Bei der Recherche zur kürzlich wieder einmal aufgekommenen Diskussion zur Gewalt in Videospielen, speziell zum Thema Call of Duty: Modern Warfare 2, bin ich auf eine Studie aus der Schweiz gestoßen. Diese ist eine Zusammenarbeit diverser Organisationen wie der Pro Juventute, einer Kinderrechtsorganisation und der Organisation TRIAL, welche ihren Schwerpunkt auf internationale Kriminalitätsbekämpfung legt.
Die Arbeit wurde im Oktober dieses Jahres veröffentlicht und beschäftigt sich mit der Darstellung von Kriegsverbrechen in Actionspielen. Im Rahmen der Studie werden 19 bekannte Ballerspiele unter den Augen von Forschern und Anwälten gespielt und Szenen, welche die Menschenrechte und kriegsbezogene Gesetze verletzen, analysiert. Die Studie bewertet einzelne Spielabschnitte, in denen der Spieler Zivilisten oder verletzte Soldaten tötet, flächendeckende Sprengkörper oder Flammenwerfer verwendet und zivile Gebäude zerstört. In die Auswahl der Studie fallen Shooter wie z.B. Army of Two, Battlefield: Bad Company, Call of Duty: Modern Warfare, Far Cry 2 und Tom Clancy´s Splinter Cell Double Agent. Die komplette Studie findet Ihr auf Englisch zum Nachlesen hier.
Welchen Sinn die Studie hat, erschließt sich mir nicht wirklich, da die Spielszenen so bewertet werden, als seien sie real. Sicherlich ist es nicht uninteressant zu sehen, welche Verbrechen der Spieler im Laufe einer Shooter-Kampagne begeht, aber dennoch muss berücksichtigt werden, dass es sich um ein fiktives Spielerlebnis und nicht um grausame Realität handelt. Wenn die Studie das Erschießen des Piloten in Splinter Cell Double Agent auch als Verletzung des Rechts auf Leben deutet, so wird Sam Fisher und auch der Spieler dafür sicher nicht bestraft werden können – es bleibt ein Spiel! Die einzige interessante Information für mich war, dass es verboten ist, im Krieg Flammenwerfer zu benutzen, da sie "unnötiges Leiden" verursachen. Nebenbei bemerkt: Wer eine Videospiel bezogene Studie verfasst, sollte darauf achten, dass die Titel korrekt geschrieben sind – nur ein Beispiel: Das letzte Kojima-Game heißt nicht Metal Gear Soldier 4!
Wie denkt Ihr über diese Studie? Haltet Ihr sie für eine abschreckende Dokumentation von Videospiel-Brutalität oder für eine bedeutungslose Verschwendung von Forschungsgeldern?
Kommentare
Irgendwie nimmt es das ganze Thema etwas zu ernst. Sind ja auch haufenweise rechtlich nicht vertretbare Szenen in Filmen. Jedenfalls hab ich nie gesehen, dass Bruce Willys bei Die Hard jemandem seine Rechte vorliest.
Gib einem Mann Feuer, und er hat es einen Tag lang warm. Steck ihn in Brand und er hat es warm für den Rest seines Lebens.
Lesen ist eine intelligente Methode, sich selbst das Denken zu ersparen.
Ja verschwendung total, aber die Leute brauchen ja auch Arbeit ;-)
Das einzige was ich daraus schließe ist das, das fast nur US - Games sind die da aufgelistet sind ..
freu mich auf Metroid: other M (OMG), MGS Peace Walker (Fan) und No more Heroes 2 (SUDA51)
Juhu zock: Mega Man 10 (Yeah) Silent Hill:Shattered Memories (Wii) und FF XIII (PS3)
Langsam bin ich ein wenig genervt davon, dass das einzige Argument der Spielergemeinde "Ist doch nur ein Spiel" ist, statt einem kritischen Bericht mal offen gegenüber zu sein. Denn auch wenn etwas nur ein Spiel ist, heißt es noch lange nicht, dass jeder der es spielt differenzieren kann, was von dem dargestellten reine Fiktion ist und was nicht, z.B. der eingesetzte Flammenwerfer.
Wenn von uns verlangt wird, Videospiele als Kunst zu betrachten, darf man ihnen im gleichen Atemzug nicht auch ihren Einfluss auf die Entwicklung der Spieler absprechen. Videospiele sind nunmal Teil des normalen Alltags geworden und "bilden" den Spieler genauso wie z.B. das Fernsehen oder Bücher. Es gibt Leute die glauben nunmal ungeprüft was ihnen das Nachmittagsprogramm erzählt und eben genauso was der Geheimdienst in "Splinter Cell" veranstaltet. Wenn ich so blauäugig wäre, wie manche die ich kenne, wäre ich jetzt davon überzeugt, Hitler sei in einem Kino verbrannt. Also bringt mal was anderes als: "Ist doch nur ein Spiel, was regt ihr euch so auf!?"
