In der neuen M!: Tatort Zockerbude

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”GTA V“ hat die Diskussion um Gewalt in Videospielen neu entfacht. Beeinflussen virtuelle Gräuel­taten den Spieler? Ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand, Streitpunkte und die fortschreitende ­Akzeptanz virtueller ”erwachsener” Inhalte. .

Astronomische Verkaufszahlen, Höchstwertungen, Lobhudeleien weit über die Fachpresse hinaus – Grand Theft Auto V bricht alle Rekorde, die in der Videospielebranche zu erreichen sind. Und es sorgt für Zündstoff und Reaktionen von Parteien, die sich normalerweise von Daddelthemen fernhalten. Menschenrechtsorganisationen wie ­Amnesty International und Freedom from Torture laufen Sturm gegen Rockstars gigantisches Softwarepaket. Der Stein des Anstoßes: eine Foltersequenz. Um aus einem Informanten Standort und Aussehen einer Zielperson herauszubekommen, muss der Spieler dem wehrlosen Mann Gewalt antun. Auf einer Werkbank liegen Wasserkanister, Autobatterie, Kneifzange und eine schwere Rohrzange bereit. Dann liegt es am Spieler, ob er dem um Gnade flehenden Mann mit ­roher Gewalt Zähne zieht, ihn mit Elektroschocks malträtiert, seine Knochen mit der Rohrzange bearbeitet oder ihn dem gefürchteten Waterboarding unterzieht. Mehrere dieser Behandlungen sind nötig, um die Mission abzuschließen und der Story weiter folgen zu können. Dass der Spieler dem Mann anschließend hilft, zu fliehen, und mit ihm im Auto über die Sinnlosigkeit der Folter diskutiert, erscheint wie ein notdürftiges Feigenblatt, um die Grausamkeiten zu rechtfertigen.

Sarkasmus und augenzwinkernde Gesellschaftskritik machen die GTA-Serie aus. Aber musste man wirklich so weit gehen? Daran scheiden sich die Geister: Die einen zucken ungerührt die Schulter, für sie gibt es keinen Unterschied, ob sie den Mann foltern oder in Call of Duty Feinde über den Haufen schießen. Es sind schließlich nur Pixel, keine Lebewesen. Für andere hat Rockstar mit dieser Szene eine Grenze übertreten, zumal sie nicht optional ist. Gewalt gegen Angreifer ist okay, gegen wehrlose Unschuldige nicht. Wieder andere setzen sich im Angesicht einer solchen Sequenz mit den Risiken für potenzielle Spieler auseinander, die vielleicht noch nicht über die Reife und Erfahrung verfügen, um das Gesehene distanziert und reflektierend zu beurteilen. Wenn Rockstar mit der kontroversen Mission nicht nur Aufmerksamkeit heischen, sondern auch eine neue Diskussion um das Thema Gewalt in Videospielen anregen wollten, ist ihnen das gelungen.

Neugierig geworden? Den Rest des Reports findet Ihr in der M! Games November 2013 – seit dem 25. Oktober überall erhältlich!

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Ziep
3. November 2013 14:25

Ich verstehe, wenn hier von den hohen Forentieren sofort Gegenwind kommt, aber ich luge mal vorsichtig aus meinem Loch und möchte meine Sicht trotzdem darstellen.Ich denke auch, dass Gewalt zur Menschlichen Natur gehört, inwiefern sie bei jedem ausgeprägt ist, mag keiner beurteilen können. Wenn in Spielen eine Option zur Gewaltausübung gegeben wird, wird sie auch mit ziemlicher Sicherheit ausgeübt. Es ist etwas schade, dass Rockstar hier nicht eine Option bot, sondern die Folter als alleiniges Mittel zum erreichen des Ziels gegeben hat. Da nutzt es auch nix, hinterher Trevor als Grund vorzuschieben oder die Folter an sich zu kritisieren. Hätte man imo anders machen müssen. Die Hersteller haben selbtverständlich eine verdammte Pflicht, sehr genau aufzupassen, was sie den Leuten vorsetzen, auch mit Prädikat ab 18.Jedenfalls bin ich sicher, dass Leute nicht wegen “”Killerspielen”” ihre Gewaltbereitschaft ausüben. Es wäre sicher schon lange die Hölle ausgebrochen, wäre es so. Diese Leute haben sicher schon woanders ihre Probleme, und es ist doch wahrscheinlich, dass Gesellschaft und Staat eine erhebliche Schuld daran haben, dass es moralisch den Bach runtergeht. In der Politik geht es scheinbar nur noch darum, schlechte Dinge zu verteufeln, die Schuld an andere zu schieben und selber gut dazustehen mit erfreulicheren Sachen, die besser gelaufen sind. Gut, das war sicher schon immer so in der Demokratie. Aber wie Dinge einfach laufen gelassen werden, weil man sich nicht zuständig fühlt, ist schon sträflich.Selbstverständlich müssen Eltern schauen, was ihre Kinder da machen in ihren Zimmern. Ich habe tatsächlich vor rund 2 Wochen einen Vater im Laden erlebt, der seinem Kind GTAV partout nicht kaufen wollte, und es ihm ruhig und sachlich erklärt hat, warum. Fand ich gut! Auch wenn der Burche dann wahrscheinlich bei seinen Kumpels zockt. Es muss einfach so sein, dass man mit seinen Kindern redet, und da ist jetzt ja nicht nur Videospielen gemeint. Das Internet überfordert viele Eltern, und es fällt Jugendlichen sehr einfach, sperren zu umgehen. Da müssen sich Leuten, die an der Spitze der Nahrungskette hocken, überlegen, wie sie solche Dinge regeln wollen, und nicht einfach immer alles abschieben. Dummerweise sind das die, die ihre Kohle deshalb kriegen, weil es bleibt wie es ist. Moralisch haben Politiker jedenfalls nur mehr sehr wenig zu geben. Ich würde jedem heranwachsenden Recht geben, wenn er sagt, er sieht keinen grossen Sinn darin zu wählen. Und doch würd ich es ihm raten, weil die Alternative viel schlimmer ist! Es bleibt wie immer nur zu hoffen, dass irgendwann die richtigen Menschen mit den richtigen Ideen dran sind. Allerdings glaube ich nicht daran. Zu all dem, Gewalt, Verantwortung, Politik, Hoffnung auf Besserung, etc. fällt mir nur ein deprimierendes Wort ein:AbwärtsspiraleWürd mich freuen, zu sehen, dass sich das ändert, aber ich denke vielmehr, dass die Geschichte sich wiederholt und erst immer alles zusammenbrechen muss, bevor sich etwas grundlegend ändert…So, dann mal feuer frei! Danke für die Aufmerksamkeit 😉

