dass die österreichische Uncut-Version in Deutschland zu beziehen sein wird.
Das ist vorbildlich und verdient mein Lob – denn dafür, dass überhaupt etwas entfernt werden musste, kann EA Deutschland natürlich nichts.
Es folgt die leicht gekürzte (Kontaktdaten entfernt) Pressemeldung zu Medal of Honor.
PRESSEMELDUNG - Medal of Honor erscheint in Deutschland geschnitten - Version in Österreich unverändert - Zur sofortigen Veröffentlichung
PEGI-Version in Österreich wird unverändert veröffentlicht
Medal of Honor erscheint in Deutschland geschnitten
Köln, 16. September 2010 – Medal of Honor für PlayStation 3, Xbox 360 und PC hat von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) die Einstufung 18+ (keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG) erhalten und wird am 14. Oktober 2010 mit leichten Modifikationen veröffentlicht.
Die in Österreich erhältliche PEGI-Version ist von den Änderungen unberührt, und ist auch über Handelspartner in Deutschland zu beziehen.
Um die USK-Freigabe ab 18 zu erhalten, waren moderate Änderungen nötig, die jedoch ausschließlich die Single-Player-Kampagne betreffen. Der Multiplayer-Modus erscheint unverändert.
Die Änderungen des Single-Player-Modus beinhalten im Folgenden:
- Die grafische Darstellung der Waffengewalt wurde entschärft und verhindert das Abtrennen von Körperteilen durch Treffer
- Der Ragdoll-Effekt bei Leichen wurde ausgeschaltet
- Das grafische Feedback bei Kopftreffern wurde entschärft und ist bezüglich des Realismusgrades weniger explizit
Medal of Honor verlässt, zum ersten Mal in seiner elfjährigen Geschichte, das Szenario des 2. Weltkrieges und betritt den Schauplatz des aktuellen Afghanistans. Betrachtet durch die Augen einer kleinen Gruppe fiktiver Charaktere wird den Spielern der Tier 1 Operator vorgestellt. Der Tier 1 Operator ist ein Elitesoldat und relativ unbekanntes Instrument des amerikanischen Militärs, der besonders schwere Einsätze bewältigt.
Die Einzelspielerkampagne von Medal of Honor wird in Los Angeles von Electronic Arts in enger Zusammenarbeit mit Tier 1-Agenten der U.S. Special Operations Community entwickelt, um eine möglichst realistische Darstellung des modernen Kriegsgeschehens zu erschaffen. Zur Ergänzung der Einzelspielererfahrung hat EALA die Mehrspieler-Experten von EA Digital Illusions CE AB (DICE) mit ins Boot geholt.
Medal of Honor erscheint am 14. Oktober 2010 für PlayStation3, Xbox 360 und PC.
Weitere Informationen finden Sie auf www.medalofhonor.de.

Für Sammler gelten eigene Regeln, die bei Außenstehenden ungläubiges Kopfschütteln oder gar Unverständnis hervorrufen. Selbst ich als Insider wundere mich bisweilen über fein modellierte Action-Figuren und anderes Merchandise, das bis zum Sankt-Nimmerleinstag in der Schachtel bleibt, welche wiederum nicht aus der transparenten Schutzfolie genommen wird, um die heilige Mint-Frische zu bewahren.
Auch die deutsche Videospiel-Industrie hat mittlerweile erkannt, dass mit dem Unbedingt-haben-will-Trieb eine Menge Geld zu verdienen ist. Deshalb sind mittlerweile auch hierzulande Special Editions, limitierte Auflagen oder wie die meist teureren Verpackungen und Inhalte auch immer heißen mögen, an der Tagesordnung. Doch oftmals entpuppt sich diese Fassade als Mogelpackung – vor allem im Vergleich zu den USA oder Japan, wo großzügig ausgestattete Sammlerauflagen wie die zum oben abgebildeten Handheld-Titel Okamiden (wohlgemerkt: Handheld!!!) Zockerherzen höher schlagen lassen. Wenn hierzulande jedoch beispielsweise der famose Soundtrack zu Assassin's Creed II nicht auf einer CD beiliegt, sondern nur in Auszügen und dazu umständlich als DVD, oder wenn Batman: Arkham Asylum Kunden eine vernünftige Plastikhülle fürs Spiel vorenthält, dann fühlen sich deutsche Sammler veralbert. Auch Download-Soundtracks wie bei God of War III sind schäbig! Da lobe ich mir Activision, die mich durch CoD: Modern Warfare 2 und bald auch CoD: Black Ops nach und nach mit Voyeuristen-Zubehör versorgen – das Nachtsichtgerät habe ich bereits, im November kommt ein fernsteuerbares Vehikel mit Kamera dazu. Was folgt im nächsten Jahr? Ein aufblasbarer Ghillie-Tarnanzug, um unbemerkt im Gebüsch zu hocken? Statt Yps heißt es nun eben Call of Duty – mit Gimmick!