Ungeachtet dessen, scheren sich die Geheimdienste der Erde sicher nicht um Genfer Konventionen oder Menschenrechte, von daher ist das dargestellte sicher nicht unbedingt unrealistisch.
Deine Argumentation hinsichtlich der Aussage "es ist doch nur ein Spiel" finde ich nicht schlecht. Aber Du musst auch bedenken, dass es hier um eine Studie geht. Diese kostet Geld und das nicht wenig. Ist es wirklich sinnvoll, einen großen Batzen Geld und Zeit in eine Studie zu investieren, die sich mit rechtlichen Fragen auf einer völlig fiktiven Ebene befasst? Wem bringt es denn etwas, dass er jetzt weiß, dass er den Flammenwerfer bei Far Cry 2 besser nicht benutzt hätte, weil er ein reales Menschenrecht verletzt hat.
Mich würde deine Meinung speziell an dieser Studie interessieren.
Und ganz nebenbei: Was glaubst Du, wie viele Gesetzte der Physik und Logik Du in einer Stunde Spielzeit brichst?
ich stimme deinem Argumentation zu, aber ich zocke nun mehr als 20 Jahre und hab auch nen ganz anderen Bezug als viele andere und daher denk ich mir soll die doch machen was sie wollen solange sie mich in ruhe zocken lassen !!!! ;-D
Im Endefekt muss jeder selber wissen was er von einem Game zu lernen hat und was nicht...
z.B.: Ich bewunder oft die Arbeit und Leidenschaft das die Entwickler in so manch Game reinstecken !
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Im Vergleich zur Realität kann ein Spiel noch so grausame Szenen zeigen, die Realität ist immer noch hundert mal schlimmer. Anstatt ihr Geld für solche Sinnlosen Studien zu verschwenden sollten diese Institutionen lieber schauen was im Kongo los ist, in Afghanistan oder den letzten Israel/Gaza Konflikt untersuchen. Dann sehen die mal was Kriegsverbrechen sind. Aber das wäre ja zu Sinnvoll und außerdem könnte sich jemand beschweren. Dann lieber doch Games untersuchen?!?
@Sebastian Erfurth
Das Geld kommt ja von Pro Juventute. Diese setzen sich, laut Internetseite, für die Rechte und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ein. Da trotz strikter Jugendschutzgesetze auch Minderjährige in den Besitz von Spielen mit zweifelhaftem Inhalt kommen, finde ich es gar nicht mal so verkehrt eine Studie darüber zu erstellen, was in solchen Spielen dargestellt wird. So haben die Verantwortlichen wenigstens eine Ahnung wovon sie reden, wenn sie mit dem Thema konfrontiert werden.
Außerdem werden auf der Internetseite des Vereins die Uno-Kinderrechtskonventionen erwähnt. In dem Zusammenhang könnte ich mir vorstellen, dass mit den Kindern kritische Vergleiche zwischen Realität und Fiktion hergestellt werden. Und warum sollte man nicht auch Videospiele als Anreiz nehmen, um bestimmte Themen zu visualisieren? Wird doch in der Schule mit Filmen und Büchern genauso gemacht.
Und natürlich bin ich mir bewusst darüber, dass ich mit jeder Spielsession Unmengen an physikalischen, logischen und, ja, sogar moralischen Gesetzen breche.
Ich hab grad mal ein bisschen von der Studie gelesen. Und soweit meine Englischkenntnisse mich nicht täuschen, wurde die Studie speziell an Videospielen gemacht, da sie im Gegensatz zu Filmen und Büchern ein aktives Handeln des Konsumenten verlangen. Außerdem wird ziemlich zu Anfang geschrieben, dass man nicht darauf aus ist die Spiele gewaltloser zu machen, sie zu verbieten oder gar "Edutainment" daraus zu machen, sondern einen Dialog mit den Entwicklern sucht, damit auch mal zumindest die realen "Regeln" in kriegerischen Konflikten aufgezeigt werden.
Also bei der Gewaltdiskusison in Spielen fällt mir wieder auf, dass ich ein anderes Verständnis von der Gewalt n Games habe.
