CDV – der Insolvenzantrag ist raus

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Der Publisher CDV befindet sich bereits seit Jahren mehr oder minder in finanzieller Schieflage. Gut, die Neuausrichtung im Jahr 2007 sowie die Eröffnung einer Niederlassung in London im Jahr darauf schürten Hoffnung, doch inzwischen hat sich das Blatt für den Frankfurter Publisher leider nochmals zum Schlechten gewendet. Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat nun die vorläufige Verwaltung über das Vermögen des Unternehmens angeordnet. Laut CDV reichte ein namentlich nicht genannter Gläubiger eine Anzeige wegen Zahlungsunfähigkeit ein und löste somit das Insolvenzverfahren aus. Der Rechtsanwalt Dr. Robert Schiebe, der in diesem Fall als Insolvenzverwalter agiert, wird nun die Sachlage prüfen. Doch auch der Vorstand des Unternehmens hat bereits einen Insolvenzantrag gestellt.

Schuld an der Notlage des Publishers aus Hessen ist vor allem der Rechtsstreit mit dem US-Publisher SouthPeak. Erst im Dezember klagte CDV erfolgreich die Rückzahlung von Vorschüssen in Millionenhöhe ein, die man an die zwischenzeitlich vom Vertragspartner SouthPeak aufgekaufte Gamecock Media Group gezahlt hatte. Da diese jedoch nur teilweise den Vertrag erfüllte, hatte der Vertreiber von Serious Sam HD mit einem erheblichen Verlust im Jahr 2008/2009 zu kämpfen. Nachdem der Oberste Gerichtshof in England CDV den Anspruch auf die Vorschüsse inklusive Zinsen zusprach, zeigte sich Christian Gloe, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender von CDV, überaus erleichtert: “Wir können dieses Ereignis nun endlich hinter uns lassen und uns auf eine aussichtsreiche und erfolgversprechende Zukunft freuen.

Da war man wohl jemand zu optimistisch, denn der ehemalige Partner aus Texas hat jetzt Darlehensansprüche gegenüber CDV erworben, die sich auf rund 4,4 Millionen Euro belaufen. Natürlich mit der Absicht, diese Summe gegen die bestehenden Forderungen aufzurechnen. Da CDV jedoch dringend auf die Zahlungen seitens SouthPeak angewiesen ist, dürfte ein erneuter Rechtsstreit bevorstehen. Wir werden Euch auf dem Laufenden halten.

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