Shaun White Skateboarding – im Klassik-Test (Wii)

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Screenshot von Shaun White Skateboarding
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Jahrelang war virtuelles Skateboarden mit einem Namen verbunden: Tony Hawk. Doch spätestens im vergangenen Jahr stürzte sich der König mit seinem gewagten Skateboard-Controller selbst vom Thron und hinterließ eine große Funsport-Lücke. Füllen möchte diese Shaun White, der sich bislang eher auf dem Snowboard einen Namen machte, aber auch auf vier Rollen schon einige prestigeträchtige Wettbewerbe gewonnen hat.

Shaun White Skateboarding fängt vielversprechend an: Ihr startet als Mitarbeiter des sogenannten ­’Ministeriums’ in der Stadt New Harmony. Hier regiert nicht nur Euer Arbeitgeber mit strenger Faust, sondern auch die optische Eintönigkeit – Stadt und Einwohner sind in tristen Grautönen gehalten. Spaß und ­Kreativität werden hier nicht geduldet. Nachdem Euch Shaun White, der als Staatsfeind Nummer 1 eingebuchtet wurde, aus Eurem Dämmerzustand befreit und mit einem Skateboard ausgestattet hat, beginnt der Kampf gegen das Ministerium. Eure Aufgabe ist es, New Harmony wieder mit Farbe und Leben zu füllen. Statt auf einen Pinsel greift Ihr hierzu auf Euren ’Flow’ zurück.

Der Flow lässt sich durch erfolgreiche Tricks in drei Stufen aufleveln. Während Ihr anfangs öde Mauern in geschwungene, bunte Rails verwandelt, verändert Ihr auf der höchsten Stufe ganze Landschaften oder Gebäude. Da dies ausschließlich an vorgegebenen Stellen passiert, hält sich die kreative Freiheit, die Euch das Spiel suggeriert, stark in Grenzen.
Unabhängig von Eurem Flow greift Ihr zusätzlich (ebenfalls fast nur an vorgegebenen Stellen) in die Levelarchitektur ein. Dann lasst Ihr Rails oder Straßen aus dem Nichts entstehen und in den Himmel wachsen, um an vorher unerreichbare Orte zu gelangen.
So ambitioniert die Rahmenbedingungen ausfallen, so uninspiriert und eintönig ist die Missionsstruktur. Im Verlauf der etwa achtstündigen Geschichte arbeitet Ihr gerade einmal eine Handvoll unterschiedlicher Aufgabenstellungen ab, die sich permanent wiederholen. Teilweise müsst Ihr gar viermal hintereinander die gleiche Aufgabe erledigen.

Die meiste Zeit seid Ihr damit beschäftigt, Eure Flow-Balken zu füllen, um daraufhin ein bestimmtes Objekt zu verändern. Den Rest verbringt Ihr damit, in den teils unübersichtlich gestalteten Levels (New Harmony besteht aus vier zusammenhängenden Gebieten, die Ihr nacheinander freischaltet) den Weg zum nächsten Ziel zu finden.

Viel zu selten werden Euch Aufgaben gestellt, in denen ausdrücklich Eure Fähigkeiten auf dem Brett abgefragt werden. Neben Sammel- und Zerstörungsmissionen müsst Ihr lediglich in den alternativen Nebenein­sätzen beispielsweise innerhalb eines Zeitlimits eine gewisse Anzahl von Grab-Tricks schaffen. Shaun White Skateboarding fühlt sich daher oft eher nach einem Jump’n’Run als nach einem Skateboard-Spiel an. Da kann die nette Idee, dass Ihr Euch durch verdiente Erfahrungspunkte neue Tricks kauft, auch nicht mehr viel retten.

Bei der Steuerung versucht der Titel den Spagat zwischen Arcade und Simulation. Ollies, Grabs und Flip-Tricks löst Ihr ähnlich wie in EAs Skate mit dem rechen Stick aus. Längere Combos gelingen Euch mit dieser Steuerung nur selten, denn die wirkt, wie auch der Rest des Spiels, selbst mit viel Übung unausgereift.

Ein völlig anderes Bild bietet sich auf Wii: Hier ist Shaun White Skateboarding auf Arcade-Spaß getrimmt und erinnert mit klar voneinander getrennten Levels – mit sieben Aufgaben pro Welt – stärker an die alte Tony Hawk-Reihe.

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