Xbox – Ninja Theory vor Schließung, weitere Studios vor Ausgliederung?

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Bild einer Xbox Series X

Aktuell mehren sich die Berichte, wonach Ninja Theory kurz vor der Schließung steht. Angeblich wurden die dortigen Mitarbeiter bereits gestern darüber informiert, aber auch Verhandlungen, das Studio doch noch selbständig zu machen, sollen im Gange sein.

Um demselben Schicksal zu entgehen, sollen aktuell mehrere Studios aus Microsofts Xbox-Sparte über mögliche Ausgliederungen verhandeln. Die Namen Compulsion Games, Arkane und Double Fine sind in diesem Zusammenhang öfter zu lesen, wobei auch vermeintlich sichere Studios wie Obsidian diesbezüglich vor Problemen stehen könnten.

Dazu passt, dass es schon in der vergangenen Woche Meldungen über umfassende Umstrukturierungen in der Xbox-Sparte gegeben hatte. Angeblich beginnen diese im Juli.

Microsoft hat sich bisher noch nicht offiziell zu dem Thema geäußert.

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Rudi Ratlos
18. Juni 2026 15:34

Es scheint, dass sich MS mit dem Activision/Blizzard-Deal verhoben hat und jetzt geschaut wird, wo man kurzfristig die Profitabilität steigern bzw. Kosten senken kann. Auf lange Sicht wird es aber nicht helfen, wenn man am Ende nur noch ein paar 1st-Party-Studios besitzt, die (abseits vom jährlichen CoD, was ja multiplattform ist) alle Jubeljahre mal ein Spiel veröffentlichen. Das kann auf Dauer nicht rentabel sein und an kleineren Produktionen, die das Portfolio abwechslungsreicher machen, scheint man ja kein Interesse (mehr) zu haben.
Dann frage ich mich aber ernsthaft, was das Verkaufsargument für eine 1000€+ Xbox sein soll? Noch ein Forza, noch ein Halo, noch ein Gears? Sorry, been there done that.

captain carot
17. Juni 2026 20:52

id Software und Machine Games liefern definitiv. Arkane ist aber in der aktuellen Situation ein Todeskandidat. Das dürfte bei Bethesda der große Wackwlkandidat sein.

Kikko-Man
17. Juni 2026 19:18

Alles keine Ueberraschung. Hab vor Monaten hier auf der Seite geschrieben, dass MS sich mit Sicherheit in Zukunft von allen ausser Activision/Blizzard, Minecraft und Bethesda trennen werden. Mal sehen, ob Bethesda seine unterstellten Studios verlieren wird. Waere schade um Arcane France, id soft und inXile. Letzteres ist sicher auch bald tot, da sich Clockwork Revolution vermutlich nicht ausreichend verkaufen wird. Vielleicht kauft Fargo inXile raus.

captain carot
17. Juni 2026 11:17

Finanzielle Sicherheit ist ein grundlegender Punkt. Und betrifft nicht nur Indies. Ein gutes Beispiel ist Codemasters. Britisches Urgestein, ewig lang sogar selbst als Publisher unterwegs, haben sich aber dann 2021 von EA aufkaufen lassen. Ein Kernpunkt dabei war finanzielle Sicherheit, zumal Spieleentwicklung deutlich teurer geworden ist.

Das ist auch ein Grund, warum gerade unabhängige Entwickler mittlerweile gerne auf Early Access setzen. Das bringt während der Entwicklung schon echte Einnahmen statt alles über Banken und Investoren finanzieren zu müssen.

CD Project Red wiederum hatte schon für dieses Jahr mit deutlich höheren Einnahmen geplant. Sprich, wahrscheinlich sollte der Witcher 3 DLC schon dieses Jahr kommen. Ob der nun wegen GTA VI verschoben wurde oder weil er länger braucht, bei den nächsten Jahreszahlen dürfte sich das negativ bemerkbar machen und womöglich für weniger Investitionen sorgen.

CDPR arbeitet als großer, unabhängiger Entwickler gerade an Witcher 4, Witcher 1 Remake (mit Partnerstudio), Cyberpunk 2 und einem Mehrspielertitel. Man muss also gleich vier Entwicklungen finanzieren. Wenn die Geschäftszahlen nicht stimmen wird das deutlich schwieriger.

Anderes Beispiel, Mercury Steam. Mittlerweile lange im Geschäft, bei Samus Returns und Metroid Dread hat man sogar sehr erfolgreich mit Nintendo zusammengesrbeitet, die letzte eigene IP war aber ein finanzieller Flop. Entsprechend hat das Studio massiv Leute entlassen und muss vielleicht abgewandelt werden.

