Bisher kannte ich die Maniac als objektives Magazin das nicht einfach nachplappert was andere sagen. Der Artikel "Spiele Piraten: Raubkopierer-Report 2010" hat mich nun eines besseren belehrt. Ohne mit der Wimper zu Zucken wird das Original PR Gelaber der GVU zum besten gegeben.
Es fängt damit an das als Grund für die hohen Preise die bösen Raubkopierer schuldig gemacht werden. Glaubt hier irgendjemand auch nur eine Sekunde daran das Spiele billiger wären, würde es keine Kopien mehr geben? Das nennt sich Gewinnmaximierung! Nimm soviel wie du bekommen kannst.
Weiter geht es dann damit das Raubkopierer sich in einer Partei formiert hätten. Die Piratenpartei. An dieser Stelle fing ich an nachzugrübeln ob ich mein Abo kündigen sollte... Seit wann setzt sich die Piratenpartei für die vollständige Aufhebung aller Urheberrechte ein und fordert "Raubkopien" für jedermann? (Achja, jetzt fällt mir wieder ein das die Redaktion der Maniac ja in Süddeutschland sitzt und da wählt man ja traditionell CDU/CSU)
Auch die Verwendung des Unworts "Raubkopierer" spricht nicht gerade für Sachlichkeit. Raub bezeichnet das entwenden einer beweglichen Sache unter Gewalteinwirkung. Ein Spiel (Software) ist keine beweglich Sache und da mir kein Fall bekannt ist das jemand bei Sony & Co mit einer Waffe in das Presswerk marschiert ist um den Master zu klauen ist dies somit nicht zutreffend. Der Begriff ist eine Erfindung der Medienindustrie der eine Tat und damit ein Schuldgefühl suggerieren soll das überhaupt nicht zutrifft. Müsst Ihr so einen Blödsinn auch nach als korrekt verkaufen?
Weiter gelogen wird mit der Behauptung das der Handel mit Flashcards für den Nintendo DS verboten sei. Es ist zwar richtig das Nintendo versucht hat die Händler dieser Karten einzuschüchtern. Verbieten konnten Sie den Handel aber nicht! Ähnlich wie Radarwarner ist der Handel nämlich legal. Außerdem lassen sich diese Module auch für legales einsetzten (Stichwort Homebrew)
Ich möchte keine Debatte über Schaden oder kein Schaden verursacht durch "Raubkopien" lostreten, vermisse hier aber doch massivst die Objektivität und Neutralität. Stellenweise hat man beim lesen des Artikel das Gefühl es handele sich um eine PR Pressemitteilung der GVU. (Damit meine ich natürlich nicht das Interview mit der GVU)
Ehrlich gesagt finde ich es in dem Fall gar nicht schlecht, wenn man überdeutliche Formulierungen wie "Raubkopierer" verwendet.
Zum einen ist es gar nicht mal so falsch, denn irgendjemand in der Raubkopierkette hat gewaltsam Eigentum entfernt (Knacken eines Kopierschutzes und Kopieren/Entwenden des geistigen Eigentums), zum anderen ist das Unrechtsbewusstsein beim Raubkopieren so erschreckend gering, dass es fast nötig ist, mit dem Holzhammer darauf hinzuweisen, dass man Unrecht begeht.
Der Begriff ist in Ordnung und nicht übertrieben. Es schreibt ja niemand etwas von einem Spieleschänder oder so.
Nunja, sachliche und objektive Artikel wären dabei aber hilfreicher. Das Thema ist zwar alleine schon deshalb schwierig, weil man kaum sagen kann, wo wieviel kopiert wird, beim PC gibt´s z.B. Schätzungen von 25% bis 90% Raubkopien pro verkauften Spiel, bei der 360 von 10%-25%, ändert aber nix an der Tatsache, dass die M! als professionelles Mag auch einen richtig professionellen Artikel abliefern sollte.
Btw. Die Preise als Argument sind Blödsinn, DVD´s oder CD´s werden mindestens genau so sehr kopiert.
Und nein, es gibt KEINE Raubkopie. Es gibt die legale und illegale Privatkopie, und wenn ich z.B. unter Linux keinen Kopierschutz umgehen muss ist eine Privatkopie schon legal, es gibt illegale professionelle Kopien und dann noch die illegale Verbreitung urheberrechtlich geschützter Daten über Bittorrent, Filehoster und Co.