Irgendwelche 08/15 Copy & paste Figürchen umzubringen ist bei mir keine Gewalt. Zumindestens allermeistens. Vlt. Manhunt erscien mir ein wneig fragwürdig. Die meisten ab 18er/ zensierte/ indizierte Spiele würde ich ab 16 freigeben und Manhunt vlt ab 18 und kritisieren.
Bei der ins Lächerliche überzeichneten Flughafenszene im CoD6 (Am Anfang Slow Motion, die Terroristen spazieren langsam wie Terminator durch die Hallen, es kriechen genau in genau der selben Animation Schwerverletzte durch die Gegend und der Spieler kann nicht mallaufen um der Langweile zu entfliehen. ) wollte ich irgendwann mal auch einen Zivilisten abknallen. Aus Trotz oder so^^
Die wehrlosen Hühner in dem Marktlevel zu erschiessen brachte ich nicht übers Herz. Ansonsten spiele ich gerade Sam und Max für PC und bin einwenig geschockt- Moorhunsche Shooter sind ab 18, aber bei Sam und Max sind die Dialoge durchaus gewalttätig und das Spiel ist ab 12!!!
Zum Beispiel musste man einer charakterisierten (im Vergleich zu gesichtslosen CoD Püppchen) Person eine Bowlingkugel aus einem Fenster auf den Kopf schmeißen und seine Brüder mit den Boxhandschuhen aus dem Gefecht setzen.
Also das ist für mich hundert mal gewalttätiger als jeder Ego Shooter.
Aber in Deutschland steht ja nur Blut und Co. im Mittelpunkt .
Aus dem Grund finde ich die Gewaltdarstellung in Filmen und Büchern viel schlimmer als bei den meisten Spielen. Und ich habe nie auf einem Buch ein lächerlich großes USK Zeichen gesehen. Und Bücher von Stephen King habe ich auch mit 12 Jahren oder so gelesen. Und eine ordentliche Gewaltszene in einem Buch oder FIlm lässt jedes Manhunt wie einen Kuschelhäschen erscheinen.
Aktive Rolle?! Bei den meisten Spielen bringt man gesichtslose Typen um. Also das ist für mich nichts verwerfliches.
Solange es kaum Spiele gibt in denen man wirklich kranke Sachen machen muss. Und damit meine ich keine Gewalt an irgendwelchen gesichtslosen Typen.
Und wenn jemand seine Gewalttätigkeit in Spielen auslebt, dann ist es nicht mein Problem und daran ist nicht das Spiel, sondenr sein kranker Geist schuld. Ich freue mich eher, dass er nicht irgendwelche Katzen ausweidet oder ähnliches.
Zu dem Zitat
"einen Dialog mit den Entwicklern sucht, damit auch mal zumindest die realen "Regeln" in kriegerischen Konflikten aufgezeigt werden."
Das war bei CoD 4 teilweise ganz gut dargestellt. Da fand ich die Szenen super, bei CoD 6 ist es nur patriotischer Bullshit.
Krieg ist eben nicht so sauber wie in allen anderen Videospielen, da werden auch Kriegsverbrechen gemacht. Also in CoD 4- die Präsidentenszene, Explosion, Folter, Bombariderung usw .
Und die tollen GIs sind auch keine sauberen, moralisch einwandfreien Helden wie [jeden anderen Ego Shooter einsetzen].
Also das war eine gute Auseinandersetzung mit dem Krieg.
Wurde aber genau so kritisiert.
Na für Kriegsverbrechen muß auch ein Krieg sein.
Far Cry 2...Krieg? Nö. Army of Two...Nö, usw.
Cod 4 Präsidentenszene...Kriegsverbrechen...ne kein Krieg sondern ein Putsch.
Davon abgesehen die selbe Leier.
Regeln im Krieg sind sowieso Schwachsinn. Wie kann man etwas unmenschliches und grausames wie Krieg regeln wie einen Sport? Damit wird das ganze doch nur legitimiert. Zudem hat sich bis jetzt in keinem Krieg wirklich eine Armee daran gehalten. Es gab immer dutzende Kriegsverbrechen. Dies ist die Natur des Krieges. Etwas grausames wie der Krieg lässt sich nicht regeln, man kann nur versuchen es zu verhindern das es überhaupt so weit kommt. Doch solange die Menschen immer und immer wieder auf die gleiche Propaganda hereinfallen wie schon seit tausenden von Jahren, wird sich nie etwas ändern. Da können noch so viele Organisationen etwas untersuchen.