Entsprechend interessant kann es sein, sich große Partner zu suchen oder sich übernehmen zu lassen.

Gamepass: das ist eigentlich schon lange absehbar und war mit Blick auf Abomodelle in anderen Bereichen auch vorhersehbar. Man braucht erstens einen wirklich langen Atem. Zweitens muss man möglichst unabhängig von einer einzelnen, physischen Plattform sein um wirklich groß werden zu können.

Letzteres heißt Streaming auf möglichst viele Geräte. Da hat MS sich unter anderem lange schwer getan mit Partnern im TV Segment. Wahrscheinlich auch weil man nicht direkt mit der eigenen Konsole konkurrieren wollte. Obendrein war das Streamingangebot viel zu lange an Gamepass Ultimate gebunden. Das hat man erst vor kurzem geändert. Beides wirkt ziemlich absurd, wenn man das Abomodell auf der anderen Seite so aggressiv verfolgt.

Sony hat für PlayStation Now ein wesentlich günstigeres Modell, das unterm Strich auch nicht so in Konkurrenz zur PS5 steht. War aber gleichzeitig wesentlich besser darin, den Service auf andere Plattformen zu bringen. PS Now konkurriert auch überhaupt nicht mit den Verkäufen neuer Titel. Während Gamepass hier definitiv schadet und die Kohle anderweitig reinkommen muss. Zum Beispiel über aggressivere Ingame Verkäufe.

Max Snake
17. Juni 2026 10:03

Wo ist die Pflegen an kleine Studios bloß geblieben?

BlackHGT
17. Juni 2026 8:30

@Jack Point. Das sie kleine Studios freuen wenn sie von Finanzstarken Investoren gekauft werden liegt wohl an der des Business. Du musst erst ganz viel Arbeit (Geld) investieren bevor der erste Ertrag kommt. Dazu kommt noch die Unsicherheit, ob und wie viel Geld reinkommt.

Zum Microsoft Gau: ich denke vieles hat mit Fehlkalkulationen im Bereich Gamepass zu tun. Die Hohen kosten können nicht mit den geringen Gamepass einnahmen gedeckt werden.

JACK POINT
17. Juni 2026 2:14

Fließbandarbeit im Sinne von vielen Veröffentlichungen innerhalb einer Reihe ala Call of Duty gibts halt bei vielen Studios nicht, also wars ja klar, dass sowas mal passieren muss. Also hoffe ich, dass viele dieser Studios unabhängig weiterarbeiten können und die Branche mal diesen Aufkaufwahn von kleinen Entwicklern wegen bestimmter IPs verliert und wieder mehr von Spiel zu Spiel unabhängig finanziert wird.

Wie man sich seit dem Embracer- Wahnsinn, der Daytrader an der Börse ähnelt als kleines Studio noch freuen kann aufgekauft zu werden bleibt mir schleierhaft, aber das ist wohl oft eher Notwendigkeit um wenigstens erst ein paar Jahre später anstatt sofort schließen zu müssen.

Dass so Studios wie Ninja Theory, Arkane oder Double Fine geschlossen würden fänd ich absolut inakzeptabel. Aber Hauptsache die IPs und/oder Know How behalten, das nicht mehr in den Köpfen und Händen dieser Menschen schlummert ist, ist wohl das Ziel der Publisher und natürlich an der Verkäufen bisheriger Spiele weiterhin fernab der Entwickler zu verdienen. Schöne (wirklich neue?) Gaming-Welt.

Super wie sich Remedy oder From Software eigene IPs zurückkauft, denn dass früher in Zeitschriften teils der Vertrieb drinstand und nicht der Entwickler war schon immer saudumm, denn seit wann ist die Konzerthalle wichtiger als der Musiker, seit wann die Leinwand wichtiger als der Maler und seit wann sind irgendwelche geldgebenden Anzugträger wichtiger als die Menschen, die sich ein Spiel erdacht und dieses programmiert haben?

Wer bei Doom oder Quake an Activision oder Microsoft zuerst denkt, ist selber Schuld. Nein, es ist von id Software!

