Scott Pilgrim vs. the World: The Game – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Screenshot von Scott Pilgrim vs. the World: The Game
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Bryan Lee O‘Malleys sechsbändige Comic-Reihe Scott Pilgrim genießt unter Eingeweihten schon seit längerer Zeit Kultstatus: Titelheld Scott verliebt sich in die geheimnisvolle Ramona Flowers, doch bevor sich die Beiden dem Liebesglück hingeben können, muss er ihre sieben bösen Ex-Freunde besiegen – wenn das mal nicht die perfekte Vorlage für ein Videospiel abgibt!

In klassischer Sidescroll-Prügler-Manier kloppt Ihr Euch durch lange 2D-Levels. Als Scott, Kim Pine, Steven Stills oder Ramona Flowers setzt Ihr den Gegnerhorden mit schnellen oder harten Manövern zu, nutzt allerlei Gegenstände und ruft in brenzligen Situationen Unterstützung herbei. Besiegte Gegner hinterlassen Münzen, die Ihr in zahlreichen Geschäften in Nahrung oder andere Items investiert. Diese Extras stellen nicht nur ein Stück Lebensenergie wieder her, sie verbessern auch permanent Eure ­Charakterwerte: Ein schlaues Buch über die Kampfkunst sorgt etwa für härtere Schläge. Kenner erinnert dies frappierend an Tecmos River City Ransom (hierzulande bekannt als Street Gangs). Und tatsächlich: Bereits der ­Comic war von diesem 8-Bit-Kultspiel inspiriert.

Scott Pilgrim begeistert durch seine fantastische Aufmachung: Das Spiel ist bewusst in der niedrigen Auflösung älterer Arcade-Klopper gehalten, wartet aber gleichzeitig mit knallbunten, detaillierten und superflüssig animierten Sprites von Pixelkünstler Paul Robertson auf. An Details wurde nicht gespart: Während die Gegner genretypisch direkt aus den Klontanks zu kommen scheinen, sind die Hintergründe ebenso abwechslungsreich wie detailverliebt. Eifrige Comicleser finden an allen Ecken und Enden ­clevere Anspielungen auf das gezeichnete Vorbild.

Schade, dass Ubisoft bei einem Spiel mit solch ausgeprägtem Mehrspieler-­Fokus auf einen Online-Modus verzichtet. Klar, ein klassischer Brawler macht mit drei Mitstreitern auf der Couch mehr Spaß als übers Internet, doch die Schwierigkeit ist im Solo-Modus enorm hoch: Die Gegner agieren überaus aggressiv, kreisen Euch gerne ein oder bewerfen Euch aus sicherer Entfernung, während ihre Kumpels Euch im Nahkampf aufmischen. In späteren Stages kommen Solisten nur mit ausführlichem Werte-Grinding voran.

Wer auf HD-Polygone und andere Annehmlichkeiten moderner Spielekost partout nicht verzichten kann, hält von Scott Pilgrim lieber Abstand. Alle anderen laden sich zumindest die Demo, denn die Pixelpracht und den rockenden Chiptune-Soundtrack muss man erlebt haben. Mögt Ihr Straßenklopper der alten Schule und die gezeichnete Vorlage, werdet Ihr Scott Pilgrim ohnehin vergöttern – konsequenter und liebevoller hätte man diesen Comic nicht umsetzen können.

Sidcescroller-Beat’em-Up mit grandioser Aufmachung, für Solisten aber schnell frustig.

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