
Meinung
Ulrich Steppberger meint: SHIFT 2 Unleashed ist kein Rennspiel, das für Sonntagsfahrer gedacht ist: Um Erfolge zu feiern, muss hier schon ein bisschen gearbeitet werden. Das anspruchsvolle, detailliert konfigurierbare Fahrverhalten erfordert Konzentration, um vor allem die höherklassigen PS-Monster im Zaum zu halten. Die Gegner erweisen sich als aggressive und hartnäckige Rivalen: Klar, das führt schon einmal zu Abflügen oder Startgetümmeln, die Euch ohne Siegchance frustriert zurücklassen – aber lieber das als die sonst so üblichen zahnlosen Kolonnenfahrer. Wer da noch Zeit hat, um kleinkariert die Polygone der keinesfalls hässlichen Grafik zu zählen, ist hier fehl am Platz. Außerdem bin ich glücklich über das Fahrzeug- und Pistenangebot, besonders Letzteres liefert viel Abwechslung und Kurse, die man nicht schon endlos oft gesehen hat. Die Helm-Kamera gefällt mir ebenfalls und hat mir keine Probleme bereitet. Im Gegensatz zu Olli empfinde ich sie als weitgehend gelungen und sehr gut spielbar – wer nicht mag, muss sie ja nicht wählen. SHIFT 2 steht für mich in der Abteilung ’packende Rennaction mit Realismusanspruch’ noch vor der Konkurrenz von Sony und Microsoft.
Matthias Schmid meint: Wie schon in Teil 1 pumpt die Cockpit-Sicht Adrenalin durch meinen Körper: Bei SHIFT 2 fühlen sich normale Wagen wie ein AMG-Kompressor-Biest mit 500 PS an – fett! Wenn ich Rad an Rad mit zehn schicken Boliden auf eine Schikane zurase, mutet ein Forza Motorsport 3 wie die Sonntagsfahrt eines Rentners an, der seine E-Klasse mit 70 km/h über die Landstraße ’scheucht’. Dass das Fahrverhalten trotzdem anspruchsvoll ist, finde ich gut. Was aber nicht zum Simulationsanspruch passt, sind Gegner, die sich wie der übelste MotorStorm-Rowdy verhalten und mich regelmäßig abräumen. Zudem wiederholt Slightly Mad den Fehler, nicht von Anfang an einen Arcade-Modus mit etlichen Autos zum Austoben anzubieten. Ein dickes Plus sind hingegen die vielen Kurse, die jeden Rasergeschmack bedienen.
Oliver Schultes meint: Das erste SHIFT begeisterte mich anno 2009 mit dynamischer Cockpit-Perspektive, bissigen Gegnern, ansehnlicher Optik und einem guten Fahrgefühl. Das trifft prinzipiell auch auf den zweiten Teil zu, aber jetzt befinden wir uns in der Ära nach Gran Turismo 5. Und da wirken Grafik und Fahrverhalten von SHIFT 2 mit einem Mal unspektakulär beziehungsweise hakelig. Der Vergleich mit Sonys Renner (ich rede hier von den Premium-Wagen) fördert beim EA-Konkurrenten kantige Automodelle und die ein oder andere verwaschene Textur zutage, die Lenkung macht stets einen leicht nervösen Eindruck – vor allem in der Cockpit-Perspektive. Apropos Cockpit: Die neue Helmkamera ist anfangs ein echter Hingucker, meines Erachtens für Rekordfahrten aber nicht zu gebrauchen, da sich bei schnellen Kurvenwechseln mehrere Blickebenen überschneiden (mein Fahrer blickt bereits nach links, obwohl ich gerade in eine Rechtskurve einfahre, auf die unmittelbar eine Linkskehre folgt). Das führt zu einem seltsamen Kameragewackel, was mehr stresst als nützt. Die Gegner-KI geht zudem schon ab mittlerer Schwierigkeit mit einer Aggressivität an den Start, die mich zur Weißglut treibt: Bei einem Rennen in Miami etwa folgt kurz nach dem Start eine 180°-Kehre, in der mich meine Verfolger wiederholt in die Bande geschoben haben. Wer den GT 5-Gegnern Dummheit vorwirft, muss das bei SHIFT 2 ebenfalls tun, denn hier wird von der CPU an einigen Stellen unfair gerempelt, dass es nicht mehr feierlich ist. Ja, und ich habe noch mehr zu meckern: Die Driftrennen sind nahe an der Unkontrollierbarkeit, die Ladezeiten lang und die Soundkulisse wirkt ungewöhnlich dünn. Ich zocke weiterhin Gran Turismo 5, das ist zwar auch nicht perfekt, passt aber besser zu meinen Erwartungen an ein Rennspiel.