Solid Snake ist aus dem Grunde schon ein Kriegsverbrecher weil er sich, sofern der Spieler dies tut, mit der "Uniform" des Feindes tarnt...ist laut Genfer Konvention verboten.
Wer mit juckendem Arsch einschläft darf sich nicht wundern, wenn er mit stinkenden Fingern aufwacht.
Eine recht interessante Studie, aber mehr auch nicht. Ob das Ganze wirklich sinnvoll ist, darf wohl bezweifelt werden. Und was sagt das alles denn jetzt aus?
Dass Solid Snake kein Held ist, sondern ein Verbrecher? Na ja, ein Held ist er ja sowieso nicht...
Oder dass ich mich in Far Cry 2 lieber nicht verteidigen soll, wenn ich nur den Flammenwerfer zur Hand habe?
Ich steig nicht ganz dahinter, was die Studie uns beibringen soll.
Dass man das in Videospielen "gelernte" nicht im echten Krieg anwenden sollte? Ich drifte im Straßenverkehr doch auch nicht durch die Kurven, weil ich das in Need For Speed Underground gelernt habe...
Und mal davon abgesehen... So toll ich MGS auch finde, so beeindruckend die Atmosphäre in CoD auch sein mag... und so spaßig GTA ist... Wirklichen Krieg verabscheue ich. Es gibt nichts lächerlicheres, als Konflikte mit Gewalt zu lösen und dafür auch noch Regeln aufzustellen...
Klar, Zivilisten müssten geschützt werden, etc... aber wenn man nicht auf unbewaffnete Soldaten oder Zivilisten schießen darf, warum beschießt man sich dann überhaupt? Warum spielt man nicht Schach oder Mühle, statt sich zu bekriegen?
Weil unfassbar viele Menschen einfach nur dumm sind und nicht viel mehr im Kopf haben als ein Höhlenmensch. Nimm ihnen Gesetze und Strafen, gib ihnen eine Keule und sie hauen sich die Schädel ein. Manchmal kann ich echt nur sagen: Ich hasse Menschen, auch wenn ich selbst einer bin.
@Esorb Red: Es gibt auch einige Querschnittstudien, die zu dem Schluss kommen, dass die Interaktivität in Videospielen oder selbst eine realistische gegen Comichafte Gewaltdarstellung keinen übermäßig großen Unterschied auf Kinder und Jugendliche machen, ob die Gewalt Problemlöser ist oder nicht aber sehr wohl.
Nebenbei bleibt meine Kritik schlicht, man prüft Videospiele auf Rechtskonformität in der realen Welt, die anderen Medien aber nicht? Der "Lerneffekt" ist bei anderen Medien nicht geringer.
Und dann hätten wir da noch große Vorbilder wie DSDS, Supernanny und andere Seelenstripteaseshows, die in meinen Augen der Gesellschaft weit mehr schaden.
Gib einem Mann Feuer, und er hat es einen Tag lang warm. Steck ihn in Brand und er hat es warm für den Rest seines Lebens.
Lesen ist eine intelligente Methode, sich selbst das Denken zu ersparen.
Sicherlich ist das ganze Thema diskussionswürdig, es kommt halt immer darauf an auf welcher Seite man steht. Jedes 13jährige Mainstreamgirlie (von mir aus auch Mainstreamboylie) würde nie auf die Idee kommen DSDS kritisch untersuchen zu lassen. Einer Studie gegen Videospiele oder gar ein reißerischer Bericht über selbige, würde aber von selben Mädchen (oder Jungen) wahrscheinlich ohne Bedenken hingenommen werden.
Im Allgemeinen habe ich das Gefühl, dass die Diskussion hier in die falsche Richtung driftet: Die Studie hat gar nicht zum Ziel Videospiele zu verunglimpfen, so wie viele andere Studien. Es geht darum, aufzuzeigen was dargestellt wird, darum sich um das Dargestellte Gedanken zu machen. Und die Studie wurde nicht erstellt, um alle Spieler unter den Amokteppich zu kehren. Pro Ventute (oder so) kümmert sich nunmal um Kinder und Jugendliche. Und diesen jungen Menschen eine Basis zu bieten, sich über solche Dinge zu unterhalten und zu verstehen wie es sein soll, finde ich sehr gut.
Nur weil die meisten Gamer die sich zu dem Thema äußern sagen, dass eine Diskussion über Moral bei Videospielen sinnlos ist, heißt das noch lange nicht, dass das so ist. Auf der anderen Seite stehen immer noch die Leute, die sich eben nicht zum Thema äußern.
