
Im Fahrwasser von Matthias' reichlich diskutierter Auseinandersetzung mit Activisions virtueller Geschlechterpolitik sorgte die Meldung um Jade Raymond und den Ausbau von Ubisofts Toronto-Studio ebenfalls für ordentlich Gesprächsstoff. Schließlich ist die Videospielindustrie ein überwiegend von Männern dominierter Spielplatz. Böse Zungen behaupten sogar, Jades Führungsposition wäre bloß plumpe PR-Taktik, um die Aufmerksamkeit der an Testosteron überbrodelnden Zockerwelt auf sich zu ziehen. Frauen am Schalten und Walten in der Videospielindustrie? Gibt es das wirklich? Wer einen Abstecher in die Geschichte unseres Hobbys macht, kommt schnell zu der eindeutigen Erkenntnis: Ja!
Da gibt es z.B. Roberta Williams, die 1979 zusammen mit ihrem Ehemann Ken den Entwickler On-Line Systems gründete, später bekannt unter dem Namen Sierra On-Line bzw. Sierra Entertainment. Williams ist damit Ziehmutter vieler kultiger Adventure-Titel wie z.B. Al Lowes Leisure Suit Larry-Reihe oder den King's Quest-Spielen, an denen sie bis Teil VII sogar selbst programmierte. Bei dem Larry-Vorgänger Softporn Adventure posierte sie sogar auf dem Cover (Bild rechts, ganz rechts) – man kann wohl in den meisten Fällen froh darüber sein, dass sich männliche Kollegen daran kein Beispiel genommen haben.
Doch auch im Shooter-Genre fühlt sich das weibliche Geschlecht schon lange wohl. So zeichnet sich z.B. für das lange in Deutschland indizierte River Raid auch eine Frau verantwortlich. Carol Shaw programmierte das Shoot'em up 1982 für Activision.
Mie Kumagai (Bild links) arbeitete seit 1993 nicht nur als Produzentin für Segas Hitmacher AM3 (heutzutage passenderweise bekannt unter dem Namen Hitmaker) und hat so ihren Teil zu Arcade-Perlen wie Virtua Tennis und Crazy Taxi beigetragen, sie wurde 2003 sogar zu Präsidentin des Studios ernannt. Auch wenn das japanische Geschäftswesen für alles andere als Gleichberechtigung unter den Geschlechtern bekannt ist, beschäftigt gerade die japanische Videospielindustrie mehr Frauen als die westliche Konkurrenz. Dass Videospiele in Nippon schon weitaus länger mit der Alltags-Kultur als im Westen verwoben sind, spielt hier sicherlich eine Rolle.
Aber auch im Westen gibt es Beispiele jenseits der üblichen Tätigkeiten im PR- oder Marketing-Bereich. Und ich beziehe mich jetzt einmal nicht auf Jade Raymond (und nutzte es auch nicht als Möglichkeit ein Bild von ihr zu posten). Wenn es eine Frau gibt, die in den letzten Jahren Zockerherzen zum Glühen gebracht hat (und zwar durch die Qualität der Spiele), dann ist das wohl Amy Henning (Bild rechts).
Die Amerikanerin verhalf in den späten 90ern Crystal Dynamics und der Legacy of Kain-Reihe zu großem Ruhm. Nach der Mitarbeit am Erstling Blood Omen hielt sie bei den Nachfolgern Soul Reaver, Soul Reaver 2 und Defiance als Autorin, Produzentin und Game Director alle Fäden in der Hand. Die komplexen und erfrischend andersartigen Geschichten rund um Obervampir Kain, Racheengel Raziel und deren Kampf gegen die Kräfte des Schicksal begeistern noch heute.
Endgültig an die Spitze der aktuellen Entwickler-Elite katapultierte sich Henning mit ihrem Wechsel zu Naughty Dog und der Veröffentlichung von Uncharted: Drakes Schicksal. Nicht nur überwachte sie als Kopf der Produktion den kreativen Entstehungsprozess von Nathan Drakes erster Schatzsuche und dem Nachfolger Uncharted 2: Among Thieves, die Abenteuer des flapsigen Glücksritters stammen auch aus ihrer Feder.
