Wie der Branchendienst Gamesmark meldet, schließt Koch Media Ende Januar sein Entwicklerstudio Deep Silver Vienna. Das Team um die österreichen Branchen-Urgesteine Dr. Niki Laber und Hannes Seifert wurde erst im Jahr 2007 Teil des Unternehmens, die Erschließung des Konsolenmarktes durch deren Software war das erklärte Ziel des Publishers.
Geschäftsführer Dr. Klemens Kundratitz von Koch Media dazu: “Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Gesamtlage ist es für Koch Media jedoch notwendig geworden, Prozesse weiter zu optimieren, die Produktionsleitung entsprechend vollständig nach München zu holen und in der Konsequenz redundante Stellen abzubauen.”
Zuletzt hatte Deep Silver Vienna den Wii-exklusiven Bergsteiger-Grusel Cursed Mountain hervorgebracht, das aktuell in Entwicklerung befindliche Ride to Hell soll von der Schließung der Niederlassung nicht betroffen sein.
Warum Deep Silver Vienna ein nicht uninteressantes Software-Haus war, entnehmt Ihr unserer kleinen Historie:
1992 entsteht ein österreichisches Studio namens neo Software Productions – fast eine Dekade lang werkeln die Alpenländler an Amiga- und PC-Spielen (u.a. Der Clou!, Rent-a-Hero). Ab 2001 steht das Entwicklerteam im Rampenlicht: Jetzt gehören sie zu Take 2 und setzen den indizierten Shooter Max Payne für die Xbox um. 2003 sind die Arbeiten an der Xbox-Portierung des Nachfolgers in vollem Gange, das Studio erhält einen neuen Namen – Rockstar Vienna – und setzt die PS2-Hits GTA III und GTA: Vice City für Microsofts Hardware um. Noch während der Entwicklung des mittlerweile indizierten Manhunt 2 wird Rockstar Vienna 2006 geschlossen, im Januar des Folgejahres formieren sich die Studiogründer als Games That Matter neu. Doch dieser Name ziert das Wiener Entwicklerhaus nur kurz – noch im selben Jahr wird daraus Deep Silver, ein Unternehmen der Koch Media Gruppe. Die Expertise der Ex-Rockstar-Jungs soll dem Konzern endlich zu Erfolgen auf Konsole verhelfen. Noch im März 2009 koordinierte das elfköpfige Team einen Entwicklerpool aus rund 150 Mitarbeitern aus aller Welt.









Da wird die Spielindustrie wohl der Filmindustrie nachschießen. Kleine Indieproduzenten können machen, was sie wollen und vllt. sogar richtig erfolgreich werden, wie die Coens, aber selbst Topnahmen sind nach einem Flop unten durch, selbst wenn der Produzent am Flop schuld war.
Schade das so ein fähiges Team zum Spielball der Konzerne wird. Wo sind nur die Zeiten hin als kleine Entwicklungsstudios noch unabhängig und selbstständig von den grossen schalten und walten konnten. Je mehr sich dieses Geschäft aufblässt desto mehr verschlingt es sich selber…
Ich glaub so ein (IMHO origineller) Titel wie Cursed Mountain hätten selbst mit totaler Gameplay-Optimierung auf Wii keine Chance. Viele — vor allem Deutsche — Games-Investoren haben vor 1-2 Jahren gedacht, dass das Glück im DS- und Wii-Sektor liegt. Aber nun wird bei DS alles überschwemmt von “”Sophie’s Tierarztpraxis in [insert random locaton here]”” und auf Wii verkauft sich nichts richtig wo nicht Mario irgendwie mitmacht. Ist zumindest mein Eindruck.Tut mir echt leid für die (sehr fähigen) neos.
Schade drum, Cursed Mountain war zwar nicht so dolle, aber sonst haben die solide Arbeit geliefert.
das kannste mal laut sagen…die ärmsten
Eieiei, die haben ja schon einiges mitgemacht…
Irgendwie schade.. 🙁