Doch ich schweife ab: Deutsche Sammler werden nicht für voll genommen, das war und ist mein Problem. Und neben verhunzten Special Editions ist ihnen ein weiteres Thema ist ihnen ein Dorn im Auge, wie uns Leserzuschriften immer wieder bestätigen: die USK-Siegel auf den Hüllen! Diese sind mittlerweile deutlich größer als noch vor ein paar Jahren, hübscher sind sie dadurch allerdings nicht geworden. Deshalb hat sich beizeiten ein kluger Mensch gedacht: "Hey, Papier hat doch zwei Seiten. Lasst uns Wendecover erfinden!" Die Filmindustrie hat's mittlerweile begriffen, auch im Spielesektor ist ausnahmsweise mal Sony vorne mit dabei und diverse andere Hersteller nehmen sich allmählich daran ein Beispiel. Cover aus der Hülle fummeln, umdrehen – und weg ist der hässliche Stempel!
Klingt ganz einfach und sollte problemlos machbar sein, doch die Realität zeichnet ein anderes Bild. Das beweist Halo Reach. Als das fertige Spiel nämlich die Redaktion erreichte, sorgte die Verpackung für fassungsloses Staunen und hämisches Grinsen. Es ist in Ordnung, auf dem Wendecover das Xbox-Logo weg zu lassen (über den fehlenden Hinweis auf der Spine kann man streiten). Es ist auch okay, auf den lächerlichen "100% uncut"-Schritzug zu verzichten, schließlich impliziert "uncut", also "ungeschnitten" ja bereits, dass nichts fehlt – was soll die 100%-Angabe noch? Es ist zudem zulässig, auf der Front den Bildausschnitt des Covermotivs zu verändern, um den frei gewordenen Platz zu bedecken.
Doch aus welchem Grund, warum, wieso und nicht zuletzt: WESHALB streicht Microsoft auf der Rückseite Strichcodes und Rechtsgeblubber ersatzlos und verändert den Bildausschnitt nicht? Übrig bleibt eine schwarze Fläche ohne Konzept, Sinn und Verstand, die obendrein auch noch hässlich ist. Würde ich Halo mögen, käme ich mir von Microsoft ziemlich veralbert vor. Deutsche Produktdesigner haben somit noch einen langen Weg vor sich...
Oder was meint Ihr?


Seit Wochen spiele ich Metal Gear Solid: Peace Walker und selbstverständlich darf auch im neuesten PSP-Ableger gegen Ende eine ordentliche Portion Patriotismus nicht fehlen. Auch auf der diesjährigen E3 ist mir im Zusammenhang mit diversen Kriegsballereien heimatverbundenes Geplärr aufgefallen – die Amis stehen halt einfach drauf. Ich hingegen mag so etwas an und für sich überhaupt nicht, vor allem dann nicht, wenn mir die Vaterlandsliebe mit markigen Sprüchen, schwülstigen Melodien und zu viel Ernsthaftigkeit untergejubelt werden soll. Doch zumindest ein unterhaltsames Gedankenspiel resultierte aus der zur Schau gestellten Leidenschaft für die Heimat: Wer sind eigentlich die patriotischsten Videospielcharaktere?
Es folgt die redaktionsinterne Top 10 der Pixel- und Polygon-Patrioten!
Platz 10:
Edward Falcon (Power Stone)
Edward Falcon ist nicht nur Hauptcharakter der Power Stone-Serie, sondern auch ein echter Gentleman. Außerdem ist der Faustkämpfer mit dem Union Jack auf dem roten Fliegeroverall ein Engländer, wie er im Buche steht – davon zeugt auch die Tatsache, dass er einen Butler hat (obwohl der nur in der Animeserie zum Spiel auftaucht).
Wir haben drei weitere Fakten zu Edward Falcon auf Lager: Sein Vater heißt Pride Falcon und ist in Power Stone 2 spielbar. Edwards roter Doppeldecker, mit dem er im Abspann von Teil 1 gen Horizont fliegt, hört auf den Namen 'Hockenheim'. Und im japanischen Original hieß Edward Falcon noch Edward Fokker. So, jetzt wisst Ihr Bescheid.