ChrisKong
3. November 2013 7:08

Ohne Worte.http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kriminalitaetsstudie-gewalt-gegen-polizisten-nimmt-zu-a-696814.htmlhttp://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/familie/jugendgewalt_in_deutschland/http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/gewalt-gegen-beamte-taeter-werden-immer-juenger/5767286.htmlhttp://oe1.orf.at/artikel/267799http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Studie-Polizisten-werden-immer-oefter-zu-Opfern-id7893311.htmlhttp://nibis.ni.schule.de/~infosos/gewaltpraev-1.htmAnder Länder andere Sitten könnte man meinen, aber nein.http://www.diekriminalisten.at/krb/show_art.asp?id=1273http://www.schweizamsonntag.ch/index.php?show=news&type=aktuell&id=588http://www.suva.ch/gewaltstudie-2011.pdfNatürlich gibt es immer zu sämtlichen Studien auch wieder Gegenstudien.Zitat Kaindar:Aber so wie ich den Captain verstanden habe, nimmt er doch die Trends wahr und er deutet ihren Stellenwert einfach anders als du. Den Ansatz der erhöhten Sensibilität für Gewalttaten finde sehr interessant, warum sonst sollte reflexartig oft bei grausamen Verbrechen immer wieder nach härteren Strafen oder auf die Verrohung der Jugend hingewiesen werden?Ach so ist das, weil wir auf Gewalttaten sensibler reagieren, nehmen wir eine Zunahme war? Mag vielleicht sein, oder nicht. Kern des Themas war aber eigentlich mal der Einfluss von Gewalt in Medien auf Jugendliche, und da wurde bisher eigentlich kein Gegenargument gebracht, dass den Einfluss widerlegen würde. Ich bin auch nicht unbedingt der Ansicht, dass eine Verrohung ausschliesslich in mehr körperlicher Gewalt münden muss, aber welche Studien gibt es zur seelischen Gewaltausübung?Ich kriege einfach manchmal das Gefühl, dass es bequemer ist, den Kopf in den Sand zu stecken, da sind natürlich sämtliche Studien hilfreich, die die eigene Meinung untermauern. Wie gesagt, tut euch selber mal einen Gefallen und lest mal so einige Kommentare auf Newsseiten durch, wenn es mal wieder um irgendein Schiffsunglück vor Lampedusa geht. Da läuft es einem eiskalt den Rücken hinunter. Sind das alles Gewalttäter? Mitnichten, aber man kann Empathie auch wegzüchten und das einzelnen Faktoren anzulasten ist natürlich Unsinn, aber wie in einem der oberen Posts erwähnt, trägt die Unterhaltungsindustrie eben auch ihr Scherflein dazu bei.

Black Kaindar
3. November 2013 1:34

[quote=ChrisKong]

Du erkennst zwar, dass es gewisse Trends gibt, aber für dich nehmen die nur einen Stellenwert von 0.0 ein.
Das ist das schöne am Träumen, man kann es auch in wachem Zustand tun 🙂

[/quote]Aber so wie ich den Captain verstanden habe, nimmt er doch die Trends wahr und er deutet ihren Stellenwert einfach anders als du. Den Ansatz der erhöhten Sensibilität für Gewalttaten finde sehr interessant, warum sonst sollte reflexartig oft bei grausamen Verbrechen immer wieder nach härteren Strafen oder auf die Verrohung der Jugend hingewiesen werden? Es mag ein abgedroschenes Beispiel sein aber die Geschichte zeigt uns nicht gerade, dass es in der Vergangenheit friedlicher zuging als heute, nein teilweise war es sogar echt unheimlich, ohne jetzt die bekannten historischen Epochen aufzuzählen. Ich kann deinem Beitrag natürlich auch nicht schön reden aber ich könnte dir aus der Geschichte (und ich müsste nicht mal besonders weit zurück gehen) hunderte andere Trends aufzählen die ebenfalls weniger zimperlich sind. zumal der Captain auch schon gute Beispiele in seiner Post genannt hat.Noch was zu Studien allgemein: Da du immer auf deinen “”gesunden Menschenverstand”” setzt. Gerade in dem Artikel den ich gepostet habe geht es um sture Zählungen, das sind die absoluten nackten Zahlen die belegen das die Gesellschaft eben nicht vor die Hunde geht und auch Studien im Bereich der Gewaltforschung können empirisch belegen wie es wert- und vorurteilsfrei aussieht. Wenn sich diese Ergebnisse mit deinen Eindrücken decken ist doch alles um so besser. Glauben das etwas so ist kann jeder, beweisen nur wenige….So ich geh jetzt auch bubu machen. Nacht zusammen!

ChrisKong
3. November 2013 0:36

Dein Zeithorizont ist aber arg begrenzt, wenn du denkst, dass wie du es andeuten willst, wie immer nichts passiert. Wir leben ja auch noch in Höhlen und den Rechtsstaat kennen wir ebensowenig. Ich bitte dich, einfach von fortwährender Stagnation der Gesellschaft und ihren Problemen auszugehen, ist doch ziemlich naiv. Du erkennst zwar, dass es gewisse Trends gibt, aber für dich nehmen die nur einen Stellenwert von 0.0 ein.Das ist das schöne am Träumen, man kann es auch in wachem Zustand tun :-)Thema Ende, sonst hört es nie auf 8-/

captain carot
3. November 2013 0:29

: Das wird interessanter Weise seit Ewigkeiten postuliert, mit besserer Technik, realistischer GRafik xyz wird dieses und jenes eintreten.Mein Menschenverstand, den ich lieber gar nicht erst in Vernindung mit dem Wörtchen Gesund setzen will, wei

ChrisKong
3. November 2013 0:26

Schön, dass du solch radikale Ansichten hast. Warum nur die Kinder wegnehmen? Am besten gleich wie bei den Spartanern in ein Loch treten.

