
Meinung
Michael Herde meint: Als ich mit Ezio über die Dächer Roms spurte und dabei Jesper Kyds grandiosem Soundtrack lausche, ist es, als kehrte ich nach Hause zurück: Die Musik bedient sich zwar einen Tick zu einfallslos bei Teil 2, dafür ist Rom aber randvoll mit vielfältigen Haupt- und Nebenmissionen sowie jeder Menge Zusatzbeschäftigungen. Als ich mit knapp 50% das Spiel beende und vom abrupt-verwirrenden Schluss der schwachen Story enttäuscht bin, habe ich in Rom noch einiges vor, zum Beispiel die coolen Romulus-Levels oder spannende Schleicheinlagen. Die an sich simple Free-Running-Mechanik perfektioniere ich im virtuellen Training, in Kämpfen stehen mir nun mehr Feinde denn je gegenüber, was mitunter nervt – doch zum Glück ist Brotherhood nicht besonders schwer. Nicht glücklich bin ich mit den technischen Schwächen: Tearing und Dauerruckeln stören mich weniger als unmotiviert ins Bild ploppende Personen und gelegentlich hölzerne Laufanimationen.
Max Wildgruber meint: Scusi, aber ich gebe zu, dass ich diesem Spiel lange Zeit skeptisch gegenüberstand. Warum kein Assassin‘s Creed III? Heute kann ich meinem früheren Selbst zurufen: Ciao, stronzo! Weil in der Renaissance nämlich tatsächlich noch genügend Material für ein weiteres Ezio-Abenteuer steckt! Zumindest spielerisch, denn Rom ist die größte und abwechslungsreichste Stadt, die ich in dieser Serie bislang besuchte. Vor allem von den mordslustigen Abrissarbeiten an den Borgia-Türmen konnte ich nicht genug bekommen – so hatte ich mir den Spielablauf von Assassin‘s Creed ausgemalt, als ich 2006 die ersten Infos zu Ubisofts neuer Serie aufschnappte! In einem Aspekt merkt man Brotherhood das aufgewärmte Szenario jedoch an: Erzählen konnte Assassin‘s Creed II besser. Zu viel krampfiges Esoterikgeblubber in der Rahmenhandlung und zu viele vorhersehbare Szenen im Auditore-Lager lassen die Bruderschaft hier abstinken. Ansonsten finde ich Ezios Brüder sogar als Rollenspieler molto bene!