Die harten Reifen waren da AFAIR auch wirklich nur für lange Rennen.
Hab‘s jetzt aber auch ewig nicht gespielt
Dito.
Nach etwas gefrickel in den Steuerungsoptionen haben alle drei mehr Spaß gemacht.
Kann mich noch erinnern, daß ich bei Project Cars 2 (auf PS4) in den ersten Spielstunden viel zu häufig von der Strecke geflogen bin als ob ich auf Glatteis fahren würde. Bis ich nach ewigem, erfolglosem justieren in den Steuerungsoptionen mal von harten auf weiche Reifen gewechselt bin und siehe da, plötzlich fühlte sich alles “richtig” an.
Kann mir gut vorstellen, daß da einige frühzeitig die Flinte ins Korn und das Spiel in die Ecke geworfen haben.
Shift 2 hat mich im Gegensatz zum Vorgänger bei der Drumherum Präsentation irgendwie mega genervt und ich hab es nur kurz gespielt.
Project CARS 1: kann man sehr gut mit Controller spielen, wenn man ein bisschen Zeit in die Konfiguration steckt. Ein paar der oberen Fahrzeugklassen sind mit Controller echt hart. Aber das sind Fahrzeuge, die im wahren Leben sicher auch nicht einfach waren.
Project CARS 2: auch da hilft ein bisschen manuelle Justage, Controllersteuerung ist da aber ziemlich gut.
Im Kern war das btw. auch bei NfS Shift so. Selbst da hat die Steuerung klar davon profitiert, wenn man ein bisschen Zeit ins Setup versenkt hat.
Ich kann es auch gut mit dem Pad bei Project Cars.
Project Cars kann nur mit Lenkrad beherrschen.
Die Musik im Hauptmenü hat sich mir unvergesslich ins Gedächtnis gebrannt. An sich ist das Spiel recht gut. Die Steuerung würde ich aber mal als bockig bezeichnen. Ich bin immer gut klar gekommen, wenn ich durch die Kurven ohne Gas gerollt bin und dann nach der Kurve wieder Gas gegeben habe. Anders finde ich es sonst kaum spielbar. Ich habe mir damals wirklich gedacht, dass wenn sie mal vom Gran Turismo Entwickler einen Top-Mann abwerben könnten der Ihnen die Steuerung richtig macht, dann wären Shift 1 und 2 viel besser gewesen. Dann hätten sie alles gehabt für ein richtig grosses Top Rennspiel. Der Test in der M! war damals auch sehr gross und ausführlich. Zum Glück hatten Slightly Mad es ein paar Jahre später besser hinbekommen mit der Steuerung bei Project Cars. Shift 2 ist eines meiner All Time Favorites. Durch die teils bombastische Musik und wirklich gute Grafik für die Zeit.
Auch wenn’s bei mir oft für Frust gesorgt hat, hab ich’s sehr viel gespielt.
Shift 2 ist weiterhin ein gutes Rennspiel geworden. Wegen der hohen Schwierigkeiten muss ich leider das Handtuch werfen.