Platz 9:
Joe Higashi (King of Fighters)
Joe Higashi, Fatal Fury- und King of Fighters-Veteran, ist bekannt für seine Wirbelwind-Attacken und knallharten Muay-Thai-Schläge.
Obwohl er einen Großteil seines virtuellen Lebens in Thailand verbracht hat, verleugnet er seine japanische Herkunft nicht – im Gegenteil: Er trägt das Symbol der aufgehenden Sonne stolz auf seinem Stirnband.
Platz 8:
Vic Viper (Gradius)
Stellvertretend für all die unzähligen einsamen Krieger in Kampfraumschiffen, mit denen wir in den letzten Jahrzehnten Planeten, Völker und Galaxien vor außerirdischen Mächten gerettet haben, küren wir die Vic Viper mit Patriotismus-Lorbeeren. Immerhin rettet der Gleiter nicht lediglich eine bestimmte Nation, sondern gleich den kompletten Heimatplaneten Gradius vor den einfallenden Bakterianern. Diese Leistung ist uns immerhin Rang 8 wert.
Platz 7:
Liberty Prime (Fallout 3)
"Gegenüber dem Kommunismus ist der Tod eine willkommene Alternative!" Liberty Prime aus Fallout 3 steht mit Laserblick und Mini-Atombomben für Amerika ein und hilft Euch beim finalen Kampf gegen die Enklave. Gut, dass wir auf Seiten der stählernen Bruderschaft mit dem Blechkoloss in die Schlacht ziehen. Während wir uns das Massaker in Ruhe anschauen, bleibt von unseren Gegnern nur ein Haufen Asche zurück: "Kommunist auf amerikanischem Boden entdeckt. Tödliche Gewalt wird angewandt."
Richtig so!
Platz 6:
Captain Price (Call of Duty 4: Modern Warfare)
In Call of Duty wimmelt es seit jeher von kampfgeilen Vaterlandsverteidigern, die sich mit markigen Sprüchen über ihre Gegner stellen. So wissen wir seit World at War immerhin, dass der Japaner ein verschlagenes Tier ist, das sich arglistig auf Bäumen versteckt, Modern Warfare 2 hingegen lehrte uns, dass die USA die größte Streitmacht der Welt hat und rundum einfach eine coole Truppe ist. Doch interessanterweise ist John Price Brite und wendet sich irgendwann gegen einen US-General, der doppeltes Spiel treibt. Im Vordergrund steht für Price die gerechte Sache und der Schutz der Zivilbevölkerung – dafür nimmt das Motörhead-Look-alike sogar eine Auszeit im russischen Gulag in Kauf. Ebenfalls interessant: Auch in anderen Call of Duty-Titeln taucht ein Soldat gleichen Namens auf.
Platz 5:
Duke Nukem (Duke Nukem 3D)
Außerirdische Schweine greifen die Erde an und der muskelbepackte Blondschopf Duke setzt sich zur Wehr – an seiner Seite die US-Flagge, eine Zigarre, jede Menge Waffen und dickbusige Mädels.
Dank seines hohen Kultfaktors darf der ironisch überspitzte Stereotyp eines US-amerikanischen Actionhelden nicht in dieser Liste fehlen – "Hail to the king, baby!"
Platz 4:
Guile (Street Fighter II)
Ein Soldat der US Air Force mit Flattop und US-Flaggen auf den Oberarmen? Guile ist ein sicherer Kandidat für unsere Top 10, schließlich kämpft der Beat'em-Up-Veteran seit 1991 gegen Widersacher zahlreicher Nationen. Ein genauer Blick verrät, dass Guile Heimatland und Familie verlässt, um sich an M. Bison für den Tod seines Kameraden Charlie zu rächen – dieses Ehrgefühl unter Soldaten zeichnet Guile aus, zudem setzt der Konflikt Guile vs. Bison auf mittlerweile überholte Ost-West-Klischees: Ein ultraamerikanischer Soldat im Kampf gegen einen russisch anmutenden Fiesling.
Platz 3:
Zangief (Street Fighter II)
Im Gegensatz zu M. Bison ist Zangief tatsächlich Russe und er trägt seine Vaterlandsliebe und körperliche Überlegenheit mit Stolz zur Schau. Wer nämlich Street Fighter II durchspielt, freut sich in der Endsequenz darüber, wie der sibirische Bär mit dem ehemaligen sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow Kasatschok tanzt.
