Street Fighter X Tekken – im Test (360/PS3)

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Jeweils 19 Kämpfer aus den Lagern Street Fighter und Tekken treten auf PS3 und Xbox 360 an, um ein für allemal zu klären, wem der Prügelthron gebührt – die PS Vita wird erst im Herbst beglückt, dann aber mit zwölf zusätzlichen Kämpfern, die sich auch als geplanter Zusatzinhalt bereits auf den Discs der Konsolenversionen befinden.

Bei der Implementierung der bereits enthaltenen Tekken-Charaktere leistete Capcom ganze Arbeit, schließlich sind diese combolastiger und besitzen nur selten Projektilfähigkeiten, wie sie bei Ryu, Ken und ihren Konsorten hingegen üblich sind. Daher besitzt Namcos Schlägertrupp hier nun ein größeres Spektrum an Normal-Moves sowie mehr charakterspezifische Unique-Angriffe. Meist basieren diese Combo-Manöver auf Schlag- und Trittfolgen, die hervorragend in das Sechs-Knopf-Steuerungsschema der Street Fighter-Reihe übertragen wurden. Dennoch sind die Besonderheiten der Tekken-Kämpfer nicht so schnell zu erlernen wie die meisten des Capcom-Lagers, deren Spezialattacken oft ähnlich auszuführen und für Street Fighter-Erprobte schnell verinnerlicht sind.

Doch selbst Street Fighter-Champs müssen umdenken, denn Spielgefühl und -dynamik der neuen Episode haben mit dem optisch sehr ähnlichen Street Fighter IV nicht viel gemeinsam. Jeder Spieler bestimmt ein Zweier-Tag-Team, das spielerisch als Einheit zu betrachten ist – wird einer besiegt, endet der Kampf. Wesentliches Element der Matches ist daher kluges Wechseln und damit einhergehend das optimale Verknüpfen der Moves zu ellenlangen Team-Combos, bei denen der Feind in der Luft gehalten wird. Das erinnert eher an Tekken Tag Tournament und Marvel vs. Capcom denn an Street Fighter IV. Das Eingabetiming vieler Manöver ist hierbei recht großzügig bemessen, manche Schlagfolgen sind mit Standard-Pad aber nur schwer zu schaffen.

Deshalb bietet Street Fighter X Tekken eine löbliche Auswahl an Spielmodi, in denen Ihr trainieren könnt – offline und sogar online! Im Tutorial lernt Ihr die Move-Palette kennen, im Trainingsraum verfeinert Ihr das Timing. Geübte Spieler meistern charakterspezifische Herausforderungen. Anschließend gebt Ihr Eurem Lieblingskämpfer einen individuellen Anstrich, denn Kostümfarben werden nicht mehr freigespielt, sondern im Editor angepasst – die Auswahl ist leider mager. Abgesehen von einem umständlichen Menü zur Tastenbelegung bleiben hinsichtlich der Optionsvielfalt keine Wünsche offen, auch technisch macht Street Fighter X Tekken eine klasse Figur, zumindest, solange offline gespielt wird. Mit 60 Bildern pro Sekunde und unterlegt von flotten, mitunter aber nervigen Techno-Melodien flitzen die Kämpfer elegant durch elf verschiedene Stages, was ebenfalls ein mageres Angebot ist – obwohl im Hintergrund viel Lustiges geboten wird und manche Arenen sogar mehrere Ebenen umfassen.

  • Special-Edition für 60 Euro erhältlich – inkl. Artwork, Comic mit Vorgeschichte, Sparbüchse aus Pappe im Spielautomaten-Design sowie 45 Gem-Power-Ups
  • 12 DLC-Kämpfer geplant
  • PS3 vs. 360: Die PS3-Version erlaubt eine optionale Installation, die 2,5 GB Platz beansprucht. Die PS3-Version bietet einen zusätzlichen Spielmodus, in dem 2 Offline-Spieler gegen 2 Online-Gamer antreten. Die PS3-Version beinhaltet 3 Bonuskämpfer, 2 weitere (Mega Man, Pac-Man) per Gratis-Download erhältlich.

Michael Herde meint: Der Online-Modus mag konzeptionell toll sein, Audio-Bugs und unvorhersehbare Lags lassen mich aber nicht vernünftig spielen. Offline ist Street Fighter X Tekken hingegen eine Spaßbombe. Von beiden Marken sind Elemente vorhanden, wodurch eine frische Erfahrung für jedermann herausspringt. Persönlich gefällt mir der Fokus auf lange (Juggle-)Combos zwar weniger gut als taktisches Kämpfen in Street Fighter IV, doch es motiviert, alle Nuancen der Teamarbeit zu erlernen. Vieles geht flott und leicht von der Hand Feinheiten wie Gems, Cross Cancels oder das Abbrechen von Specials, um schneller einzuwechseln, bieten genügend Raum für monatelange Experimente und Training. Dabei hat die PS3 die Nase vorn: Der Koop-Modus rechtfertigt eine höhere Wertung, die fünf Zusatzkämpfer sind ein netter Bonus, passen aber nicht zur Truppe.

Thomas Nickel meint: Mit schnellen Combos, wuchtigen Griff-Attacken und eleganten Sprungkicks fügen sich die Tekken-Recken Jin, Kazuya, Xiaoyu und Co. wunderbar ins Street Fighter-Spielsystem ein. Besonders durch die exzellenten Trainingsmöglichkeiten gewöhnen sich erfahrene Kampfkünstler ebenso wie motivierte Neueinsteiger gut an die neuen Systeme und Figuren. Allerdings ist gerade hier ein guter Arcade-Stick oder ein Pad mit 2×3-Button-Layout Gold wert: Das klassische Xbox-360-Pad kommt schnell an seine Grenzen und auch das Knopf-Layout des PS3-Controllers macht Probleme. Gleiches gilt bisher noch für den Netzcode: Online-Duelle sollten flüssiger laufen, dazu ist es schade, dass auf der Xbox 360 nicht zwei Sofa-Kumpel gegen zwei Online-Gegner antreten können. Hoffen wir, dass Capcom hier bald mit einem Patch nachhilft.

Treffen zweier Prügelserien, das Stärken beider Marken in Einklang bringt, beim Online-Modus technisch aber schwächelt.

Singleplayer88
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