+ lustige Dialoge
+ interessante Charaktere
+ klassisch-spaßiges Spielprinzip
- lahme Steuerung
- wird recht schnell unfair
- zu linear-einfallsloses Leveldesign
Matthias meint:
Vor Kurzem hat M! Games ausführlich über die Geschichte der Sidescroll-Beat’em-Ups und ihr Verschwinden im Laufe der Jahre referiert. Mit ”Tokyo Beat Down” klopft endlich wieder ein reinrassiger Vertreter des Genres an die Tür des M!-Testlabors. ”Bitte herein”, sagen wir und gehen mit dem Tokioter Prügelcop Cannon eine Runde Schurken-Klatschen. Je ein Knopf für Schläge und Tritte, Spezialmanöver (die Lebensenergie kosten) und in Fässern sowie Telefonzellen versteckte Leckerlis – so kennen und lieben wir das. Zwar bestehen die Figuren aus Polygonen, der Spielablauf ist jedoch strikt zweidimensional. Cannon kann zusätzlich eine Schusswaffe sammeln – Schrotgewehr, Uzi oder Revolver halten Übelwichte auf Distanz.
Flankiert von Dialogbildchen, deren trockener Humor immer wieder zündet, macht Ihr einen Frühjahrsputz im Untergrund – vermöbelt Punks in Akihabara und Business--Ladys in Shibuya, prügelt Euch durch Spieleshops und Lagerhallen. Schlitzohrige Kung-Fu-Meister oder ein Gabelstapler fahrender Angsthase müssen als Bossgegner herhalten – tiefgründige Taktiken sind nicht gefordert. Ebenso fehlt es den Feinden an Witz und Esprit: Wir haben die coolen Freaks, fetten Rüpel und heißen Ladys aus ”Final Fight” und ”Streets of Rage” schmerzlich vermisst. Während das geradlinige Leveldesign fast schon wohlig an 16-Bit-Klassiker erinnert, brechen der unfaire Schwierigkeitsgrad und die verkorkste, träge Steuerung der Spieldesign-Zeitreise das Genick.
50 |
Spielerisch sehr simples, aber dennoch launiges Dauergekloppe – die allzu träge Steuerung nervt jedoch gewaltig. |