Platz 2:
Captain America (Marvel Ultimate Alliance, Marvel vs. Capcom)
Der Marvel Superheld trägt seine Heimat nicht nur im Namen, auch sein Kostüm und der Schild sind an das Aussehen der US-Flagge angelehnt. 1941 debütierte der kostümierte Steven Rogers, der zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ausgemustert wird. Weil er seinem Land dennoch dienen möchte, meldet er sich als Freiwilliger für ein Regierungsexperiment. Mithilfe eines Supersoldatenserums erlangt er außerordentliche körperliche Kräfte, die Captain America bis heute nicht nur gegen Nazis und Kommunisten, sondern auch in mehreren Videospielen anwandte. Was 1987 mit Captain America Defies The Doom Tube für Amstrad CPC, ZX Spectrum und C64 begann, wird 2011 mit Marvel vs. Capcom 3 seinen vorläufigen Höhepunkt erreichen – auch mit einem weiteren Ableger der Marvel Ultimate Alliance-Reihe rechnen wir.
Platz 1:
The Boss (Metal Gear Solid 3: Snake Eater)
Der größte Patriot der Videospielgeschichte ist eine Frau. The Boss feierte Ihr Debüt 2004 in Metal Gear Solid 3: Snake Eater, wo sie am Ende auch gleich wieder starb – durch die Hand ihres geliebten Schülers Jack alias Snake. Was The Boss so patriotisch macht, ist die Tatsache – so will es die komplexe Geschichte – dass sie nicht nur Gesundheit und Leben ihrem Heimatland USA opferte, sondern auch Ehre und Andenken. Weil nämlich im Rahmen der Virtuous Mission zu Spielbeginn der russische Oberst Volgin einen amerikanischen Nuklearsprengsatz auf Russland abfeuert, lässt sich The Boss als Überläuferin und Verräterin brandmarken, die die USA zur Beschwichtigung Russlands zur Strecke bringen will. Die Drecksarbeit übernimmt Snake, der sich im Anschluss daran von CIA und USA abwendet und einen Söldnerstaat ohne Land gründet.
Auch die Hintergrundgeschichte von The Boss ist gespickt mit dramatischen Ereignissen – im Rahmen des Mercury-Seven-Projekts war sie beispielsweise der erste Amerikaner im All, Russlands Konkurrent Juri Gagarin war jedoch früher dran, weshalb ihre Existenz und das leidlich erfolgreiche Projekt aus den Unterlagen getilgt wurde. Ihr wollt mehr wissen? In Metal Gear Solid: Peace Walker erfahrt Ihr alles, was Ihr nach Teil 3 wissen möchtet.
So, jetzt seid Ihr dran! Welche patriotischen Videospielhelden oder auch Schurken kennt Ihr oder vermisst Ihr in unserer Top 10?

Ich hatte heute einen tollen Tag mit meinem Kollegen Matthias in Los Angeles. Wir haben die kalifornische Metropole erkundet, Zockerläden unsicher gemacht und ausgiebig geshoppt. Und wir waren auf der Weltpremiere von Project Natal, das jetzt Kinect heißt. Doch halt: Hier endete mein toller Tag, dabei fing alles ganz vielversprechend an. Wir fuhren mit dem Bus zum Galen Center, wo ringsherum Polizei und Sicherheitskräfte die Straßen abgesperrt hatten. Vom Bus aus konnten wir schon eine gigantische Menschenmenge sehen, die den Vergleich mit Hollywoods Filmpremieren nicht scheuen musste. Selbst Entwicklergrößen wie Hideo Kojima waren zugegen, den wir artig grüßten. Unterdessen las vor mir Tomonobu Itagaki E-Mails auf seinem iPhone, grüßte wiederum mich artig und wartete brav auf den Einlass.
Bereits vor der Halle wiesen Microsofts Stimmungsmacher die Anwesenden an, kräftig für die Kamera zu jubeln. Wie unpassend, weshalb wir uns auf Professionalität besannen und zielstrebig das Galen Center betraten. Drinnen der erste Schock: Fotoapparate und Kameras waren verboten, bei Zuwiderhandlung drohte Microsoft die Konfiszierung der Ausrüstung sowie Platzverweis an. Weshalb waren wir als Pressevertreter nochmal gekommen? Ein Rätsel, das den nächsten Schock überdauerte: Die anwesenden Gäste wurden aufgefordert, weiße Kutten überzustreifen, die mit ausladenden Schulterpolstern den Eindruck Football spielender Gespenster weckten. Warum? Das konnte und wollte mir niemand verraten.
