Resident Evil 4 – im Klassik-Test (GC)

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Nach fast zehn Jahren Bildschirmpräsenz war es Zeit für einschneidende Veränderungen. Der liebgewonnene Cocktail aus vorberechneten Hintergründen, festen Kameraperspektiven, herumschlurfenden Zombies, gut platzierten Schockeffekten und derben Splattereinlagen hatte Staub angesetzt – auch wenn die beiden Gamecube-Episoden Resident Evil (ein aufgebohrtes Remake des ersten Teils) und Resident Evil Zero klasse Horror-Unterhaltung boten. Teil 4 musste also grundlegend Neues bieten, frische Fans gewinnen und treue Anhänger bei der Stange halten. Dieser Wendepunkt in der Serie verlangte nach kompetenter Federführung. Und so übernahm niemand Geringeres als Resident Evil-Vater Shinji Mikami die Regie bei dem heiklen wie langwierigen Projekt. Nach vier Jahren Entwicklungszeit, drei verworfenen Spielversionen sowie unzähligen Diskussionen über die künftige Marschroute der Horror-Reihe liegt das beeindruckende Ergebnis auch in deutschen Läden aus: unzensiert, tadellos PAL-angepasst und mit einem “Leicht”-Modus ausgestattet.

Für Leon S. Kennedy, einem der Protagonisten aus dem indizierten zweiten Resident Evil-Teil, ist es nichts weiter als ein Routineeinsatz: Sechs Jahre nach den grauenhaften Ereignissen in Raccoon City soll er Ashley Graham, die entführte Tochter des US-Oberhaupts lebend wiederfinden. Ein Hinweis führt ihn nach Europa, mitten in die spanische Pampa. Während die beiden Polizisten-Chauffeure noch einen schlechten Witz reißen, macht Ihr Euch in der Haut von Leon an die Erkundung der in Echtzeit dargestellten 3D-Umgebung. Die Renderkulissen früherer Teile haben ausgedient, Ihr könnt Euch nach Belieben umschauen, die beeindruckende Landschaft durchwandern respektive frei erforschen. Dabei verweilt die virtuelle Kamera hinter Leons Rücken, wechselt bei Bedarf dezent den Blickwinkel, um mehr Dramatik zu erzeugen und zoomt beim Zücken einer Waffe näher an Euer digitales Alter Ego heran – auf diese Weise zielt es sich leichter.

Letztere Erfahrung macht Ihr schon nach kurzer Zeit, spätestens wenn sich über ein halbes Dutzend verrückt gewordener Dorfeinwohner mit in die Höhe gereckten Mistgabeln sowie gezückten Messern geifernd auf Euch stürzen. Dann heißt es auf Knopfdruck blitzschnell die gewählte Wumme zücken, via Analogstick und Laserpointer-Unterstützung zielen und abdrücken. Penibles Anvisieren mit wenig streuenden Waffen sollte oberste Priorität genießen. Nicht nur, weil Ihr so die Chance auf die berühmt-berüchtigten Headshots erhöht, sondern dank der akribisch arbeitenden Kollisionsabfrage auch wiederholt Euer virtuelles Leben rettet.

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