Das schönste, derbste und witzigste Jump’n’Run hat seine Macken, und davon nicht gerade wenige: Technik ist bei mir eigentlich zweitrangig, aber die zahlreichen haarsträubenden Clippingfehler stören das Gesamtbild. Außerdem sträubt sich die Kamera teilweise, von ihrem unübersichtlichen Standpunkt wegzukommen. Auch beim Spieldesign hapert’s: Heute will der Spieler nicht mehr planlos durch die Gegend hopsen – konkrete Hilfestellungen fehlen vielfach. Am meisten Nerven kosten jedoch die ‘Bezahle Betrag X damit ich dich durchlasse’-Stellen. Letztere gehören heute nicht mehr zum guten Hüpf-Ton. Doch genug gemeckert: Rare trumpft nicht nur mit wunderschöner Edeloptik auf, sondern erfreut Hüpf-Fanaten mit kniffligen Sprungpassagen, ausgefeilten Rätseln und dem witzigsten Charakter-Ensemble der Videospielgeschichte. Der typisch britische Humor für Erwachsene sorgt zudem für diverse Lachattacken und das durchgeknallte Leveldesign sucht seinesgleichen. Schade nur, dass Rare die oben erwähnten Mängel in der Neuauflage nicht verbesserte. Dann hätte der frivole Nager sogar am Hüpfthron von Nintendos Klempner gerüttelt.
86 |
Aufpolierte Version des superben N64-Hüpfers – inklusive für heutige Maßstäbe unsinniger Stellen. |