Fuffelpups
3. November 2013 0:21

Der Fehler liegt bei den Eltern, die ihre Blagen das Zeug konsumieren lassen. Wir sollten einen Elternführerschein einführen und jeder der ohne Kinder bekommt, dem werden die eben weggenommen. Für ne Waffe brauchst nen Schein aber Kinderkriegen darf jeder… [imgcomment image[/img]

ChrisKong
3. November 2013 0:10

Interessanter Weise lässt sich hier auf wissenschaftlicher Ebene aber KEIN Unterschied zwischen klassischen, passiven Medien und Videospielen als aktivem Medium ausmachen.Mal sehen, ob du das auch noch so siehst, wenn du Menschen aus der Egoperspektive mit Oculus Rift foltern kannst. Die Immersion ist ein vielfaches höher, nein, das beeinflusst sicher mehr, als wenn man nur passiv dabei ist. Das sagt mir mein gesunder Menschenverstand, dafür brauche ich keine Studie.

captain carot
2. November 2013 23:56

Warum muss man den perspektivlos sein, um mal ein Tütchen zu rauchen?Na egal.Ist ja nicht das Thema. Natürlich haben Medien Einfluss. Insofern gibt es die Altersfreigaben nicht ohne Grund und ich behaupte auch überhaupt nicht, dass Medien hier keine Verantwortung tragen. Die Hauptverantwortung für Kinder und Jugendliche liegt aber bei den Eltern.Wir reden in diesem Fall tatsächlich von Erwachsenenunterhaltung. Die gehört nicht in´s Kinderzimmer. IMO übrigens auch Germanys next Topmodel und DSDS nicht.Interessanter Weise lässt sich hier auf wissenschaftlicher Ebene aber KEIN Unterschied zwischen klassischen, passiven Medien und Videospielen als aktivem Medium ausmachen.Ebenso wenig lässt sich bei Erwachsenen Spielern eine gesteigerte Gewaltbereitschaft nachweisen. Im besten Fall zeigen die bösen Studien, dass Nichtspieler auf gewalthaltige Spiele aggresiver reagieren, was große Teile der Forschung mittlerweile auf die medial geschürte Erwartungshaltung zurückführen.Auf der anderen Seite steht tatsächliche, reale Gewalt. Und hier zeigt die Gesellschaft als Ganzes ein ganz anderes Bild, hier sagen die Fakten ganz klar, dass es in so ziemlich allen Bereichen einen Rückgang an Gewaltverbrechen gibt, wohlgemerkt bei gesteigerter, gesellschaftlicher Sensibilität.Was die Abstumpfung angeht, auch da gibt es eine interessante Differenzierung zwischen Realität und Medien. Die meisten hätten heutzutage ja schon Probleme, bei einer Schlachtung dabei zu sein, früher ein ganz normaler und alltäglicher Vorgang.Ja, Medien haben eine Eigenverantwortung, ich hab auch nix anderes behauptet. Die Hauptverantwortung liegt aber ganz besonders heutzutage in unserer medialen Welt bei den Erziehungsberechtigten und gleichzeitig sollte man klar zwischen Minderjährigen und Erwachsenen trennen.

ChrisKong
2. November 2013 23:28

Also ich finde meine Betrachtungsweise durchaus differenziert und die Moralkeule würde ich jetzt auch nicht schwingen, aber so zu tun, wie wenn konsumierte Medien keinerlei Einfluss hätten, ist einfach schon fahrlässig. Du lässt ja deine Tochter auch kein Hostel oder Saw schauen, weil du sicher davon überzeugt wärst, dass es nicht gut für sie wäre. Warum wohl ist es denn nicht gut für sie? Weil sie Angst davon kriegen würde? Die hat sie vielleicht auch vor der Dunkelheit, oder Spinnen, oder was weiss noch.Vielleicht konsumiert ihr in Deutschland mehr Drogen als wir, was ich zwar kaum glaube, aber sicher hängt das auch mit einer gewissen Perspektivlosigkeit der Jugend zusammen und wird nicht alle Teile Deutschlands gleichermassen betreffen. Ist ja auch kein Geheimnis, dass Parteien wie die NPD besonders in diesen Regionen stark ist, wo die Jugendarbeitslosigkeit stärker ist.Nur kann ich beim besten Willen nicht erkennen, wie man auch Spieleentwickler einfach aus der Verantwortung nehmen kann und quasi einen Freibrief unter dem Label der künstlerischen Freiheit ausstellen kann.Eine Kausalität zwischen medialer Gewalt und realer Gewalt unter Jugendlichen in Abrede zu stellen, halte ich sogar für gefährlich.Und ich behaupte einfach schlicht mal, dass viele Eltern über den Konsum ihrer Kinder einen Scheissdreck wissen.Entwickler wie Rockstar mögen vielleicht darauf beharren, dass sie ja Erwachsenenunterhaltung produzieren, aber es kriegt halt eine heuchlerische Note, wenn man genau weiss, das insbesondere Jugendliche auf solche Spiele abfahren.Man kann und sollte auch nicht alle Spiele einfach in den selben Topf werfen, aber bei GTA ist es halt schon so, dass es einfach cool ist, ein Gangster zu sein, und man tun kann, was man im realen Leben nicht kann. Eben wie diese Foltersequenz. Ich würde zwar auch so manchem Erwachsenen die geistige Reife eines Kindes attestieren, der sich in sowas verlustieren kann, aber einen Jugendlichen damit gleichzusetzen ist einfach falsch.Die Frage muss einfach erlaubt sein, wie weit ein Videospiel gehen soll. Ich meine, es ist ja keine neue Diskussion. Bei Resi 5 kam damals auch die Frage auf, ob es moralisch nicht fragwürdig ist, ein Szenario zu kreieren, wo man nur dunkelhäutige Menschen erschiessen darf.Wo soll man eine Grenze ziehen? Ist Vergewaltigung der nächste Schritt? Ich meine der Analpenetrator in Saints Row geht ja schon in diese Richtung, oder irre ich etwa? Soll jede Form der Perversion erlaubt sein im virtuellen Raum, es wird ja niemand reales geschädigt?Leider sehe ich bei den Entwicklern nur wenig von dieser Selbstkritik oder -reflektion. Aber wenn man als Spieler sich nicht mal diese Fragen stellt, dann kann man das auch von den Entwicklern irgendwie nicht erwarten.Ich stelle mir auch selbst die Frage, ob ich teilweise abgestumpft bin. Und wenn ich diese Frage ehrlich beantworten müsste, dann würde ich sagen eindeutig ja.

