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Battlefield 3 (Test)
System PS3    System 360    Genre Ego-Shooter    Entwickler Digital Illusions    Hersteller Electronic Arts    USK 18

Um sich mit dem Shooter-­Giganten Call of Duty zu messen, bestückte der schwedische Entwickler DICE seine Militär-Ballerei erstmals mit einer Solo-Kampagne. Diese Ehre wurde in der Vergangenheit nur den beiden Bad Company-Spin-offs zuteil, die sich durch ihren Humor angenehm vom bierernsten Hardcore-Patriotismus des Activision-Spiels abhoben. Ganz anders Battle­field 3: Es regiert militärischer ­Befehlston, für Scherze ist keine Zeit. Und nicht nur hier orientieren sich die Entwickler am Genre-Primus: Während der knapp sechs Stunden dauernden Kampagne mimt Ihr neben einer Handvoll Protagonisten hauptsächlich Sergeant Blackburn, der während eines Verhörs Einsätze aus der Vergangenheit nacherzählt (siehe Black Ops) und versucht, die CIA vor einem Bombenanschlag zu warnen. Dazu gesellen sich eine Atombombenexplosion, eine Live-Exekution und eine Flugmission, die frappierend an den viel diskutierten ’Tod von oben’-Einsatz erinnert ­(siehe Modern Warfare).

Ist Battlefield 3 also ein reiner CoD-Abklatsch? Nicht ganz. Patriotische Parolen sind eher die Ausnahme und das Spiel erlaubt sich nachdenkliche Momente, wenn Ihr etwa in der gleißenden ­Wüstensonne sehnsüchtig den Glücksbringer ­Eures Sohnes betrachtet. Wenn Euch dann aber wieder Kugeln um die Ohren pfeifen, versiegt die Träne im Knopfloch schnell. Im Gefecht liefert die Kampagne, in der Ihr auch in einen Jet und einen Panzer steigt, eine gemischte Leistung ab. Einerseits sind die Atmosphäre erstklassig und die Schießereien fordernd, bereits auf normaler Schwierigkeitsstufe sterbt Ihr sehr schnell. Andererseits stören lahme Quick-Time-Events und sehr eng gesteckte unsichtbare Levelgrenzen das Bild. Kommt Ihr wenige Meter vom vorbestimmten Pfad ab, wird das Bild grau und Ihr habt nur einen kurzen Moment Zeit, wieder in den Schlauch zu rennen, den die Entwickler Euch zugestehen. Auch in Sachen Dramaturgie muss DICE nachsitzen. Wäre die audiovisuelle Präsentation nicht so beeindruckend, unsere Kinnlade hätte sich kaum nach unten bewegt.

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Region PAL      Test erschienen in der M! Games 13 / 2011      Seite 52      Redakteur tk
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