Kratos
16. Juni 2026 23:09

Generell denke ich mir schon seit Jahren das es vermutlich besser wäre die Marke Xbox von Microsoft abzukoppeln und daraus eine Tochter Firma zu machen die auf eigenen Beinen stehen sollte. Das Problem war ja nie Phil oder die neue, es sind einfach die Strukturen von Microsoft selbst die einfach die Videospiele nicht als Entertainment Sparte sehe sondern als Programmentwicklung wie Word oder Excel und eben genauso gemanaged werden. Hatte kürzlich einen Podcast gehört mit Ex Bungie Mitarbeitern die das angesprochen hatten und warum die damals unbedingt von Microsoft weg wollte und unabhängig werden, nur um sich dann an Activision für 10 Jahre zu binden. Aber das ist eine andere Geschichte. Die Unterhaltungsindustrie und die kreative Köpfen dahinter werden niemals aufblühen wenn die nur einen Job erledigen sollen. Ganz davon das Produktionen sich mehr nach malen nach zahlen anfühlen wenn Studios mit 100ten Mitarbeitern rumwerkeln, weil sich da niemand kreativ einbringen kann, außer man hat vielleicht unendlich Zeit und Ressourcen wie bei GTA. Ich denke das sobald die Teamgröße den Punkt übersteigt das die Mitarbeiter die eigenen Kollegen nicht beim Namen kennen oder zuordnen können was dessen Job im Team ist, in dem Moment wird auch das Endprodukt Identitätslos und mittelmäßig auf bestenfalls hohen Niveau, wie die ganze letzte Generation der Assassins Creed Spiele.

Maverick
16. Juni 2026 18:15

Und ich dachte die sony aktion mit bluepoint war schon grenzwertig, aber dass mit ninja theorie ist ja noch besser.
Dass lässt man Hellblade 3 ankündigen um dann ein paar tage den Mitarbeitern zu sagen wir machen den laden wahrscheinlich/definitv dicht.

Wird einem immer sympathischer die gaming branche.

Walldorf
16. Juni 2026 15:18

Wer soll sich denn noch Project Helix kaufen, wenn Microsoft ständig Studios dichtmacht oder Spiele einstellt? Kohle ohne Ende machen sie immer noch. 132 Milliarden Dollar im abgelaufenen Geschäftsjahr. Aber dafür ist nicht die Xbox-Sparte verantwortlich. “In der Krise zeigt sich der Charakter” und da gibt Microsoft gerade kein gutes Bild ab. In der aktuellen Situation dürften die meisten Entlassenen keinen Job mehr in der Branche finden und zumindest in den USA in Armut stürzen. Krankenversicherung ist natürlich auch weg.

captain carot
16. Juni 2026 13:46

Ich weiß nicht, ob die alle naiv waren oder manche nicht viel mehr einfach was zum Investieren brauchten. MS hat damals nicht nur Kohle ohne Ende gemacht, die haben auch konzernweit bis Ende 22 massiv eingestellt. Nur sind US Konzerne halt auch super schnell dabei, Leute rauszuschmeißen oder Sparten abzusägen.

Illstar
16. Juni 2026 13:10

Ja aber scheinbar wird auch bereits bei KI zurückgerudert – also allgemein. Schon witzig das manche Konzerne die Ausnahmeeffekte von Corona so naiv eingeschätzt haben. Da ist MS ja nicht die einzige Firma.

Zuletzt bearbeitet am 2 Tage her von Illstar
captain carot
16. Juni 2026 12:54

Die ‚mussten‘ zu Coronazeiten investieren und damals lief Gaming gerade echt gut. Sony war fleißig, MS hat damals mit der Kohle nur so um sich geworfen, Embracer das Geld von den Banken in den Arsch geblasen bekommen und so weiter.

Mittlerweile hat der Wind sich komplett gedreht, Investoren setzen auf neue Buzzwords wie KI. Selbst Nintendo, die finanziell top dastehen, haben Börsenwert verloren.

Und für MS ist Gaming mittlerweile sowas wie das schwarze Schaf. Der Rest scheffelt halt Kohle ohne Ende und man setzt fleißig auf KI, KI, KI…

Illstar
16. Juni 2026 12:13

Hatten die nicht erst Senua angekündigt? Irgendwie scheint das mit der geplanten Gewinnmaximierung von Großkonzernen durch den Kauf von Studios nicht so zu laufen…

captain carot
16. Juni 2026 11:40

Sogar von einer möglichen Ausgliederung der kompletten Sparte ist schon die Rede. Und je mehr ich gerade darüber nachdenke, umso mehr Sinn ergibt es finanziell, vorher ‚unlukrative‘ Teile abzusägen. Konzentriert man sich auf die Gewinnbringer dürfte so eine Ausgliederung deutlich leichter werden