Jade Raymond und Amy Henning sind nicht die einzigen Frauen hinter Blockbuster-Produktionen wie Assassin's Creed und Uncharted. Während den meisten Gamern schon jetzt bei jedem neuen Detail zu Deus Ex: Human Revolution der Sabber auf's Joypad tropft, wissen vielleicht die wenigsten, dass auch an Square-Enix' Cyberpunk-Opus eine Frau werkelt. Mary DeMerle ist die leitende Autorin hinter dem Plot um Protagonist Adam Jensen und schreibt seit mehreren Jahren an der Geschichte.
Videospiel-Entwicklerinnen arbeiten heutzutage an der ersten Designfront und das nicht nur bei Ponyhof- und Schuhladen-Simulationen, wie so mancher Couch-Macho gerne behaupten würde. Und gerade das beliebte (aber inzwischen auch arg ausgelutschte) Action-Genre könnte einen gewissen femininen Touch vielleicht ganz gut vertragen. Schließlich bewies Film-Regisseurin Kathryn Bigelow (Bild unten) mit Tödliches Kommando – The Hurt Locker dieses Jahr bei den Oscars nicht nur, dass eine Frau auch einen packenden Kriegsfilm inszenieren kann, sondern führte der Männerwelt vor, wie echtes Testosteron-Kino aussehen kann.
Kommentare
Jade Raymond ist doch total überbewertet, da kann ich Amy Henning weit mehr abgewinnen - gerade was die Legacy of Kain-Serie angeht.
"The Deadly Feast, Baby!"
Meinen Respekt an Amy Henning für das Mitwirken an dem von mir so geliebten LoK!
"Wenn es unerlässlich ist, muss der gesamte Planet in Blut getränkt sein ! "
"Kain , ruf deine Hunde , hier wartet ein Leichenschmaus auf sie !"
"The Heart of Darkness" ... hach das war toll...
Omg^^
Deathcore ist eine Musikrichtung, die sich anhört als schlüge man ein sterbendes Schwein mit wahnsinniger Geschwindigkeit auf eine Mülltonne.
und jetzt? ist doch logisch das es in der videospielbranche wichtige weibliche kräfte gibt...wie übrigens in jeder branche! die zeiten der emazipationskämpfe sind doch seit den 90ern vorbei und auch alice schwarzer setzt sich langsam aber sicher zur ruhe. was wollt ihr dem geneigten leser also mit dem artikel sagen?
Das Leben ist ein Spiel! Ein scheiss Spiel....................aber geile Grafik!
*hust*
"Da gibt es z.B. Roberts Williams, die 1979 zusammen mit ihrem Ehemann Ken den Entwickler On-Line Systems gründete, ..."
Freudscher Verschreiber?
Von Ulrich zu einem Schurken des M! Games Forums ernannt ... und stolz drauf!
http://www.youtube.com/user/NightwatcherReview
War Skies of Arcadia nicht auch von einer Frau?
Wenn ja, fehlt das in der Liste. Es ist mein Lieblings-Japano-Rollenspiel, diese Pseudo-Schwermütigkeit eines Final Fantasy oder Lost Odyssey geht mir auf den Keks, obwohl ich sie gerne spiele.
oh ja Skies of Arcadia ist das beste RPG aller Zeiten. Mit klarem Abstand.
Oh! Ein Eichhörnchen!
@ Nightrain:
Danke. Der Name ist in der Hinsicht aber auch fies. "Freud'scher Fingerverrutscher" trifft es da eher. ;)
skies of arcadia war richtig gut (hab aber nur die gc fassung gespielt :P) aber bestes rpg aller zeiten ist natürlich geschmacks sache^^
@Saldek: WORD!
Ohne Frauen geht es eben einfach nicht. Wenn ich mir da die Sitcom Big Bang Theory von Chuck Lorre angucke (klar, ist kein Spiel, aber für mein Beispiel trotzdem ausreichend). In dieser Sitcom wird besonders Penny ausgezeichnet als Frau dargestellt. Sie kann sich zwar nicht in Sachen IQ mit den Sheldon, Lennard und Konsorten messen, dennoch schafft sie es immer wieder ausgezeichnet auf menschlicher Ebene mit diesen "Nerds" umzugehen. Und wem haben wir das zu verdanken?: Der Frau von Chuck Lorre die ebenfalls mit an der Serie arbeitet.
Kurz gesagt, auch in der Videospielbranche ist es wie im richtigen Leben, ohne Frau ist eben mau (hoho, es reimt sich).
Ich wusste auch gar nicht, dass Amy Henning an der Legacy of Kain Reihe beteiligt war, coole Sache das =)
In Soviet Russia, Tager Crushes you!
