Hell Let Loose: Vietnam – im Test (Xbox Series X)

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Für diese Konsolengeneration gibt es nur wenige Ego-Shooter mit Vietnam-Setting. Das dachte sich wohl auch der britische Entwickler ­Expression Games und richtete das Szenario des Nachfolgers seiner beliebten Militär-Simulation Hell Let Loose vollständig auf einen der kontroversesten Konflikte des 20. Jahrhunderts aus. Wie beim mittlerweile über fünf Jahre alten HLL handelt es sich auch hier um ein reines Multi­player-Erlebnis, bei dem zwei Teams mit jeweils 50 Spielern ­gegeneinander antreten.

Für frischen Wind im Spiel­ablauf sorgt vor allem das Setting selbst. Besonders die dichte Vegetation auf vielen der insgesamt sechs riesigen Karten führt dazu, dass Ihr Feinde oft nicht erkennen könnt, selbst wenn sie nur wenige Meter von Euch entfernt durchs Unterholz kriechen. Hinzu kommen Wasserwege, die Ihr erstmals schwimmend oder mit wendigen Patrouillenbooten durchqueren dürft.

Im Gegensatz zu Hell Let Loose treten in Vietnam zwei asymmetrisch aufgebaute Kriegsparteien gegeneinander an. Flexibel einsetzbare Hubschrauber sind etwa den US-Truppen vorbehalten, während die vietnamesische Volksarmee (NVA) ein Netzwerk aus Tunneln errichten kann, das ein schnelles Durchqueren der Umgebung sowie ­fiese Hinterhalte ermöglicht. Auch beim Waffenhandling gibt es spürbare Unterschiede in Bezug auf Magazingrößen, Schaden und weitere Eigenschaften, die alle motivieren, sich ausführlich mit beiden Fraktionen auseinanderzusetzen.

Apropos Fraktionen: Jede verfügt über 17 Klassen mit klar definierten Rollen und Rängen. An der Spitze der Hierarchie steht der Kommandant, der die ­allgemeine Taktik vorgibt. Verfügt er über genügend Ressourcen, kann er beispielsweise Bombardierungen anordnen, Aufklärungsflugzeuge entsenden und Fahrzeuge bereitstellen. Zudem kommuniziert er in einem eigenen Sprachchat-Kanal mit den übrigen Truppführern. Dazu gehören unter anderem der Späher, der als Einziger Außenposten im Feindgebiet errichten kann, der Logistikoffizier, der Helikopter-Versorgungsflüge koordiniert, sowie der Infanterie-Truppführer, der MG-Schützen, Sanitäter, Ingenieure und weitere Rollen befehligt.

Gekämpft wird in vier Spielmodi. Vor allem ”Kriegsführung” dürfte Serienkennern ein Begriff sein, denn auch hier geht es darum, innerhalb eines Zeitlimits möglichst viele vorgegebene Kartensektoren unter Kontrolle zu bringen. Ganz anders gestaltet sich ­”Offensive”: Hier sind die Rollen von Angreifern und Verteidigern klar festgelegt. Im Modus ”Conquest” verfügt jedes Team über eine festgelegte Moral, die mit jedem gefallenen Soldaten sinkt. Neu ist ”Vorherrschaft”. In diesem Modus entbrennt der Kampf um drei Sektoren. Wenn ein Team zwei davon eingenommen hat, lässt sich auch das gegnerische Hauptquartier erobern, was bei Erfolg sofort den Sieg bringt.

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