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Might & Magic: Clash of Heroes (Test)
System DS    Genre Strategie    Entwickler Capybara Games    Hersteller Ubisoft    USK 6

Zuletzt für das düstere Xbox-360-Ego-Abenteuer ”Dark Messiah” (Anfang 2008) genutzt, prangt der ”Might & Magic”-Name jetzt auf einem DS-Genremix, der kaum unterschiedlicher sein könnte. ”Clash of Heroes” ist ein Fantasy-Ausflug, der sich grafisch deutliche Japan-Anleihen gönnt und seine Rahmenhandlung in gängiger Pixel­sprites-und-Standbild-Manier präsentiert. Doch unter der Anime-Hülle steckt viel mehr: Ähnlich wie beim ersten ”Puzzle Quest” wird für Kämpfe ein anderes Konzept aufgefahren. Ihr steht Kontrahenten nicht in RPG-typischen Duellen gegen­über, sondern betretet ein Spielfeld, auf dem geknobelt wird: Dabei liegt kein gewöhnlicher ’Füge drei gleiche Objekte zusammen’-Klon zugrunde, sondern eine ausgereifte Aufstellungspuzzelei, die jede Menge Strategie und Taktik zulässt.

Auf dem oberen Bildschirm seht Ihr die Gegnerformationen, unten tummeln sich Eure Streitkräfte. Bei Euren Truppen könnt Ihr eine Einheit aufnehmen und in einer anderen Spalte wieder absetzen oder sie aus der Schlacht zurückziehen. Sorgt so dafür, dass drei Vasallen der gleichen Sorte beisammen stehen. Geschieht dies horizontal, bilden sie einen Schutzwall, bei vertikaler Anordnung zücken sie die Waffen und rüsten sich zum Angriff – allerdings erst nach einer bestimmten Anzahl von Runden, weshalb der Gegner noch Zeit zum Reagieren hat. Dazu gesellen sich spezielle Untergebene, die mehr Platz auf dem Spielfeld einnehmen und mächtigere Fähigkeiten besitzen. Maximal drei normale und zwei besondere Helfer könnt Ihr in Eure Formation aufnehmen, wodurch bereits vorab taktische Überlegungen notwendig werden. Im Lauf der Story schlüpft Ihr in die Rolle verschiedener Helden, deren Truppen jeweils eigene Stärken und Schwächen besitzen. Trotz Zufallsaufstellungen spielt das Glück nur eine kleine Rolle, weshalb bei den Schlachten meist das Können entscheidend ist – das macht die Auseinandersetzungen reizvoll und ”Clash of Heroes” zum motivierenden Taktik-Abenteuer-Mix.

+ schnell begriffenes und trotzdem tiefgründiges 'Kampfsystem'
+ taugt ideal für Knobelfans als Einsteig ins Strategie-Milieu
+ sympathische Pixelgrafik
+ interessant erzählte Geschichte
+ keine Vorkenntnisse der "Might & Magic"-Welt notwendig

- Kampfausgang kann schon mal von ersten Truppeneinmarsch stark beeinflusst werden
- Zufallselement in einigen vorgegebenen Situationen nervig
- Aufteilung in fünf Kapitel bedeutet regelmäßiges Neulernen von Truppenfähigkeiten

Ulrich meint: Puzzle Quest” war gut,  ”Clash of Heroes” ist besser. Der Rollenspiel-Teil überzeugt mit sympathischen Charakteren und flotten Dialogen, die Kämpfe haben mehr Tiefgang – und vor allem kommt selten das Gefühl auf, wegen CPU-Schummeleien oder eines dummen Zufalls zu verlieren. Nur wenn spezielle Siegbedingungen verlangt werden, tauchen vereinzelt nervige Situationen auf. Durch den Wechsel der Hauptfiguren warten immer neue Herausforderungen, denen ich mich gerne stelle – so eingängig und motivierend macht Strategie einfach Spaß.

83
M Ideenreiche und motivierende Mischung aus Rollenspiel und Puzzle-Strategie, die mit viel Tiefgang und Charme überzeugt. M
M!-Rating 83 von 100       Grafik 6 von 10       Sound 6 von 10       Singleplayer 8 von 10       Multiplayer 8 von 10
Jahr 2010      Region PAL      Test erschienen in der M! Games 2 / 2010      Seite 57      Redakteur us
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