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Call of Duty: Black Ops (Test)
System Wii    Genre Ego-Shooter    Entwickler Treyarch    Hersteller Activision    USK 18

2009 gab es für Wii-Besitzer keine Umsetzung der jährlich neuen CoD-Sause – statt Modern Warfare 2 wurde der Vorgänger Modern Warfare portiert. Schluss mit der Benach­teiligung: In diesem Jahr räumen die Black Ops-Soldaten auch auf Nintendos SD-Konsole auf. Natürlich ohne 60 Bilder pro Sekunde, dafür mit Ruckelanfällen und Matschtexturen im Tornister. Dennoch kann sich die Fassung im Vergleich mit anderen Wii-Shootern sehen lassen. Und: Anstatt einer abgespeckten Version erhaltet Ihr ­nahezu dieselbe Kampagne wie Xbox-360- und PS3-Ballermeister.

Lediglich an wenigen Stellen änderte Treyarch den Spielablauf geringfügig: So feuert Ihr zum Beispiel beim Ausbruch in Workuta nicht mit einem Katapult auf Wachtürme, sondern per Armbrust auf andere Gebäude. Die Steuerung mittels Nunchuk und Remote ist zwar vielfältig konfigurierbar, fühlt sich aber weniger intuitiv und genau an als z.B. in GoldenEye 007. Dafür dürft Ihr auf Wunsch auch mit Zapper oder Classic-Controller spielen. Wie in der HD-­Version erwartet Euch eine etwa sechsstündige Krachbum-­Kampagne, die Euch spielerisch aber nur ­wenig Freiheiten lässt. Viel Mühe haben sich die Entwickler mit dem Mehrspieler-Modus gegeben: Wii-Spieler erhalten beinahe das gleiche geniale Online-Action-Paket wie HD-Zocker. Ihr fetzt über 14 klug designte Karten, erballert Killstreak-Belohnungen, steigt Level um Level auf, schaltet Waffen wie Ausrüstungsgegenstände frei und seid dabei vor allem eines: irre motiviert! Sogar der neue Trainings-­Modus ist enthalten – übt gegen KI-Bots für die echte Schlacht.

Zwar läuft der Online-Part flüssiger als viele Szenen der Kampagne – HD-verwöhnte Zocker wundern sich aber schon mal, wenn sie aufgrund eines Bildraten-Tiefs häufiger vorbei­schießen. Auf einer kleinen Map wie Nuketown ärgerten wir uns über häufigen Respawn in Feindesnähe – hier sind die Programmroutinen auf den großen Konsolen scheinbar besser. Verzichten müssen Wii-Spieler auf die praktische Killcam, die nach dem Tod zeigt, wer Euch wie und von wo aus erledigt hat. Zudem fehlt der Kino-Modus – CoD-Karte, Wett-­Matches und zig andere Varianten sind aber dabei.

 

+ gigantischer Online-Modus – fast wie bei den Großen
+ Steuerung mustergültig konfigurierbar

- Solo-Modus auf Wii wegen der SD-Grafik unspektakulärer
- sehr eingeschränkte Levels


Matthias Schmid meint: Im Solomodus fallen die spielerischen Unzulänglichkeiten noch stärker auf als in den HD-Fassungen – Ruckler und grobe Texturen lassen die geskripteten Actionszenen weniger cineastisch wirken. Wem elaborierte Shooter-Einlagen wichtiger sind als Explosionen, der fährt mit GoldenEye 007 besser. Der Online-Modus hat mich dafür äußerst positiv überrascht – Hut ab, dass Treyarch fast alle großartigen Features auf den Wii übertragen konnte. Allerdings habe ich das Gefühl, dass aufgrund von Rucklern, viel Kantenflimmern und der weniger akkuraten Steuerung das generelle Niveau geringer ist.

77
M Solisten werden ordentlich unterhalten, haben aber bessere Wii-Alternativen. Online-Zocker wurden nie besser bedient. M
M!-Rating 77 von 100       Grafik 7 von 10       Sound 8 von 10       Singleplayer 7 von 10       Multiplayer 9 von 10
Jahr 2011      Region PAL      Test erschienen in der M! Games 02 / 2011      Redakteur ms
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