Zeldas Wiegenlied...so schöne Version ;_;
Die Produzentin der Phantasy Star Games ist auch eine Frau ^^
Atari brought Videogames to Life, Nintendo brought them back from hell and Sony Killed them.
Suikoden ebenfalls
@funatic:
wenn du dich das wirklich fragst, dann les doch mal den artikel auf der dieser hier die antwort darstellt. da wirste sehen wieso dieser artikel hier nötig ist.
Mein Hang zum Perfektionismus ist ein zweischneidiges Schwert... :-o
Mensch, der Vreen lebt ja noch.
Deine Diskusion vorallen mit den Trieforce-Finder waren ja sehr unterhaltsam (im deinen von dir ja schon benanten Beitrag).
Mal gucken wie es Diesesmal läuft ;)
da läuft dieses mal nicht mehr viel. mein urlaub ist vorbei und in meinem normalen alltag hab ich meistens besseres zu tun als mich mit irgendwelchen deppen im internet rumzustreiten.
Mein Hang zum Perfektionismus ist ein zweischneidiges Schwert... :-o
Och, Schade!
Aber vlt. geht trotzdem Was.
@ Hakumen
Ich fande auch die LoK extrem gut.
"Kain wird vergöttert. Die Clans erzählen sich Legenden über ihn, nur wenige kennen die Wahrheit" Raziel -Intro Soul Reaver
Ich muss aber ganz ehrlich sagen,dass ich nie gedacht hätte, dass die Story von LoK von einer Frau geschrieben wurde.
Also ich hätte im Urlaub besseres zu tun...
Und mit Deppen rumstreiten - freiwillig - würde ich auch nicht...
Aber bei manchen Menschen fängt der Streit mit dem Deppen ja schon morgens vorm Spiegel an.
@ramazotti
Autsch!
"The Deadly Feast, Baby!"
@ramazotti
Wenn Zwei sich streiten, ...
Ich streite nicht. Das Leben ist zu kurz.
Ist nur meine bescheidene Meinung und eine nicht personenbezogene und wertfreie Feststellung...........
hier muss irgendwo ein nest sein...
Mein Hang zum Perfektionismus ist ein zweischneidiges Schwert... :-o
Ein Rudel voller Deppen hier Vreen, kennste doch...
@vreen du meinst sicher den artikel über jade redmond oder? naja ich fand die reaktionen auf den aber nicht falsch! jade ist eindeutig eine person die von Ubisoft gezielt als PR-masche eingesetzt wird. allzugross sind ihre verdienste an spielen bis jetzt noch nicht! ABER das bedeutet ja nicht das hunderte wenn nicht gar tausende von weiblichen programmiererninnen, art-designerinnen,leveldesignerinnen oder storyschreiberinnen nicht einen grossen teil dazu beitragen das wir kontinuierlich guten spielenachschub bekommen. nur ist das für mich einfach völlig klar und ich fand es befremdlich das jemand der meinung ist das mit einem artikel erklären zu müssen! es glaubt doch heutzutage auch niemand mehr das autos nur noch von männern gebaut werden! find den artikel von daher fast schon etwas peinlich.
Das Leben ist ein Spiel! Ein scheiss Spiel....................aber geile Grafik!
Ich hab es schon im Raymond-Thread selbst geschrieben:
"Der Massenmarkt, um den es primär geht um wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen, wird mit 100%iger Sicherheit nie, aber auch niemals, irgendwen in Verbindung mit dem Namen Jade Raymond bringen können."
Marketing/PR-Relevanz = Null.
Wenn man sie als "PR-Waffe" einsetzen wollte, dann gäbe es kostengünstigere Varianten.
Frau Raymond wird nämlich ein mehr als ordentliches Jahresgehalt verdienen. Und das bestimmt nicht wegen ihrer schönen Augen oder aus fadenscheinigen PR-Gründen (siehe oben), sondern aufgrund ihrer fachlichen Qualitäten. Über die man streiten kann. Aber das ist ein anderes Thema.
@Funatic
NEIN!!!!
Peinlich ist der Artikel nicht.
Frauen waren und sind nachwievor einfach die Minderheit bei der Spieleindustrie.