captain carot
2. November 2013 22:57

Es sind eine ganze Menge Dinge, übrigens nicht gerade selten und nebenbei nachweislich, wiederholt in der Geschichte vorgekommen.Slapping ist eine der Sachen, die sich gar nicht so einfach bewerten lassen, wie du gerade tust, Äffchen. Auch hier gibt es zuerst einmal eher geringfügige wie auch extrem ausgeprägte Auswüchse. Nebenbei ist der Übergang vom klassischen Verprügeln oder Mobben mit Videoaufnahme bis wer weiß was fließend.Einheitlich ist dabei nur, dass heutzutage alles aufgenommen wird, dabei sind die einzelnen Taten allerdings keineswegs neu.Mal ein Zitat aus Black Kaindars Link:[quote]Diese Ausführungen machen deutlich, dass Jugendkriminalität wesentlich differenzierter betrachtet werden muss, als dies häufig geschieht. Dies gilt auch vor dem Hintergrund der Dunkelfeldforschung, die einen tendenziellen Rückgang der Jugendgewalt belegt.[/quote]Hier muss also erstmal klar unterscheiden werden zwischen gesellschaftlichem Trend, wirklich jeden Mist zu dokumentieren, Ausreißern nach oben bei der Heftigkeit von Gewalttaten sowie medialer Präsentation auf der einen und den tatsächlichen Zahlen und Straftaten auf der anderen Seite.P.S.: Also das mit dem Kiffen war damals bei uns ziemlich normal. Vielleicht tickt ihr Schweizer da was langsamer oder du hast es nicht so mitgekriegt. :-p

ChrisKong
2. November 2013 22:07

@Black Kaindar Du machst es dir einfach zu leicht, wenn du sagst, dass die Entwickler keine Verantwortung hätten. So argumentieren auch Waffenbefürworter, die die Schuld nur bei demjenigen sehen, der abdrückt. Oder ein Oppenheim, er hat ja nur die Bombe e

Black Kaindar
2. November 2013 21:04

@ Chris:Aber findest du wirklich das die Kreativität der neuen Gewalttaten dafür spricht das es mehr wird?Beschönigen oder verharmlosen will hier sicher keiner aber neue technische Möglichkeiten führen leider auch zu neuen Möglichkeiten es für schlechte D

ChrisKong
2. November 2013 19:53

Nein, nicht allein präsenter, sie haben teilweise auch eine neue Qualität. Ich glaube kaum, dass es damals gleich mehrfach Massenvergewaltigungen von Jugendlichen gab. Ein eher neueres Phänomen, da die Medien von aller Schuld gänzlich freizusprechen, ist einfach naiv. Und zumindest der Drogen und Alkoholkonsum von Jugendlichen hat zugenommen. Bei Erwachsenen hat er dagegen eher abgenommen. Das sollte uns zu denken geben.Heute organisieren sich Jugendbanden auch gefährliche Waffen. Das Schlimme zu allem Übel, vieles davon wird gefilmt, um die Opfer noch mehr zu demütigen. Letzthin war ein Fall im Fernsehen, da hat ein Mädchen Selbstmord gemacht, sie wurde von zwei Jungs (minderjährig) vergewaltigt. Aber damit nicht genug, die beiden stellten es ins Internet, sie erzählten alles wäre freiwillig gewesen. Obwohl sie die Schule gewechselt hat, wurde sie immer wieder fertig gemacht, sie konnte dem nicht mehr entfliehen, bis sie sich dazu entschied, Selbstmord zu begehen. Und von anderen Fällen hab ich auch schon gehört, beispw. einer Kanadierin, die zwar nicht vergewaltigt wurde, wohl aber gemobbt, bis sie ebenfalls keinen Ausweg mehr sah. Sie hat sich dann noch in einem Video verabschiedet, bevor sie sich das Leben nahm. Als ich davon hörte und insbesondere vom Ausmass der Grausamkeit, das hat mich innerlich wirklich bewegt.Finde das wird den Opfern einfach nicht gerecht, wenn man sie als Einzelfälle abkanzelt. Und es mag auch nicht jeder Jugendlicher gleich Selbstmord begehen, aber viele fühlen sich einfach zusätzlich unter Druck. Haben Jugendliche keine moralische Hemmschwelle mehr, dann sucht ihre Grausamkeit ihresgleichen. Ja, früher gab es auch Prügel und Schläge, es wurde auch verwerfliche gehandelt und gedemütigt, aber wir sprechen hier von einer gänzlich neuen Qualität. Seriöse Medien thematisieren das auch immer wieder, geht da gar nicht drum um blinden Populismus zu betreiben, das finde ich genauso bedenklich, dank Social Media braucht man meist nicht auf den Lynchmob zu warten, da wird schnell mal von Hinrichtung, Kastration und dergleichen gesprochen. Und genau dieser Mob wird halt von unseriösem Boulevardjournalismus angestachelt, insofern verstehe ich die Kritik schon.Aber man kann das Problem auch ein wenig zu blauäuigig betrachten und dabei gerne die Verantwortung der Medien ausklammern und sie alleine auf die Erzieher schieben. Das ist in meinen Augen genauso indifferenziert, als wenn ich sagen würde, alles wird immer schlimmer. Man muss einfach berücksichtigen, dass durch Abstumpfung, die moralische Hemmschwelle auch gesenkt wird. Wenn man gerade Kindern immer wieder eintrichtert, dass ein Leben keinen Wert besitzt, dann kann man doch nicht einfach sagen, das wird schon merken was Recht und Unrecht ist. Ist so ein moralischer Kompass erstmal falsch geeicht, dann lässt sich das später nurmehr schwer wieder korrigieren.Die Frage liegt eben auch in der Bewertung.Ist Gewalt alltäglich und omnipräsent, besteht die Gefahr der Banalisierung. Und genau dieser Gefahr sind die Jugendlichen heute besonders stark ausgesetzt. Gewalt in Videospielen mag da auch sein Scherflein dazu beitragen, auch wenn sie sicher nur einen kleinen Teil ausmachen wird.Ich warte ja nur auf die ersten Handyvideos von Kids, wie sie andere mit Waterboarding und so nehm Scheiss traktieren, würde mich auch nicht mehr verwundern, wenn man allerortens Folterung salonfähig macht.Happy Slapping ist auch keine Erfindung von mir und klingt viel harmloser als es ist. Jugendliche filmen sich, wie sie grundlos Leute verprügeln und feiern sich gegenseitig in den Videos ab. Auch das ein eher neueres Phänomen.Hier mal ein Link, bitte anschauen, von Einzelfällen kann man in England beispw. sicher nicht mehr reden.http://www.srf.ch/player/tv/10vor10/video/happy-slapping-ein-erschreckender-trend-erreicht-die-schweiz?id=b25e63bc-3c91-4c0b-a3ed-c44669d28239Einfach mal ein wenig nachdenken, bevor man immer alles als übertrieben darstellt.