Ich weiß nicht, wie es bei euch war, als ihr jung wart, aber mich haben reflektierende Gespräche mit meinen Eltern über Filme und Videospiele (und natürlich Alkohol :D) positiv geprägt. Und die Reflektion ist doch worum es geht. Schlimmer als bis zur Unkenntlichkeit zensierte Medien, finde ich Konsumzombies, die das auch noch alles hinnehmen wie es ihnen serviert wird.
Freut euch über diese Studie als ein Schritt in Richtung Akzeptanz und verteufelt sie nicht.
Achso, damit kein falscher Eindruck entsteht: Meine absolute Lieblingsspielreihe IST GTA. Und als ich als Jugendlicher bei GTA 1 am U-Bahn-Steig mit meinem Flammenwerfer auf den nächsten Zug gewartet habe, um alle aussteigenden Fahrgäste abzufackeln hat mich auch mitunter ein seltsames Gefühl beschlichen Zu einem Zensurfreak oder aber Amokläufer hat mich das nicht gemacht.
@Esorb Red: Ich will´s mal so sagen, die Flughafenmission bei MW2 wirkt auf mich sehr zwiespältig, alleine schon, weil sie primär für gewaltigen Medienhype gesorgt hat, spielerisch aber eher sinnlos ist. Das gilt auch für die ein oder andere Szene in anderen Spielen.
Trotzdem finde ich die einseitige Sichtweise in diesem Fall nicht gut.
Und dein schönes Beispiel, dass Jugendliche und auch viele Erwachsene Castingshows, Dokusoaps und auch Femdschämkonzepte bedenkenlos annehmen sehe ich als eines der ganz großen Probleme an.
Ist doch fast wie bei Drogen. Alkohol ist völlig ok, aber wehe einer raucht gelegentlich mal ein Tütchen. Dabei gehen die meisten Drogentoten auf Alkohol, nur ist das eben die allgemein akzeptierte Volksdroge.
Diese Studie kommt mir so ähnlich vor. Andere Medien sind durh die Bank akzeptiert und werden auch nicht mehr nennenswert hinterfragt, zumindest von der breiten Masse.
Gib einem Mann Feuer, und er hat es einen Tag lang warm. Steck ihn in Brand und er hat es warm für den Rest seines Lebens.
Lesen ist eine intelligente Methode, sich selbst das Denken zu ersparen.
@captain carot:
Dem Argument, dass alle anderen Medien akzeptiert werden, stimme ich zu. Allerdings haben Bücher und Filme/Fernsehsendungen ihre "Pubertät" hinter sich. Sie sind von keinem so großen Interesse mehr. Ob ein Buch oder ein Film in Deutschland veröffentlicht wird, hängt kaum mehr von Vertretern des Gesetzgebers ab (z.B. FSK) sondern von den Vertreibern und Verlegern. Wenn etwas keinen Profit verspricht wird es nicht überall gleichermaßen veröffentlicht.
Und gerade bei Filmen wird dabei eine Zensur hingenommen. Auch in den 18er Versionen von Filmen gibt es häufig noch Schnitte von Szenen mit sterbenden Menschen oder es wird Blut wegretuschiert. Da kräht kaum ein Hahn nach.Es mag Cineasten geben, die das stört und die deshalb das Kino boykottieren, aber dieses Thema wird schon lange nicht mehr in den Medien breitgetreten.
Spiele hingegen befinden sich gerade mitten in der "Pubertät". Sie stehen im Brennpunkt hitziger Diskussionen und werden für das was sie sind abgestraft. Früher oder später wird das aber aufhören. Natürlich ist das kein Grund alles hinzunehmen, auch Filme und Bücher haben nur durch bewusste Provokation den Status den sie heute haben.
Das Beispiel mit den Drogen und dem Alkohol ist natürlich angemessen. Allerdings haben Alkohol, Filme und Bücher eine große Gemeinsamkeit: sie haben eine Lobby, einflussreiche Vertreter und Befürworter in Wirtschaft und Politik. Diese Unterstützung fehlen Videospielen und Drogen.
Ich finds irgendwie interessant mal zu erfahren wleche Kriegsverbechen ich im Laufe meiner Spielzeit schon alles verbrochen hab.
Aber irgendwie find ihc das schon ironisch schließlich wirft man uns Spieler immer vor wie könnten die Spiele nicht mehr von der realität trennen und dabei tun doch eignetlich nur die Kritiker so als würde man auf dem Bildschirm Leute erschießen wogegen wir Spieler wissen das es sich dabei nur um einen haufen Polygon handelt.