Der vorletzte Messetag war zugleich unser letzter Besuch in Köln. Es standen keinerlei Termine mehr an, da im Laufe des Vormittags bereits viele Publisher Ihre Zelte im Business-Bereich abbrachen. Von daher hatten wir vor, uns ganz einem gemütlichen Rundgang durch die Hallen zu widmen. Für viele andere Besucher sollte der Tag jedoch eine riesige Enttäuschung darstellen.
Bereits um den frühen Mittag herum bewegte sich vor den Eingängen der Kölner Messe nämlich gar nichts mehr. Der Grund: zu viele Besucher innerhalb des Gebäudes. Man durfte aus Sicherheitsgründen niemanden mehr eintreten lassen, was die Security den wartenden Menschen leider erst sehr spät mitteilte. Erst gegen 13 Uhr machte man, zumindest am Nordeingang, wo wir dem Geschehen beiwohnten, eine diesbezügliche Lautsprecherdurchsage. Damit zog der Veranstalter, respektive die Sicherheits-Crew natürlich den Unmut vieler der schätzungsweise 300 wartenden Besucher auf sich. Personen, welche bereits resigniert hatten und Ihre im Vorfeld erworbenen Tickets legal umtauschen wollten, wurden ebenfalls enttäuscht. Denn dies war nur an den Kassen im Eingangsbereich möglich, welche den draußen Wartenden jedoch nicht zugänglich gemacht wurden. Somit verkauften einige Ihre Tickets unter der Hand, während andere schlicht das Gelände verließen. Erst gegen 14 Uhr wurden wieder einige Besucher eingelassen, jedoch mag es sich hierbeit um maximal 30 Leute gehandelt haben. Unseren Erkenntnissen nach entstand die Problematik dadurch, dass das generelle Besucher-Aufkommen unterschätzt wurde und somit zu wenig Eingänge geöffnet wurden. Durch die Drehkreuze im Innenbereich mussten sowohl jene geschleust werden, welche die Messe verließen, als auch die Menschen, welche sie neu betreten wollten. Andere Optionen schien es nicht zu geben, da jeder Besucher sein Ticket unter einen Scanner halten musste, sowohl um Einlass zu erhalten als auch später die Messe wieder verlassen zu können.
Da wir durch den separaten Presseeingang problemlos Einlass erhielten, konnten wir uns dann selbst ein Bild von der Situation im Inneren machen. Im Vorfeld wurde kolportiert, die Hallen seien bereits zum Bersten gefüllt, doch diese Einschätzung konnten wir nicht bestätigen. Sicherlich waren die Räumlichkeiten gut besucht, aber weder trat man sich gegenseitig auf die Füsse, noch musste man die Stände mit dem Fernglas betrachten. Welche Auswirkungen jedoch weitere hunderte Besucher gehabt hätten, möchten wir an dieser Stelle nicht mutmaßen.
Die einzelnen Präsentationen gaben sich im Vergleich zu den Vortagen unverändert. Natürlich gab es hier und dort wieder einige Goodies abzustauben, und die Schlangen vor Call of Duty: Modern Warfare 3 sowie Battlefield 3 ließen sich erneut kaum überschauen. Wir erblickten an diesem Tag sogar noch zwei neue Bereiche auf der Messe. Zum einen besuchten wir nun erstmals Halle 10, in welcher sowohl Merchandise-Händler als auch einige Imbiss-Stände auf den geneigten Besucher warteten. Dort konnte man sogar auf Bierzelt-Garnituren Platz nehmen und seinen Beinen einige Momente der Erholung gönnen. Desweiteren führte unser Weg zum Retro-Stand der Messe, auf welchem das Fachmagazin Return in Kollaboration mit dem “Haus der Computerspiele” eine Ausstellung verschiedener klassischer Konsolen, Heimcomputer und Spiele darbot. Natürlich konnten die Besucher auch hier zum Pad greifen: verschiedene Klassiker von Atari VCS bis Vectrex durften hier ganz entspannt vom Sitzsack aus angespielt werden.
Unser Fazit nach vier Tagen gamescom: Eine routiniert inszenierte Messe bot ganz wenige Highlights fürs Publikum, lange Warteschlangen sowie sehr unschöne Szenen am Samstag. Die Hoffnungen vieler auf ein Hands-On der Wii U wurden ja schon im Vorfeld zunichte gemacht. Somit war als neue Plattform nur die Playstation Vita wirklich spielbar. Mit insgesamt 275.000 Gästen an vier Tagen stellte die gamescom 2011 dann auch wie erwartet einen neuen Besucherrekord auf. Unser Wunsch fürs nächste Jahr: noch mehr Spielbares im Publikumsbereich, eine bessere Organisation sowie eine bessere Klimatisierung der Messehallen. Dann wirds auch wieder was mit einem neuen Besucherrekord…








Und ich habe am Donnerstag schon fast eine Krise wegen der langen Wartezeiten gekriegt. Ich glaub, am Samstag wäre ich durchgedreht, wenn ich vor geschlossenen Toren gestanden hätte.
Schön, das hier auch mal die negativen Punkte der Messe etwas kritisch angesprochen werden. Nächstes Jahr muss sich da in der Organisation einiges ändern, sonst geht das nicht mehr lange gut.