In einer riesigen Halle tummelten sich an die 1000 Leute, die ebenfalls gespannt der Dinge harrten, die da kommen sollten. Artisten des Cirque de Soleil tanzten und wollten Stimmung mit albernen Einlagen verbreiten, Freiwillige, die dabei mitmachten, mussten die Darsteller jedoch mühevoll aus der Menge zerren - der Funke wollte nicht recht überspringen.
Dann hörte die Clownerei endlich auf und es folgte eine schier endlos lange Wartezeit und Unmut machte sich breit. Irgendwann ging Musik los, Artisten bahnten sich den Weg durch die Menge und ein durchaus eindrucksvoller künstlicher Elefant mit eingebautem Bildschirm im Oberschenkel stolzierte durch die Menge. Nett.
Doch worum ging es hier eigentlich? Ach ja: Eine mysteriöse Stimme aus dem Off faselte etwas von Evolution und dass der Spieler nun der Controller sei. Nun begann eine Show, in deren Zentrum der endgültige Name der bislang als Project Natal bezeichneten Bewegungssteuerung für Xbox 360 stand: Kinect - ein wenig einprägsamer Worthybrid aus "Connect" und "Kinetic".
Vor uns befand sich in einigen Metern Höhe ein freischwebendes Wohnzimmer mit weißem Rahmen. Darin saß eine gecastete Frohsinnsfamilie, die quälend langwierig und erschreckend peinlich spielte. Erst noch mit Controller, doch bald mit der neuen Kinect-Technik. Ab hier überschlugen sich die Peinlichkeiten im Minutentakt. Auf großen Leinwänden waren Szenen aus Kameo und einem Fun-Racer zu sehen, bald auch ein Familiensportspiel, wie es Wii-Spieler schon seit vier Jahren kennen. Leider hat Microsoft hierbei großzügig geschummelt, denn die Bewegungen auf Schirm und beim Spieler waren höchst asynchron, mitunter agierte der Avatar noch vor dem Spielenden. Hmm... Darüber hinaus waren auf den Leinwänden die Frontansichten der Spielfamilie zu sehen, doch im Hintergrund regierte Schwarz, wo eigentlich die Leinwand der Halle zu sehen gewesen sein müsste. Welch plumpe Schummelei. Auf dem Niveau der Hugo-Show von Tele 5 ging es weiter, als der Sohn der Daddelsippe im Schlauchboot Punkte sammelte und Hindernissen auswich. Doch warum bewegte sich das Boot nach links, als der Knabe nach rechts auswich?
Lange Rede, kurzer Sinn: Der Show fehlte es an Dramaturgie und Timing. Die gezeigten Szenen waren zu lang, zu repetitiv und ohne Witz. Selbst als ein putziger Tiger in einer virtuellen Landschaft herumtollte und sich prompt am Bildschirm abstützte, dachte ich nur an EyePet und Nintendogs. Auch das unscharfe Video an der Decke begeisterte mich nicht, die finale Botschaft dieses millionenschweren Budenzaubers machte mich lachen: "Everybody wins, what a great day". Unser Fazit zu dieser Veranstaltung hingegen muss lauten: Seit Kevin Costners Waterworld hat niemand mehr so effektvoll solche Unsummen versenkt. Epic Fail, Microsoft!
P.S.: Was die einzelnen Produkte betrifft, die via Kinect spielbar sind: Sobald wir selbst Hand anlegen können, erfahrt Ihr mehr. Ach ja, die weißen Gewänder dienten zur schicken Untermalung der Show, denn die Schulterpolster leuchteten auf Kommando mal grün, mal bläulich. Nett anzusehen, mehr aber nicht.
Bereits vor ein paar Wochen habe ich hier meine Eindrücke zum Neutrons Cinemasters 2010 geschildert. Obwohl ich im Verlauf des Turniers zum Verkaufsstart von Super Street Fighter IV nur auf die Fresse bekommen habe, hatte ich dort eine Menge Spaß. Heute machte mich Cinemasters-Veranstalter und Neutrons-Clanspieler Tony Couchi darauf aufmerksam, dass die an diesem Abend aufgenommenen Bilder in eine rund 15-minütige Dokumentation flossen, die Ihr ab sofort am Ende dieser Meldung ansehen könnt – in zwei Teilen. Weitere Videos, beispielsweise vom Finale bestaunt Ihr hingegen auf dem YouTube-Kanal der Neutrons.