Black Kaindar
2. November 2013 19:39

@ Chris:Jetzt werd mal nicht so aggressiv hier ;)! Ich glaube wer viel Gewalt sieht und davon hört, meint später auch, dass es mehr Gewalt in der Welt gibt. Hab dazu nen interessanten Artikel gefunden:http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/innere-sicherhe

Exekutor
2. November 2013 19:42

[quote=ChrisKong]

Ich quatsch ganz sicher nicht nach, was in der Bild steht, unterlasse also diese blöden Bemerkungen. Und gewisse Auswüchse von Gewalt von Jugendlichen an anderen Jugendlichen gabs so in der Form zumindest nicht.
Ich rede insbesondere von sexuellen Übergriffen von Minderjährigen. Und ob Gewalt in der Erziehung abnimmt, ist wohl wenig feststellbar und bezieht sich vielleicht mehr auf die angelsächsische Kultur, aber nicht unbedingt auf andere Kulturen, wo wesentlich mehr geschlagen wird.
Betrunkene Jugendliche werden immer jünger, Gewalttäter werden jünger und Sexualverbrecher demnach auch, da dann nicht von einem gewissen Mass der Verrohung auszugehen ist ja schon fast fahrlässig.
Darf man mal fragen wieviel Erfahrung du im Umgang mit Jugendlichen hast? Deine Tochter würde ich da jetzt mal nicht dazuzählen, ich rede von 12- 17Jährigen.
Ich steh in direktem Kontakt zu vielen Personen, die vor allem beruflich mit ihnen zu tun haben. Und aus eigenen Erfahrungen könnte ich auch genug berichten.
Gerade was auch den Konsum von Drogen angeht, da ist die Jugend dann doch einiges weiter, als wir es damals waren. Da hat keiner gekifft. Heute vielerlei normal. Vom Alkohol reden wir mal nicht, da siehts auch nicht viel rosiger aus. Ich war da auch schon mal von Jugendlichen angefragt worden, ob ich für sie Alkohol kaufen gehen würde am Kiosk oder der Tankstelle. Kann mich nicht erinnern, dass wir so drauf waren.
Meine Mutter betreut selber ein Projekt für Jugendliche, nennt sich Midnight Basket, darin gehts dass man Jugendlichen einen gewissen Raum bietet, wo sie sein dürfen, natürlich beaufsichtigt und ihren Überschuss an Energie auch abbauen können. Nur könnte man da viel mehr machen. Überlässt man die Jugendlichen sich selber, ist die Gefahr, dass sie sich eben mit zwielichtigen Gestalten abgeben ein vielfaches grösser. Zunehmender Vandalismus ist da noch die harmlosere Form. In gewissen Städten kann man schon von organisierter Bandenkriminalität sprechen, und die Mitglieder werden immer jünger.
Vielleicht ist es da wo du wohnst, wie in einem Bilderbuch und das Leben ein Idyll, aber das kann man einfach nicht auf alle anderen Orte übertragen.
Und bevor die Frage auftaucht, ja ich habe auch Familienmitglieder, die kein Kind von Traurigkeit sind, sprich sich eben in diesem kritischen Alter befanden, und die erzählen mir aber was ganz anderes, als das, was du zu wissen glaubst.

[/quote]Vielleicht bist du damals ja auch gut behütet aufgewachsen und hast von der Scheixx, die andere Jugendliche machen nichts mitbekommen. Ich bin auch über 30 Jahre alt und kann mich noch gut daran erinnern, wie wir junge Erwachsene angesprochen haben, damit die für uns Alkohol kaufen. Wenn ich andere im Alter zwischen 30-40 Jahre frage, ob sie früher Drogen ausprobiert haben, sagt mehr als die Hälfte: “”Ja””. Ich kenne auch welche, die vor 15 Jahren mit 13 Jahren schon gesoffen haben. Das sind alles leider keine neuen Phänome. Selbst auf einer Klassenfahrt von mir, musste einmal der Notarzt wegen einer Alkoholvergiftung kommen (ein Mädel hatte Rum mit Zucker getrunken). Auch was Gewalt angeht, war es früher nicht besser. Vor 15 Jahren haben Neonazis (die ich weder vorher noch nachher je gesehen habe) auf dem Nachhauseweg von der Disco aufgelauert und mich zusammengeschlagen. Beim nächsten Tag bei der Polizei stellte sich heraus, dass es mehrere Opfer gab. Thema Disco, in unserer Dorfdisco gab es vor 30 Jahren regelmäßig Massenschlägereien. Heute ist ne Rangelei eher selten. Auch die Zahl der Drogentoten ist in meiner Gegend massiv zurückgegangen. Ich sehe es wie der Captain, dass es heute nicht schlimmer ist, sondern die Taten heute einfach in den Medien presenter sind.