Gib einem Mann Feuer, und er hat es einen Tag lang warm. Steck ihn in Brand und er hat es warm für den Rest seines Lebens.
Lesen ist eine intelligente Methode, sich selbst das Denken zu ersparen.
Commander Jeffer: Ich scheiß mir gleich Hosen
Ich bin Mitglied bei der Piratenpartei und habe selbst keine einzige "Raubkopie" von irgendeinem Spiel. Auch habe ich die Piratenpartei nie als "Raubkopiererpartei" wahrgenommen - ganz im Gegensatz zu Herrn Ehrle der für diesen Artikel verantwortlich zu sein scheint. Ich fordere(!) eine Erklärung, wie der Autor zu der Aussage kommt, dass die Piratenpartei aus Raubkopierern besteht, und dieses auch noch als Fakt in einem Artikel veröffentlicht kann.
Was die Piratenpartei angeht wurden die Ziele bezüglich Urheberrechte, Kopieren etc. aber verdammt schwammig formuliert. Z.B. das Ende der Kriminalisierung von Tauschbörsennutzern.
Dagegen ist theoretisch nix einzuwenden, aber mal ernsthaft: geschätzte 90%+ der getauschten Daten sind nunmal nicht zum freien Tausch zugelassen. Man fordert das nichtkommerzielle Kopieren sogar zu fördern, "um die allgemeine Verfügbarkeit" zu verbessern, so wikipedia. Theoretisch super, praktisch weiß jeder was das bedeutet: Kumpel A gibt Kumpel B eine Kopie des Spiels, der CD, was auch immer.
Sowohl Parteiname, als auch Sprachwahl spielen klar auf "Diebstahl" an, ob jetzt ironisch gemeint oder nicht. Die Qualität des Berichts möchte ich aber nicht beurteilen (habe ich auch noch nicht gelesen). Es ist natürlich so das man auch schwammige und doppelgesichtig formulierte Thesen sachlich richtig wiedergeben muss. Eine anschließende persönliche Interpretation dieser Thesen kann ja dennoch erfolgen.
Oh! Ein Eichhörnchen!
Fakt ist in jedem Fall, dass die meisten annoncenabhängigen Medien bei diesem Thema mittlerweile sehr einseitig schreiben. Das bezieht sich nicht nur auf die Maniac, sondern auch auf die ganzen Heimkino, DVD und Musikmagazine.
Einiges ist aus gutem Grund illegal, einiges aber auch immer noch erlaubt und klassische Behauptungen der Marke wir hätten bei 1.000.000 illegalen Downloads 1.000.000 mehr Einheiten verkaufen können ist nunmal absurd. Es kauft eben längst nicht jeder etwas, das er nicht kostenlos bekommt.
P.S.: Die reine Kopierregelung war vor 2003 besser, gut ist, dass das Thema Downloads seitdem geregelt ist.
Gib einem Mann Feuer, und er hat es einen Tag lang warm. Steck ihn in Brand und er hat es warm für den Rest seines Lebens.
Lesen ist eine intelligente Methode, sich selbst das Denken zu ersparen.
Commander Jeffer: Ich scheiß mir gleich Hosen
ich find lustig dass leute durch solche artikel erst richtig auf dumme gedanken kommen. wie hübsch die einzelnen kopierstationen/karten vorgestellt wurden, von mir aus also ein volles: weiter so, ein dummes volk braucht dumme gedanken!
*Haha* Gut durchschaut!
Verkaufstechnisch ist dieser grinsende Totenkopf vom 200-Jubel-Cover ein Geniestreich vom Allerfeinsten :-)
Bei diesem Artikle kommt ´fast´ jeder auf seine Kosten. Weiter so Maniac, da könnt ihr aus dem Vollen schöpfen. Sowohl Kopiergegner gesponsert von der mächtigen Lobby der Industrie wie auch angehende und aufklärungsbedürftige Raubritter werdet ihr hier gerecht. Ein Rundumschlag in alle Richtungen sozusagen! Und alles natürlich unter dem Deckmantel der Journalistischen Aufklärung versteht sich *Zwinker*
Gute Arbeit! Weiter so!