Natürlich, wenn man sich alle Games die jemals "gemacht wurden" betrachtet, findet man die ein oder andere Frau aber insgesamt sind sie einfach nicht stark vertreten und deshalb ist auch dieser Artikel berechtigt, wie ich finde
@funatic:den artikel mein ich nicht, ich mein frauenverbot in activisonspielen
Mein Hang zum Perfektionismus ist ein zweischneidiges Schwert... :-o
Während man ne Tasse Kaffe trinkt und bevor man auf den Markt geht, sorgt dieser Spruch bzw. diese Lebensweisheit (bei mir zumindest) für gute Laune. Werde ich mir merken. Danke, rama =)
@Funatic: Im Grunde nach hast du ja recht. Es ist schon etwas komisch zu denken "Hey, bei dem Spiel hat ja eine Frau mitgearbeitet". Trotzdem erhasche ich mich bei dem Gedanken schon noch sehr oft. Dies hat einfach den Grund, dass der Videospielmarkt im Abnehmerbereich sehr stark von der männlichen Spielerschaft vertreten ist. Wenn ich da die Frauen in meinem Freundeskreis betrachte, zocken diese (bis auf eine Ausnahme) alle nur Casual-Kram. Deswegen finde ich es klasse, dass gerade viele und vor allem sehr gute Spiele von Frauen erdacht und auch produziert wurden.
In Soviet Russia, Tager Crushes you!
Zeldas Wiegenlied...so schöne Version ;_;
@kuruno aber es ist doch völlig logisch das in diesem sektor mehr männer als frauen arbeiten weil sich für das thema videospiele einfach mehr männer als frauen interessieren! soll ich deshalb jetzt nen artikel über männer schreiben die in der parfümbranche arbeiten? ich versteh den sinn einfach nicht.
@vreen der artikel über das frauenverbot in activisionspielen hat aber mal gar nichts mit diesem artikel zu tun! dort geht es doch darum das es weniger weibliche spielcharactere geben soll. das bedeutet doch nicht das es dadurch weniger oder keine frauen gibt die an videospielen mitarbeiten! sehe da keinen bezug zwischen den beiden artikeln.
Das Leben ist ein Spiel! Ein scheiss Spiel....................aber geile Grafik!
@don currywurst
by the way: scott pilgrim rockt! cooler avatar und das game sei hiermit mal jedem ans herz gelegt!
Das Leben ist ein Spiel! Ein scheiss Spiel....................aber geile Grafik!
Bei dem Artikel bin ich etwas gespalten.
Es ist mir zum einen klar, dass in der Spielebranche mehrere Frauen an teilweise Erfolgreichen Titeln mitgewirkt haben - gerade Amy Henning solllte schon ein Begriff sein - so dass ich auch teilweise dieses Gefühl habe, unnötigerweise belehrt zu werden.
Allerdings ist es doch auch interessant, wer nun genau an welchem Spiel mitgewirkt hat. Das nimmt den weiblichen Designern etwas von der Anonymität, die entsteht, wenn man ihre Anstellung in der Branche aufgrund ihres Geschlechts, und nicht ihrer Leistungen wegen würdigt.
Ein Mann oder eine Frau zu sein, ist erstmal keine besondere Leistung. Das sind wir von Geburt an. Darum wäre auch eine Meldung wie: "20% der Designer sind Frauen" relativ sinnfrei. Die Persönliche Würdigung der Einzelperson und ihres Beitrags in der Branche nicht. Und die ist mMn auch die Basis, auf der dann sekundär die Frage nach dem Geschlecht gestellt werden darf.
@ Kuruno_86
Tut mir leid, dich zu enttäuschen, aber auch ich habe besseres zu tun, als mit jemandem zu diskutieren, der am Ende so tut, als vertrete er die Position, die er angegriffen hat.
Es gibt hier aber auch sonst jede Menge Unterhaltung, Ob jetzt captain carots Musik-Fred oder Ramazottis Intro-Thread bzw seine zum Webfind/Nonsens-Thread mutierte Ankündigung, da findest du schon was.
Ansonsten kannst du ja auch 'ne Runde FFXIII spielen... ;)
http://www.maniac.de/content/der-musik-fred
http://www.maniac.de/content/intros-2nd
http://www.maniac.de/content/ramazzotti-nimmt-den-hut
Death was intrigued. They thought they wanted to be taken out of themselves, and every art humans dreamt up took them further in. He was fascinated.
Ich bin nicht wirklich online. Ich bin nur zu faul, mich abzumelden.