ChrisKong
2. November 2013 17:14

Ich quatsch ganz sicher nicht nach, was in der Bild steht, unterlasse also diese blöden Bemerkungen. Und gewisse Auswüchse von Gewalt von Jugendlichen an anderen Jugendlichen gabs so in der Form zumindest nicht. Ich rede insbesondere von sexuellen Übergriffen von Minderjährigen. Und ob Gewalt in der Erziehung abnimmt, ist wohl wenig feststellbar und bezieht sich vielleicht mehr auf die angelsächsische Kultur, aber nicht unbedingt auf andere Kulturen, wo wesentlich mehr geschlagen wird.Betrunkene Jugendliche werden immer jünger, Gewalttäter werden jünger und Sexualverbrecher demnach auch, da dann nicht von einem gewissen Mass der Verrohung auszugehen ist ja schon fast fahrlässig. Darf man mal fragen wieviel Erfahrung du im Umgang mit Jugendlichen hast? Deine Tochter würde ich da jetzt mal nicht dazuzählen, ich rede von 12- 17Jährigen.Ich steh in direktem Kontakt zu vielen Personen, die vor allem beruflich mit ihnen zu tun haben. Und aus eigenen Erfahrungen könnte ich auch genug berichten.Gerade was auch den Konsum von Drogen angeht, da ist die Jugend dann doch einiges weiter, als wir es damals waren. Da hat keiner gekifft. Heute vielerlei normal. Vom Alkohol reden wir mal nicht, da siehts auch nicht viel rosiger aus. Ich war da auch schon mal von Jugendlichen angefragt worden, ob ich für sie Alkohol kaufen gehen würde am Kiosk oder der Tankstelle. Kann mich nicht erinnern, dass wir so drauf waren.Meine Mutter betreut selber ein Projekt für Jugendliche, nennt sich Midnight Basket, darin gehts dass man Jugendlichen einen gewissen Raum bietet, wo sie sein dürfen, natürlich beaufsichtigt und ihren Überschuss an Energie auch abbauen können. Nur könnte man da viel mehr machen. Überlässt man die Jugendlichen sich selber, ist die Gefahr, dass sie sich eben mit zwielichtigen Gestalten abgeben ein vielfaches grösser. Zunehmender Vandalismus ist da noch die harmlosere Form. In gewissen Städten kann man schon von organisierter Bandenkriminalität sprechen, und die Mitglieder werden immer jünger.Vielleicht ist es da wo du wohnst, wie in einem Bilderbuch und das Leben ein Idyll, aber das kann man einfach nicht auf alle anderen Orte übertragen.Und bevor die Frage auftaucht, ja ich habe auch Familienmitglieder, die kein Kind von Traurigkeit sind, sprich sich eben in diesem kritischen Alter befanden, und die erzählen mir aber was ganz anderes, als das, was du zu wissen glaubst.

captain carot
2. November 2013 16:48

Alltagsgewalt hat eher abgenommen. Das ist keineswegs ein Witz. Auffällig sind eher besonders exzessive Einzeltaten. Es gibt faktisch keine Beweise für eine allgemeine Zunahme, eher für´s Gegenteil.Mobbing ist generell auch nix neues. Kritisch ist da z.B. eher, dass das Mobbing ggf. auch noch zu Hause online weitergeht.Ein gravierender Unterschied ist die Aufmerksamkeit, die sowas heutzutage in der Öffentlichkeit und den Medien schürt, bisweilen auch Sachen, über die vor gar nicht allzu langer Zeit einfach geschwiegen wurde.Auffällig ist z.B. auch, dass die vermeintlichen Häufungen manchmal auch Taten sind, die teilweise schon weiter in der Vergangenheit liegen. Siehe u.a. die Kirchenskandale in den vergangenen Jahren.Ein Punkt, der kaum berücksichtigt wird, Gewalt in der Erziehung nimmt insgesamt deutlich ab. Aber egal, quatsch halt einfach das nach, was Bild und Co. völlig undifferenziert verbreiten, auch wenn´s nicht haltbar ist.

ChrisKong
2. November 2013 16:12

Also die Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen und insbesondere die Intensität nimmt doch zu. Aber leb du nur weiter in deinem Luftschloss und schrei Blödsinn. Ich bin schon so einige Male Zeuge davon geworden. Nicht nur, dass die Hemmschwelle generell sehr niedrig scheint, nein, man weiss vielmals gar nicht, wann man aufhören soll, sprich nachtreten. Ebenso hat auch die grundlose Gewalt doch deutlich zugenommen, Stichwort Happy Slapping oder nimm doch nur mal die Schweizer Schüler, die in Deutschland einfach aus Langeweile Leute zum Krüppel geschlagen haben. Also ich bin mit 35 ja noch nicht so alt, aber zu meiner Zeit an der Schule, gab es sehr wohl auch Balgereien und dergleichen, gerade an meiner Schule herrschte schon sowas wie Klassenkampf, aber auch das Ausmass von Mobbing und eben der Intensität der Gewalt, hat starkt zugenommen. Ich spreche hier auch von Massenvergewaltigungen von Schülern an anderen, so passiert in Winterthur. Über Mobbing über die SocialNetworks könnte man eine eigene Abhandlung schreiben. Ja, die gab es damals nicht, und doch gibt es Auswüchse, die man nicht alleine auf das Vorhandensein von eben jenen Möglichkeiten zurückführen kann. Vielmehr fehlt es an mangelndem Wissen bei Eltern und auch entsprechender Schulung, wie man Kinder an das Thema ranführt. Unter diesem Gesichtspunkt würde ich durchaus von einer Verrohung sprechen. Heute werden Mord und Gewalt regelrecht banalisiert. Vergleich doch mal die Unterhaltungsmedien von damals mit denen von heute. Wos früher einen Aufschrei gab, zuckt man heute doch nur noch mit der Schulter. Und das liegt an der Abstumpfung und an nichts anderem. Dafür brauch ich keinen Doktor, um das festzustellen, weil es völlig natürlich ist. Wird eine Situation immer alltäglicher, dann wird sie auch banaler und verliert an Wert.Kriegst du jeden Tag beispw. Schokokuchen, dann ist das irgendwann einfach nichts mehr besonderes und genauso ist es mit fast allem, was der Mensch konsumiert, er wird immun gegen die Wirkung. Diesen Vorgang bezeichne ich als Verrohung. Wenn du einen anderen Euphemismus dafür verwenden willst, dann bitte.Für mich ist das einfach klar, die Jugend ist übersexualisiert (Stichwort Sexting) und abgestumpft gegenüber Gewalt (Bei der massiven Zunahme an Konsumation von Gewalt in Medien wahrlich kein Wunder).Wie du dir das schönreden kannst, soviele Pillen könnt ich gar nicht schlucken. Und von Einzelfällen redet man da schon lange nicht mehr, im Gegenteil, gewisse Probleme tragen teilweise einfach immer noch seltsamere Blüten.Jetzt kommt aber der Kontrapunkt von mir, die Jugend von heute ist kein bisschen schlimmer als die Jugend von damals, kein bisschen. Ich finde auch immer wieder positive Beispiele, wie sich Jugendliche engagieren.Wo der grosse Mangel ist, das ist eindeutig in der Erziehung, die diese jungen Menschen fit machen sollte , für die Versuchungen der Gesellschaft. Die Herausforderung ist heute ein vielfaches grösser und weil die Eltern und Lehrer diese Herausforderung eben mal nicht immer sehr gut meistern und vielmals machtlos mitansehen was passiert, darum ist es erst überhaupt soweit gekommen.Magst du vielleicht noch ein Vorbild sein als Elternteil, beurteilen kann ichs nicht, so trifft das leider auf viele Eltern halt nicht unbedingt zu. Meine Schwester macht eine Ausbildung zur Lehrerin, was die mir manchmal erzählt (und unter der Decke lauert meist mehr), das würdest du mir niemals glauben.Und solange die Gesellschaft als ganzes überfordert scheint, ist der Wunsch nach einer Verbesserung der Situation einfach eine Utopie.Das wird sich bei einem Jugendlichen aber anders äussern, als wenn dieser dann erwachsen ist. Da reifen dann eben die Egoisten von Morgen heran.Vielleicht verdanken wir es eben auch dieser Verrohung, dass das Mitgefühl zusehends auf der Strecke bleibt. Glaub es oder nicht, aber wenn ich so einige Kommentare auf SocialMedias lese, wenn wieder mal irgendwo ein Unglück passiert ist, insbesondere von Jugendlichen, dann stellt es mir die Nackenhaare auf, bei so wenig Mitgefühl. Es liegt sicher in der menschlichen Natur, sich selbst der nächste zu sein und früher hat mans vielleicht nicht in dem Umfang mitgekriegt. Heute entlarvt man sich viel schneller.Aber, die heutige Situation, fördert eben genau diese Verrohung. Man kann einfach nicht mehr alles an sich heranlassen, weil man sonst verrückt werden würde. Man wird regelrecht zugeballert mit dieser Reizüberflutung.Darum wird auch immer wieder nach dem nächsten Extrem gesucht, um überhaupt noch was zu fühlen.Klingt vielleicht überspitzt, aber dafür lassen sich nunmal einfach mehr Belege finden, als für das Gegenteil.Um nochmals den Bogen zu deiner Bemerkung zu spannen, wenn es totaler Blödsinn wäre, warum redest du dann dass es interessanterweise zu einer Häufung von Extremfällen kommt? Das geht für mich einfach nicht auf, und wie gesagt, von Einzelfällen kann man wirklich schon lange nicht mehr nur sprechen.Aber bleib ruhig so stur 🙂

