
Der Name ist ähnlich, das Genre dasselbe, die blasse Gliederpuppe als Hauptcharakter ebenfalls bekannt. echoshift greift bewusst markante Bausteine seines Vorgängers echochrome auf. An wesentlicher Stelle jedoch gehen die Entwickler einen ganz anderen Weg: Musstet Ihr im Vorgänger 3D-Levels nach Euren Silhouetten abgrasen, beschränkt sich das Denk-Erlebnis nun auf zwei Dimensionen und ein simples Spielziel: Erreiche die Ausgangstür in einem knapp bemessenen Zeitrahmen! Natürlich ist der Weg zu besagter Tür mit Hindernissen gepflastert – bunte Blöcke versperren den Durchgang, Brücken fehlen, Aufzüge verweigern den Dienst.
Um dennoch zum Ziel zu gelangen, müsst Ihr meist eine Reihe von Schaltern betätigen – mal in der richtigen Reihenfolge, mal zu einem bestimmten Zeitpunkt. Der Clou ist die Anzahl an Wiederholungsversuchen, die Euch pro Level zur Verfügung stehen – das Spiel merkt sich Eure Aktionen bei jedem Versuch und spult sie beim nächsten zusätzlich ab. Ein einfaches Beispiel: Ihr müsst einen Graben überqueren, aber die Brücke ist nicht aktiviert. Problem: Der Schalter für die Brücke ist im Graben, seit Ihr aber erstmal drinnen, gibt’s kein Entkommen. Also hüpft Ihr beim ersten Versuch hinein und drückt den Schalter. Dann startet Ihr den zweiten Versuch und beobachtet die Silhouette von Durchgang eins, deren Aktionen ebenfalls abgespult werden – sie aktiviert die Brücke. Schon könnt Ihr locker drüber.
Beispiel Nr. 2: Für ein Level habt Ihr 20 Sekunden Zeit. Im ersten Versuch lauft Ihr zu einem Schalter, der eine Barriere auf dem Weg zum Ziel ausschaltet; der Gang dorthin kostet 10 Sekunden. Ihr drückt den Schalter und latscht 8 Sekunden zurück – zwar ist der Weg nun frei, doch die verbliebenen 2 Sekunden reichen nicht mehr aus für die Schritte zur Ausgangstür. Im zweiten Durchgang wartet Ihr bereits an der Barriere, welche Euer Geist aus dem ersten Durchlauf nach 10 Sekunden deaktiviert. Schon könnt Ihr durch und erreicht das Ziel rechtzeitig – weil Ihr den Rückweg nicht gehen musstet.
Alles verstanden? Dann geht’s los. 56 coole, teils richtig knifflige Levels warten und führen regelmäßig neue Elemente wie Zeitschaltuhren, Trampoline oder tödliche Feinde ein. Je weniger der maximal neun Versuche pro Level Ihr braucht, desto leichter schaltet Ihr die Abschlussprüfungen frei. Zusatz-Ziele wie einzusammelnde Schlüssel wollen zum erneuten Durchspielen motivieren.
+ kluges Konzept
+ superstylischer Look
+ klingt auch noch toll
+ Lösungswege finden macht Spaß
+ überrascht Euch immer wieder
+ kurze Ladezeiten dank Installation
- manchmal mehr Arbeit als Spiel
- warum die 8 Zusatzlevels nur als Download?
- Grafik dürfte mehr Abwechslung vertragen
Matthias Schmid meint: Ich bleibe ein Artoon-Fan! Die Japaner haben mich schon mit dem vergnüglich-innovation GBA-Hüpfer Yoshi’s Universal Gravitation schwer beeindruckt. Aus Sonys mittelprächtigem Erstling echochrome übernahmen sie nur wenige Elemente und verbauten diese in einem fordernden, neuartigen Denkspiel – echoshift. Sound und Optik sind erneut extrem modern und reduziert, der Preis mit nur 20 Euro schön klein. Auch wenn ich einige spätere Level in die Kategorie ’stressig’ statt ’spaßig’ stecke, finde ich das wohl durchdachte und konsequent umgesetzte Zeitschleifen-Konzept extrem reizvoll.
75 |
Viel Denkspiel zum kleinen Preis: intelligente 2D-Knobelei mit einfallsreicher Grundidee – zum Ende hin arg komplex. |
Kommentare
Sieht gut aus aber... öh... das ist doch mal richtig fies von Braid geklaut.
Für den Vorgänger war ich zu blöd, bin daher skeptisch.
Oh! Ein Eichhörnchen!
@ Saldek:
Das Konzept gab es als Flash-Spiel schon wesentlich länger:
Hier der Link: http://www.nekogames.jp/mt/2008/01/cursor10.html
Ich denke, wem das gefällt, demjenigen könnte auch Echoshift gefallen. Von daher reizt es mich schon, Echochrome fand ich stylisch, aber nicht so wirklich prickelnd, nachdem ich bei einem Sonderangebot zugeschlagen habe. Für 13 Pfund kann man sich das mal geben, finde ich. Ein gutes Puzzle ist perfekt für zwischendurch und unterwegs, aber so wie ich Sony kenne, wird im PSN Store teurer sein als im online Versand, sonst wäre es auch ein guter Download-Kandidat gewesen.
Edit:
Andererseits: Warum sollte ich für etwas Geld ausgeben, dass es auch schon als gutes Flashgame gibt? Außer um es unterwegs zu haben halt...
@celes: als PSN-dowload will sony 17 euro dafür. damit um 4 euro günstiger als die deutsche UVP im handel.