
Meinung
Tobias Hildesheim meint: Das erste Deus Ex begeistert mich auch nach mittlerweile elf Jahren noch, obwohl die Grafik heutzutage zur Kategorie Augenkrebs gehört. Human Revolution reicht spielerisch nicht ganz an die herausragende Qualität des Urvaters heran, ist aber nach dem actionlastigeren Invisible War endlich ein würdiger Nachfolger. Das Entwicklerteam von Eidos Montreal hat sich kräftig an Warren Spectors Schatztruhe bedient und so fühle ich mich in den dunklen Gassen von Detroit gleich wohl. Die technischen Unzulänglichkeiten nehme ich in Kauf, die Serie begeisterte nie durch gute Grafik, sondern eher durch guten Stil. Einzig das Fehlen des englischen Originaltons sorgt für Zornesfalten auf der Stirn. Wenn schon lokalisiert, dann bitte auch perfekt, mit korrekten Mundbewegungen! So, jetzt denke ich mir ein paar neue Strategien für meinen nächsten Anlauf aus…
Michael Herde meint: Als eingefleischter Metal Gear Solid-Fan schleiche ich souverän durch Adam Jensens Abenteuer. Im Direktvergleich ist Snakes Schleichmechanik spielerisch komplexer und die KI besser. Hier folgen mir Häscher nicht einmal über Leitern und ich weiß nie, wie lange betäubte Gegner noch schlummern. Dennoch bin ich vom Spiel begeistert. Das liegt primär am atmosphärisch dicht inszenierten Rollenspiel-Part, der, von minimalistischen Stilmitteln geprägt, eine hochspannende Geschichte erzählt, die mich über ethische Fragen sinnieren lässt. Manche Kritikpunkte am Spiel (es gibt einige!) stören mich nicht, Ladezeiten mit durchschnittlich einer Minute hingegen sind viel zu lang. Die nicht vorhandene Lippensynchronität bei deutscher Sprachausgabe ist dermaßen schlecht, dass ich mit Anstrengung darüber hinwegsehen muss. Ungelenke Charakteranimationen bei Gesprächen erschweren dies. Weniger schlimm sind sinnlose, nicht alltagstaugliche Levelarchitekturen sowie NPC-Verhaltensweisen: Nach einem Wohnungseinbruch tanze ich vor dem Bewohner auf dem Tisch und stecke sein Geld ein – keine Reaktion!