captain carot
2. November 2013 15:20

Das mit der Verrohung ist eigentlich totaler Blödsinn.Es ist eine nicht haltbare, aber unglaublich populäre Behauptung. In der Praxis ist eher das Gegenteil der Fall, in einigen bereichen aber interessanter Weise mit Häufung von Extremfällen.Ebenso gibt es verschiedenste Bereiche, in denen früher die Sensibilisierung erheblich niedriger und die Dunkelziffer erheblich größer war. Dazu gehören u.a. häusliche Gewalt und so ziemlich alle Sexualdelikte.Schaut man sich z.B. mal sowohl Mord als auch Totschlag an, dann geht die Tendenz in den meisten Industrieländern klar nach unten und die Aufklärungsquote nach oben.Es spielen also völlig gegenläufige Tatsachen und eine mittlerweile enorm gesteigerte, gesellschaftliche und vor allem mediale Aufmerksamkeit zusammen.

ChrisKong
2. November 2013 14:47

Ich finde einfach deinen Erwähnung einer solchen Studie ein wenig sinnbefreit, schliesslich will mir ja kaum einer weismachen, dass er es hingekriegt hat, das Verhalten von Kindern zu untersuchen und sie gleichzeitig einerseites gewalthaltige Videospiele, aber keine Filme und umgekehrt hat konsumieren lassen. Wie soll denn das überhaupt funktionieren??? Egal, wenn man ein wenig gesunden Menschenverstand besitzt, dann kommt man nicht umhin, eine gewisse Verrohung festzustellen. Zu welchen Teilen das jetzt auf Games, Filme und die Realität zurückzuführen ist, ist letzten Endes nur sehr schwer nachzuweisen und eigentlich auch nicht so wichtig, wie eben schon erwähnt eine Reflektion des Ganzen.

captain carot
2. November 2013 10:21

Bevor jetzt wieder tonnenweise unglaublich qualifizierte Kommentare rausgehauen werden (Black Kaindar ist damit jetzt nicht gemeint), klar kann man problemlos davon ausgehen, dass so manches aktuelle Spiel nicht in Kinderhände gehört. Es gibt hier mittlerweile aber auch einen beträchtlichen Teil an Erwachsenenunterhaltung.In anderen Bereichen wie eben Buch und Film ist der schon lange legitimiert. Hier wird definitiv immer noch mit zweierlei Maß gemessen, obwohl es bis heute an Nachweisen mangelt, dass sich ein interaktives Medium anders verhält als die klassischen, passiven Medien.Eine ganz andere Frage ist, allerdings medienübergreifend, ob Medienschaffende alles zeigen müssen, was sie zeigen können.Davon ab stiehtl sich die Gesellschaft bei solchen Diskussionen furchtbar gerne aus der Eigenverantwortung. GTA oder meinetwegen auch Bioshock gehören nunmal schlicht nicht in Kinderhände. Ebenso wenig wie ein John Rambo. Für den Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen sind aber letzten Endes Eltern bzw. Erziehungsberechtigte verantwortlich. Dazu gehört übrigens durchaus auch mal die Reflektion medialer Inhalte.

Black Kaindar
2. November 2013 1:04

[quote=captain carot]

Lustig ist, es gab mal eine Querschnittstudie, die sich speziell mit Kindern und Jugendlichen beschäftigte.

Da gab es keine nennenswerten Unterschiede zwischen der Wirkung von Gewalt aus Spielen und aus Filmen.

