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Call of Duty: World at War (Test)
System PS3    System 360    Genre Ego-Shooter    Entwickler Treyarch    Hersteller Activision    USK 18

Philip Ulc meint:
World at War bietet mir zu wenig Eigenes, und wenn, dann wirkt es schlecht umgesetzt: Der Flammenwerfer ist zu stark, die Panzermission ein spielerischer Witz, der Schleicheinsatz aus dem Vorgänger geklaut. Mir fehlt das storytechnische Drumherum – die Missionen sind lose miteinander verknüpft, der Entwickler setzt darauf, dass ich im Geschichtsunterricht aufgepasst habe. Der Grundtenor des bombastisch inszenierten Weltkrieges ist Rache und Vaterlandsstolz. Wüste Feindbeschimpfungen im Sekundentakt sind daher gängige Alltagssprache im nachgestellten Pazifik-Krieg – befremdlich. Zumindest ist nach sieben Stunden reiner Spielzeit der Spuk vorbei.

Michael Herde meint:
Der Online-Modus sowie die gelungen umgesetzte Splitscreen-Kampagne sind fantastisch, technisch ist das Spiel eine Wucht. Es reißt Euch mit, schüttelt Euch durch und lässt Euch mit ­Schwindel und Ohrensausen zurück. Doch plant nicht, die eng gesteckten Pfade zu verlassen! Was die Entwickler nicht wollen, geht nicht. Okay, die höheren Schwierigkeitsgrade lassen ohnehin keine Zeit zum Erkunden. Nervig sind aber die unausgewogenen Granaten und teils lahme Waffen. Der Flammenwerfer wiederum ist dermaßen stark, dass er mir in jeder Sekunde, in der ich ihn benutze, klar macht, wie geil die Entwickler anscheinend Krieg finden. Nicht, dass es diesen Hinweis noch gebraucht hätte.

Matthias Schmid meint:
Wahnsinn! Die Action ist derart bombastisch in Szene gesetzt, dass die dümmliche Kriegstreiberei der US-Entwickler schnell in den Hintergrund tritt. Steuerung: tadellos. Grafik: genial. Spieltempo: hoch. Mit dem Flammenwerfer HD-Feinde abzufackeln, ist harter Tobak – schlafende Soldaten zu erschießen (wie in Call of Duty 4) aber nicht weniger verwerflich. Der Mehrspieler-Modus wird mich wieder für Monate fesseln: Die zerbombten Maps sehen klasse aus, das Aufleveln macht Laune­ und die Möglichkeit, Schäferhunde loszuschicken, ist ein toller Einfall.

84
M Hirn aus, Feuer frei: Die moralisch fragwürdige Solo-Kampagne reißt mit, der Online-Modus überzeugt auf ganzer Linie. M
M!-Rating 84 von 100       Grafik 9 von 10       Sound 9 von 10       Singleplayer 8 von 10       Multiplayer 10 von 10
Jahr 2008      Region PAL      Test erschienen in der M! Games 01 / 2009      Seite 54      Redakteur mh
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