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Agarest: Generations of War Zero (Test)
System PS3    Genre Strategie    Entwickler Idea Factory    Hersteller Ghostlight    USK 12

Erinnert sich noch jemand an Agarest: Generations of War? Das bot zwar reichlich taktische Tiefe, hatte aber mit einer nüchternen Präsen­tation sowie dem Fokus auf allzu offensichtlichen Fan-Service zu kämpfen. Trotzdem fand der Titel wohl einige Käufer im Westen – und so bringt Publisher Ghostlight auch den Nachfolger Agarest: Generations of War Zero nach Europa. Der Titel deutet es an: Die Zero-Episode ist eigentlich ein Prequel; sie spielt 1.000 Jahre vor den Ereignissen des Erstlings, trotzdem dürfen Besitzer des Vorgängers vor Beginn ihre Durchspiel-Daten importieren.
Schnell wird klar, dass Entwickler Idea Factory an den meisten Tugenden des Erstlings festhält: Die Grafik in den komplexen Taktik-Szenen ist immer noch ausgesprochen mager. Dafür werden die aufwändigen Frisuren, die großen Augen und natürlich die bebenden Oberweiten der weiblichen Figuren umso detaillierter dargestellt. Die ­Kämpfe betrachtet Ihr von schräg oben, auf die Höhenunterschiede eines ­Tactics Ogre wird bei ­Agarest allerdings konsequent verzichtet. Wenn Ihr nicht gerade in den ­rundenbasierten Taktik-Kämpfen mit komplexen ­Manövern und unter Berücksichtigung Eures Verhältnisses zu den Mitstreitern Monster verhaut, folgt Ihr der klassischen Fantasy-Handlung und macht Euren Kameradinnen schöne Augen.
An bestimmten Punkten setzt die Handlung auf große Zeitsprünge – Ihr schlüpft fortan in die Rolle des Sohnes Eures vorherigen Helden und der zu diesem Zeitpunkt kompatibelsten Mitstreiterin. Das bringt Abwechslung ins Geschehen und ­verleiht dem japanischen Fantasy-Abenteuer einen willkommenen Hauch von Größe. tn

+ Möglichkeit des Imports von Daten aus Agarest: Generations of War
+ schön gezeichnete Charakterportraits

- schwache Grafik
- sehr spezifisch, lange Einarbeitungszeit

Thomas Nickel meint: Der Erstling Agarest: Generations of War machte durch ein fast unangenehmes Maß an eindeutigen Zweideutigkeiten von sich reden,­ für den Nachfolger wurde der Peinlichkeitsfaktor zum Glück ein wenig zurückgeschraubt. Dafür ist die Grafik immer noch spektakulär unspekta­kulär. Wer dran bleibt und sich ver­beißt, findet eine Menge taktischen Anspruch – die Anfangshürde ist aber wie schon im Erstling hoch. Keine Frage: ­Agarest Zero bleibt mit seiner rein japanischen Sprachausgabe und dem langsamen Spieltempo kein Spiel für das Mainstream-Publikum, sondern richtet sich an einen kleinen Kreis von Genre-Fans. Freunde rundenbasierter Iso-Schlachten mit einem Klecks Dating-Einschlag bekommen eine Menge geboten – wenn sie bereit sind, sich einzuarbeiten.

70
M Wer ein Faible für Iso-Taktik und Anime-Fantasy mitbringt, wird gut versorgt – der Rest hat bessere Alternativen. M
M!-Rating 70 von 100       Grafik 4 von 10       Sound 6 von 10       Singleplayer 7 von 10       Multiplayer 0 von 10
Region PAL      Test erschienen in der M! Games 11 / 2011      Seite 67      Redakteur tn
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