
Hip-Hop-Stücke sind selten in den üblichen Karaoke-Games wie SingStar oder Lips, dabei sind Rap und R‘n‘B in den USA und Europa so erfolgreich wie wenige andere Musikstile. Hier klafft also eine Marktlücke. Die will Def Jam Rapstar schließen! Der Ablauf eines Songs orientiert sich an der Konkurrenz: Im Hintergrund läuft das Video, dazu wird der Text eingeblendet und Ihr lasst Eure Stimme erklingen. Bei den wenigen Gesangspassagen gibt der typische Höhen-Balken die Stimmlage vor, viel häufiger aber weist ein hüpfender Punkt den richtigen Rap-Rhythmus. Doch Vorsicht: Wer einen Song nicht oder nur ungefähr kennt, der ist total aufgeschmissen – die komplexen, unerwarteten Rhythmen und raschen Wortabfolgen sind ein ganz anderes Kaliber als ein Pop-Nümmerchen bei SingStar. Helfer in der Not sind die Lyrics in Textform und die manchen Fehler verzeihende Bewertung – mit Murmeln könnt Ihr Euch oft durchschummeln, Klopfer aufs Mikro enttarnt das Programm.
Im Party-Modus steht Euch von Beginn fast die gesamte Tracklist offen – jagt allein Highscores oder rappt mit bzw. gegen Eure Kumpels. Einige Zusatz-Tracks ohne Text laden zu Freestyle-Raps ein – hier zeigen sich Hobby-Wortakrobaten von ihrer besten Seite. Solide, aber einfallslos ist der Karriere-Part: Mit guten Leistungen erspielt Ihr Mikrofone und reimt Euch durch mehrere Karriere-Phasen – kleine Sonderprüfungen lockern den Alltag auf. Wer Xbox-Kamera oder PlayStation Eye anschließt, betritt die Community-Welt: Schneidet 30-Sekunden-Clips mit, fügt Effekte hinzu, ladet sie hoch, bewertet Videos, findet Freunde oder fordert andere Reimer zum Battle. Die 45 Lieder umfassende Trackliste besteht aus 35 US-Tracks und 10 deutschen Stücken. Von Snoops ”Gin and Juice” und Dres ”Nuthin But A ’G’ Thang” über NAS‘ ”Hate Me Now” bis hin zu Kanye Wests ”Stronger” und Lil Jons ”Get Low” sind zahllose Knaller-Tracks dabei. In Deutschland bounct Ihr u.a. mit Azad, Das Bo, Deichkind, Savas und Curse.
+ sehr sehr starke Trackliste
+ wie immer gilt: Mehrspieler-Karaoke = top
+ pfiffige Community-Features
- viele Lieder sehr anspruchsvoll zu rappen
- Karrieremodus etwas uninspiriert
Matthias Schmid meint: Def Jam Rapstar ist für Hip-Hop-Fans ein konkurrenzlos derber Karaoke-Spaß. Umso ärgerlicher sind die um Schimpfworte gekürzten Texte – das finde ich besch***en. Dafür rocken, pardon rappen die Community-Features und Eure Leistungen werden weitgehend korrekt bewertet. Toll, dass zehn deutsche Tracks am Start sind – schade, dass dafür u.a. Lil‘ Kim und Twista in den USA bleiben. Natürlich wären auch Nummern von Xzibit und Eminem toll gewesen. Zum Schluss ein persönlicher Motzer: Azad hat viele starke Tracks – warum ist die schnulzige Chartnummer ”Prison Break Anthem“ dabei?
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Gelungenes Straßen-Karaoke mit Schönheitsfehlern, dafür aber fetter Tracklist und spannenden Community-Features. |