The Sly Trilogy – im Klassik-Test (PS3)

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Für die zweite HD-Wiederbelebung nach der God of War Collection hat sich Sony eine PS2-Spieleserie ausgesucht, die beim ersten Anlauf zu Unrecht viel zu wenig Beachtung fand. Von 2002 bis 2005 schufen die inFamous-Macher Sucker Punch drei ausgezeichnete Jump’n’Runs. Sly Raccoon und seine Nachfolger zogen trotz ihrer Qualitäten (in den MAN!AC-Tests erhielten sie 86, 89 und 87%) stets den Kürzeren gegenüber der PS2-exklusiven Konkurrenz Ratchet & Clank sowie Jak and Daxte“.

Allen Titeln gemeinsam ist ein liebe­voller Grafikstil, der auf klare Linien mit Cel-Shading-Einschlag setzt. Das ist ausgesprochen HD-kompatibel und sieht auch heute ansehnlich aus. Natürlich erspähen Adleraugen hin und wieder etwas verschwommene Texturen, dafür wurde die Bildrate ordentlich nach oben geschraubt – das Spiel läuft stets mit geschmeidigen 60 Bildern pro Sekunde. Natürlich ließ sich Sony die Gelegenheit nicht entgehen und packte noch einen 3D-Modus hinzu, was durchaus zur Serie passt: Teil 3 lagen seinerzeit noch die klassischen Rot-Grün-Brillen bei.

Das Debüt Sly Raccoon macht Euch mit dem Waschbärdieb Sly Cooper bekannt, der zusammen mit seiner Bande die verlorengegangene Familienbibel aufspüren will. Ausgerüstet mit einem Stab, der sich zum Schlagen ebenso gut eignet wie als Schwunghilfe, hüpft und kloppt sich der akrobatische Star durch meist linear angelegte Missionen. Die gefallen mit vielen witzigen Ideen, einfallsreichen Bosskämpfen und Minispiel-Einlagen, bei denen auch mal seine Kumpane das Kommando übernehmen. Teil 1 bleibt weitgehend bekannten Prinzipien treu und macht Euch das Leben nicht zu leicht: Checkpoints sind teils ein gutes Stück voneinander entfernt und Sly verträgt ohne seinen erst zu verdienenden Schutz lediglich einen Treffer.

Das ändert sich mit den beiden Fortsetzungen, die das Hüpf-Konzept modernisieren: Eure Helden verfügen über eine Energieleiste und halten mehr aus, die Rollen bzw. Einsatzzeiten von Slys Gefährten werden kontinuierlich ausgebaut und statt vorgegebene Levels abzuklappern, tummelt Ihr Euch in größeren, frei erkundbaren Umgebungen, in denen Ihr neue Aufträge ansteuert. Damit wächst die Abwechslung ebenso wie die Spielzeit, was uns nur Recht sein kann: Vernünftige 3D-Hüpfereien mit etwas Anspruch gibt es auf der PS3 nur wenige – die Sly Trilogy füllt diese Lücke.

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