Ein blutüberströmtes Kunstwerk! Die simple und effektive ‘Wie-auf-Schienen-Laufen’-Steuerung lässt keine Orientierungsschwierigkeiten zu und das stete Aufleveln Eurer Mörder macht selbst ungeübte Ego-Shooter zu Profis. Zudem sagt mir die verstrickte, mit rücksichtslosen und rohen Dialogen übersähte Story in allen Belangen zu – eine originalgetreue Filmumsetzung würde Tarantino zur Ehre gereichen. Ebenso stimmig präsentieren sich die bombastischen Anime-Storysequenzen und die cineastische Kameraführung im Spiel. Auch die Liebe zum Detail verdient ein Extralob: Nach den einfallsreichen, fesselnden und teils nervenraubenden Endgegner-Scharmützeln verwirrt Euch schon einmal eine Hommage an Abspänne aus längst vergangenen Zeiten. Schließlich überzeugen das exquisite, coole Anti-Helden-Design und die absonderlichen Rätseleinlagen. Lediglich die langen Ladezeiten (auf der PS2 ein Atmosphäre-Killer) und der knackige Einstieg mindern das Gore-Festival. Trotzdem: Wer sich auf das abgefahrene Experiment einlässt und sich von gängigen Videospielschemen trennt, erlebt leidenschaftliche Bildschirm-Poesie für Erwachsene.
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High machender Ego-Shooter-Abenteuer-Mix mit simpler ‘Schienen’-Steuerung im Kunstgewand. |