[/quote]Die gibt es nach dem derzeitigen Stand der Forschung auch nicht! Kinder haben schon in den 50iger 60iger Jahren aggressives Verhalten Erwachsener imitiert, wenn sie es vorgelebt bekommen haben. Die Theorie, dass Videospiele mehr Gewalt verursachen, weil man direkt am Geschehen teil nimmt, wurde bis heute nicht bestätigt! Übrigens zeigen sich die Effekte höherer Aggressivität auch beim Lesen von gewalthaltigen Büchern, Nachrichten etc.Es gibt einen Unterschied wie Menschen auf bestimmte Stimuli reagieren. So reagieren Männer beispielsweise auf sexuelle Bilder anders als Frauen. Bin zu faul das alles zu schreiben daher kopiere ich mal ein Stück aus meiner Hausarbeit zu dem Thema:Oft entwickeln sich Assoziationen zwischen Umweltmerkmalen und psychologischen Reaktionen, wenn beide häufig und konsistent zusammen auftreten (Smith, 1998 zitiert nach Glock und Kneer, 2009). Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Umweltmerkmal bei allen Menschen die gleiche Assoziation und somit auch die entsprechende psychische Reaktion auslösen muss (Mussweiler & Förster, 2000). Mussweiler und Förster (2000) wiesen in einer Studie über geschlechtsspezifische Unterschiede von sexuellen Aggressionen nach, dass Männer ein aggressiveres Verhaltensmuster als Frauen zeigten wenn sie zuvor auf das Thema “Sex“ geprimed wurden. Der Begriff “Priming“ beschreibt einen Prozess, bei dem vorhergehende Erfahrungen die Zugänglichkeit eines Schemas, einer Persönlichkeitseigenschaft oder eines Konzepts erhöhen (Aronson, Wilson & Akert, 2006). Haben sich bestimmte Assoziationen fest im Gedächtnis eines Menschen etabliert, erfolgt automatisch eine psychische Rückmeldung sobald der entsprechende, auslösende Stimulus präsent ist (Mussweiler & Förster, 2000). Dieser Effekt, lässt sich wohl am ehesten mit den assoziativen Netzwerkmodellen erklären (e.g., Collins & Loftus, 1975).

ChrisKong
1. November 2013 21:28

Und es gab mal eine Studie, die festgestellt hat, dass unter Alkoholeinwirkung die Reaktionsfähigkeit nachlässt.

captain carot
1. November 2013 21:21

Lustig ist, es gab mal eine Querschnittstudie, die sich speziell mit Kindern und Jugendlichen beschäftigte.Da gab es keine nennenswerten Unterschiede zwischen der Wirkung von Gewalt aus Spielen und aus Filmen.

rusoko
1. November 2013 18:17

[quote=WNxKraid]

Es gibt hunderte Filme in denen ähnliche Praktiken der Informationsbeschaffung zelebriert werden, aber in Spielen ist das noch immer ein Tabu.
Ich gehe jetzt mal davon aus das die Szene so abläuft: man wählt eines der Instrumente aus und es folgt je nach Auswahl eine Videosequenz.

In dem Fall sehe ich keinen wirklichen Unterschied zum Film, lediglich das man aus verschiedenen alternativen Sequenzen auswählt.

[/quote]Das sehe ich anders. Es ist m.E. ein deutlicher Unterschied, ob ich mir eine Folterszene anschaue (Film) oder aktiv selber foltere (Spiel). Ich persönlich finde, dass GTA hier deutlich übers Ziel hinausschießt.

ChrisKong
1. November 2013 15:55

Es ist schon ein Unterschied, ob man einfach einer Filmhandlung folgt, wo es ein Bestandteil des Filmes ist und man entweder eine positive, negative oder neutrale Wertung vornimmt. Beispiel 24, der Held foltert und rechtfertigt es, indem er grössere Ziele vorschiebt. Beispiel Under the Siege, Die Folterung zur Gewinnung von Informationen wird kritisch betrachtet. Beispiel Zero Dark Thirty, die Folterung bleibt weitestgehend wertungsfrei und überlässt es dem Zuschauer, ob gerechtfertigt oder nicht. Unthinkable geht in die gleiche Richtung.Und jetzt der Unterschied zum Game. Dort wird man in die Rolle des Täters gedrängt, und das Missionsziel ist nur so zu erreichen, das stellt den Spieler ja nicht vor die Wahl moralisch zu handeln oder nicht. Jugendliche sollten mMn keinen Zugang zu solchen Spielinhalten haben. Aber mit Verboten wirds ja erst interessant, das ist ja die Crux dabei.Die Frage ist langsam aber sicher sowieso, wo die Grenze gezogen wird. Bei Vergewaltigung etwa? Noch traue ich keinem Hersteller zu, so etwas zu bringen, mit Betonung auf noch.Ich warte ja nur auf den ersten Perversen, der auf diese Weisen foltert ohne staatliches Mandat, was dann wohl wieder los sein wird in den Medien. Das Thema Killerspiele kramt man dann einfach wieder aus der Schublade, weils einfach bequem ist, einen Sündenbock zu haben.Um es mal differenziert zusammenzufassen, Filme und dergleichen, die Folter als legitim auslegen, stumpfen Jugendliche vor und Spiele, in denen man dann selber zum Täter werden, stumpfen dann ab.Schön flankiert wird das ganze dann noch mit perversen Handybildern und Videos, die sich Schüler gerne gegenseitig schicken, um halt möglichst nicht aussen vor zu sein in der Gesellschaft. Was da für Sachen rumgeschickt werden, ist schon ziemlich starker Tobak. Ist ja auch keine Sache solche Bilder im Netz zu finden. Eine sehr bedenkliche Entwicklung wie ich finde und die Gesellschaft sollte mal endlich ihre Verantwortung wahr nehmen und sinnvolle Massnahmen ergreifen. Allerdings sollten solche Kommitees nie einseitig sein, sondern alle relevanten Personen miteinbeziehen, damit nicht Leute über was entscheiden, dass sie gar nicht kennen oder nur vom Hörensagen.

WNxKraid
1. November 2013 15:24

Es gibt hunderte Filme in denen ähnliche Praktiken der Informationsbeschaffung zelebriert werden, aber in Spielen ist das noch immer ein Tabu.Ich gehe jetzt mal davon aus das die Szene so abläuft: man wählt eines der Instrumente aus und es folgt je nach Auswahl eine Videosequenz.In dem Fall sehe ich keinen wirklichen Unterschied zum Film, lediglich das man aus verschiedenen alternativen Sequenzen auswählt.