Sega macht Action-Freunden ein Präsent: Im Arcade Hits Pack stecken die Spielhallen-Shooter Gunblade NY (1996) und L.A. Machineguns (1999), die es bislang nicht auf Konsole gab.
Wir starten mit Gunblade NY: Das sieht mit seinen hässlichen bis nicht vorhandenen Texturen, den klobigen Polygon-Objekten und den lachhaften Explosionen wie ein waschechtes Saturn-Spiel an – Retro-Gefühle keimen auf. Die krude Anti-Robo-Terror-Story schickt Euch an Bord eines superwendigen Helikopters durch den Big Apple. Ohne Nachladen (und Nachdenken) ballert Ihr aus allen Rohren durch die Easy- sowie Hard-Areale und stürmt den Score-Attack-Modus. Das Besondere an Gunblade sind Feinde, die sich in Echtzeit unter Euren MG-Salven wegducken, und die bei jedem Durchlauf anderen Pfade, auf denen Euer virtueller Heli durch die Levels düst. Beides sehr ungewöhnlich und erfrischend für einen Rail-Shooter!
L.A. Machineguns sieht optisch wie ein frühes Dreamcast-Spiel aus und entführt Euch an liebevoll ausstaffierte Schauplätze aus dem Westen der USA – in Alcatraz durchsiebt Ihr den weiten Ozean, in Las Vegas freuen sich Sega-Fans über die Sonic Adventure-Leuchtreklame. Die Stärke beider Titel ist das ungewöhnliche Spielgefühl: Anstatt wie in den meisten Lightgun-Shootern mit wenigen akkuraten Einzelschüssen ein Heer langsamer Feinde auszuschalten, hetzt Ihr hier mit dem Fadenkreuz den wendigen Antagonisten hinterher – das erinnert ein wenig an heutige Online-Shooter. Leider spendiert Euch Sega – vom neuen 16:9-Modus und der Online-Rangliste abgesehen – keine Extras wie z.B. Arcade-Flyer. Wie cool wäre z.B. der 2000 auf einer Automatenmesse gezeigte, aber nie veröffentlichte Nachfolger Jet Squadron als Bonusspiel gewesen?
+ hohes Tempo ohne Verschnaufpausen
+ intelligentes Echtzeit-Wegducken der Feinde
+ immer wieder andere 'Kurse' bei Gunblade
- Grafik vor allem bei Gunblade schon sehr retro
- Dauerfinger-Action ohne Taktik
Matthias Schmid meint: Dass Ihr das Fadenkreuz im Gegensatz zu anderen Sega-Shootern auf Wii nicht abschalten könnt, stört nicht – schließlich war das auch in der Spielhalle so. Klar ist die Grafik altbacken, klar vermisse ich die wuchtigen Arcade-Knarren und taktischen Tiefgang. Dafür entschädigen das Höllentempo, die gut eingesetzten Rumble-Effekte und die Online-High-Score-Jagd.
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Dauerfeuer-Duett: tadellos emuliert und erfrischend rasant, grafisch hoffnungslos veraltet und leider ohne coole Extras für Fans. |