Darksiders – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Meinung

Michael Herde meint:Zelda für Erwachsene” behauptet THQ gerne und hat damit Recht: Die Mischung aus Kämpfen und Rätseln geht auf und sorgt für viele Stunden Unterhaltung. Das Kampfsystem eröffnet gemächlich seine volle Tiefe und geht locker von der Hand. Auf unzuverlässiges Blocken habe ich aber verzichtet und bin lieber per flottem Dash vor Angriffen ausgewichen. Vor lauter Move-Vielfalt musste ich mich immer wieder an weitere Angriffsmöglichkeiten erinnern, deren Einsatz vor allem auf ­höheren Schwierigkeitsstufen unerlässlich ist. Mich stört es nicht, dass mir viele Momente Déjà-vu-Erlebnisse bescherten, denn die Mischung ist neu und macht Spaß. Selbst regelmäßiges Tearing auf beiden Konsolen bremst meine Freude kaum. Hätten jedoch die Story und ihr Held mehr Raum bekommen, wären sie mir nicht ganz so egal und Darksiders ein emotional mitreißendes Erlebnis. So ist es ’nur’ ein sehr gutes Spiel.

Matthias Schmid meint: Die Steuerung flutscht, das Design ist schlüssig und die deutschen Sprecher grollen wohlklingend aus den Boxen. Und dennoch will der Funke nicht recht überspringen, denn für meinen Geschmack wurde der Look des Spiels zu sehr auf Hochglanz-US-Comic getrimmt – die Dämon­en sind bunt statt böse, die Welten eher steril statt voller morbider Details. Auch Story und Namensgebung der Figuren finde ich bemüht, das fängt bei der aus der babylonischen Mythologie entliehenen Tiamat an und hört beim hebräischen Sammael noch nicht auf. Ständig höre ich von ’gefallenen Engeln‘ oder ’apokalyptischen Reitern‘ und muss dabei an kitschigen Gothic-Metal denken. In spielerischer Hinsicht wirkt Darksiders erstaunlich reif: Das Kampfsystem ist variabel, die ­Upgrades sind vielfältig und die Mixtur aus Metzeln, Sammeln, Shoppen stimmt.

Sebastian Erfurth meint: Darksiders bezeichne ich nur zu gerne als eine ’Videospiel-Paella’. Wo im spanischen National­gericht verschiedene Essensreste der Vortage vermengt werden, treffen auch in Kriegs Rachefeldzug viele Features bereits bekannter Videospiele aufeinander. Sei es ein Elemente absorbierender Dark Sector-Wurfstern, ein Bionic Commando-Enterhaken, eine Devil May Cry-Pistole oder God of War-Tötungssequenzen. Darksiders verbindet die besten Gimmicks der ­Videospielwelt mit lässigem Charakterdesign, ganz nach dem Motto: Lieber gut geklaut als schlecht selber gemacht. Und ohne Zweifel muss ich gestehen, dass Kriegs Paella definitiv zu meinen Leibspeisen zählt. Die Rätsel werden mit der Zeit schön knifflig und die Kämpfe sind durch die Bank bombastisch.

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SonicFanNerd
18. Januar 2026 21:48

Den ersten Teil habe ich auch seinerzeit durchgezockt (XB360).
Fand ich wirklich gut. Den zweiten Teil habe ich nur kurz angezockt. Spielt sich halt nicht wie der erste, ist aber auch nicht verkehrt. Von Teil 3 mit Fury hab ich nur ne Demo gespielt. Das Spiel kam ja auch ne Weile nach DS2 raus, wenn ich nicht irre.

genpei tomate
18. Januar 2026 19:08

Ja, Teil 1 ist empfehlenswert und gut gealtert. Wenn man keine Probleme mit dem Art-Stil hat ( ich finde es hübsch) und sich frei macht von Zelda Vergleiche, zündet es um so mehr und bleibt in Erinnerung als Auftakt zu einer Serie, die nach dem ersten Teil immer mehr abbaute.

Bort1978
18. Januar 2026 16:26

Insbesondere das Remaster von Teil 1 solltest du unbedingt nachholen. Spielt sich wie ein Zelda für Erwachsene.

Kratos
18. Januar 2026 13:00

Hab ja nie einen Teil gespielt, lohnt sich der Eintritt noch oder ist es eher ein Kind seiner Zeit und wie lange dauern die im Schnitt?