☻
Der Satz um die Formierung der Piratenpartei bezieht sich auf die Gründungsgeschichte der ersten, schwedischen "Piratparti": Diese wurde von Aktivisten der schwedischen Anti-Copyright-Organisation "Piratbyran" (=Piratenbüro) ins Leben gerufen. Selbige Organisation hat zwei Jahre zuvor den berüchtigten Torrent-Tracker "The Pirate Bay" gegründet - und zugegebenermaßen diesen dann in eine separate Gesellschaft ausgelagert.
Über die Ideale und Ziele der deutschen Piratenpartei können und sollen sich alle interessierten Leser mittels der abgedrucken Internet-Adresse informieren.
Gruß,
Oliver Ehrle
Schlecht recherchiert ist der Artikel dennoch. Egal wie schwammig die PiratenPartei ihre Regeln zu Raubkopien/Sicherheitskopien/Dublikaten/KlonSpielen formuliert, diese als Partei hinzustellen, die ausschließlich zum Ziel hat illegale Kopien zu legalisieren und zudem auch noch ohne Ausnahme aus Crackern, Hackern und was weiß ich besteht, ist schon ziemlich unjournalistisch. Und gerade als Medium, das sich immer wieder gegen die Killerspielschreier wehren muss, die dumm irgendwelche hohlen Phrasen nachplappern, die sie von anderen Phrasenplappernden Killerspielschreiern aufgeschnappt haben, sollten sich die Redakteure nicht dazu hinreißen lassen auch irgendwelche Phrasen nachzuplappern. Gerade solche wie sie in den Boulevardmedien verbreitet werden, das wirkt nur sehr plump.
Den größten Teil des Artikels habe ich eher überflogen, zu den interessanten Stellen über die Kopiermodule der Vergangenheit. Überhaupt wäre eine sachliche Zeitlinie über die Geschichte der Raubkopiererei sehr viel spannender gewesen. Genauso wie eine ausführlichere Auflistung von Strafen, sowie ein paar Beispielfälle. So wie der Artikel ist, wirkt er, wie von der GVU und Nintendo gesponsort um möglichen Datendieben Angst zu machen. Womit wir im Prinzip bei einer Allgemeinkriminalisierung der gesamten Leserschaft ankämen... aber das ist jetzt vermutlich etwas weit her geholt. Verzeiht, ich hatte Nachtschicht und muss ins Bett...
ACHJA: Was zum Teufel soll denn jetzt das DS-Modul auf Seite 18 so eindeutig als Raubkopie entlarven? Wo ist das Gütesiegel modifiziert? Wenn es darum geht, dass es oval ist, und in vielen Foren liest man, dass das ein eindeutiges Zeichen ist, so muss ich dem widersprechen. Da es sich eindeutig, an der Alterseinstufung zu erkennen, um ein US Modul handelt, ist es völlig normal, dass es oval ist. Zu sehen hier: http://cgi.ebay.com/NEW-SUPER-MARIO-BROS-NINTENDO-DS-LITE-DSi-GAMES-G-/2... , und nachzulesen hier: http://en.wikipedia.org/wiki/Nintendo .
Hätte eigentlich auffallen müssen, bei den vielen Import Spielen, die in der Redaktion rumliegen... oder aber im Gespräch mit dem Nintendomenschen... Wenn ein anderes Merkmal gemeint war, bitte ich vielmals um Entschuldigung.
Mit "modifizierten Gütesiegeln" sind Namensvariationen (geläufig sind z.B. "Nintindo", "Nlntendo" und "N1ntendo") bzw. Variationen in der Anordnung der Worte (z.B. "Quality Seal" statt "Seal of Quality") gemeint - solche Modifikationen erkennt man tatsächlich fast nur mit der Lupe und nach genauem Studium eines Originalsiegels.
Wenn ich das so alles lese, muss ich mir den Artikel wohl doch nochmal durchlesen ;-)
Hatte zumindest beim ersten Mal (schnell) durchlesen nicht soviel "Sprengkraft" in den Formulierungen gesehen, wobei mir das mit der Piratenpartei auch störend aufgefallen ist. Allerdings war ich der Meinung, dass die übliche Leserschaft zu differenzieren weiß und nicht alles für bare Münze nimmt.
Allgemein sehe ich das Problem der Raubkopien (ja, der Begriff ist eigtl falsch) bei Konsolen-Spielen nicht mehr in dem Maße wie noch in den Konsolen-Generationen davor. Beim PC kann ich es nicht so gut einschätzen, weil ich überwiegend ältere Spiele am PC zocke, falls ich es denn überhaupt mal tue!
Dann wäre ein etwas höher aufgelöstes Bild des Moduls angebracht gewesen. So scheint es sich einfach auf die "Ovalität" (?) zu beziehen...
Das Siegel ist zu kein und verschwommen, um es separat zu fotografieren oder zu scannen - man soll die Unterschiede ja auch nicht sehen. Über genauere Details zu DS-Modulfälschungen wurde in M! Games und Mobile Gamer bereits an früherer Stelle ausführlich berichtet. Im Internet finden sich zudem allerhand anschauliche Vergleiche von Original und Fälschung.
z.B. hier die modifizierte Ringbreite und Schriftart des Gütesiegels - das ist deutlich sichtbar:
http://retrolum.de/2008/08/26/original-und-flschung-mario-sonic-bei-den-...
In einer Original-Ausgabe der M! Games 06/2010 ist das Wort "Ovalität" oder ein Bezug auf diese Form auf Seite 18 nicht zu finden. ;o)
Ich weiß... ich war mir nur nicht sicher ob es das Wort übehaupt gibt :D
Ich fande den Artikel ehrlich auch gesagt auch extrem bedenklich, da hier ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen sämtliche Kopiermodule/-möglichkeiten oder Webseiten für Cover etc. einfach publiziert wurden - aufgrund dieses Artikels werden wohl eher weitere Kids und Idioten los stürmen um sich Kopier-Equipment zu beschaffen. m.E. ein echt schwacher und alles andere als objektiver Artikel... schlägt fast schon in die Kerbe wie Chip / PCgo / PC Praxis... -_-
ich kann mich kpt.duplo nur anschließen. Muss ihm da wirklich voll und ganz zustimmen mit seinen Aussagen.
Besonders an der Stelle, an dem die Piratenpartei (von der ich auch Mitglied bin) als "Raubkopiererpartei" dargestellt wurde sackte mit die Kinnlade ordentlich nach unten. Ich empfinde es doch als große Frechheit sowas zu behaupten. Genau so könnte ich hier behaupten die Redakteure der M! haben nen ordentlichen Obulus von der GVU erhalten um den Artikel zu schreiben.
Es ist ja schön dass Du Dich über die Gründungsgeschichte der schwedischen Piratenpartei informiert hast - als Rechtfertigung für die sagen wir mal unglückliche Erwähnung im Artikel "Raukopierer-Report" geht das aber nicht durch. Ganz im Gegenteil: Warum wurde denn im Artikel gar nicht erwähnt dass die schwedische Partei gemeint ist? Und wenn ich mal fragen darf: Was genau kümmert uns hier in Deutschland eine schwedische Partei!? Und noch weiter gefragt: Wenn Du Dich auf die schwedische Piratenpartei beziehst, wieso dann auf der nächsten Seite kein Link zu DEREN Homepage?
Wie gesagt, sehr seltsam dass Du den Link zur dt. Piratenpartei in den Artikel nimmst, während Du Dich im Text doch auf die schwedische beziehst...
Davon abgesehen: "Informationen rund um Raubkopien" kann ich auf www.piratenpartei.de gar nicht finden. Suche ich nicht gut genug?
Ich hoffe dieser Fauxpas mit der Piratenpartei war nur ein Einzelfall, wäre schade wenn man die M! Games irgendwann in B!LD umbenennen würde.. ;-)
Gruß,
Thomas
P.S. Nur damit es nicht heißt ich meckere über Oliver hinter seinem Rücken: http://tiuri.myblog.de/tiuri/art/6940354 - Unter "Was es sonst noch zu sagen gibt" und dort etwas unterhalb des "Sin and Punishment"-Gamepro-Wertungskastens findet sich auf meinem Blog der Kommentar dazu.