Roboter-Anime ”Geppy-X” im Stil der 70er – im Test (PS5)

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Kaum eine Konsole bietet so viele ungewöhnliche Geheimtipps in ihrer Bibliothek wie die PlayStation. Einer davon ist das 1999 exklusiv in Japan erschienene ’70s Robot Anime: Geppy-X. Streng genommen handelt es sich dabei um ein klassisches Horizontal-Shoot’em-Up, bei dem Ihr ein relativ großes Roboter-Sprite durch mehrfach unterteilte Levels steuert, dabei mal gepixelte und mal polygonale Gegner weglasert und in der ­Mitte sowie am Ende jeder Stage einen dicken Boss pulverisiert. Was Geppy-X etwas von der Konkurrenz abhebt, ist Eure großzügig bemessene Lebensenergie: Im Gegensatz zu den oft sehr anfälligen Raumschiffen der Konkurrenz steckt Euer Roboter zahlreiche Treffer ein. Später dürft Ihr auch zwischen drei Formen wechseln und im Verlauf des Spiels erhaltet Ihr ein ordentliches Upgrade. Dennoch ist das Prinzip seit Mitte der 1980er-­Jahre bekannt.

Was Geppy-X jedoch tatsächlich zum Geheimtipp macht, ist die Inszenierung. Das Spiel erschien damals auf ganzen fünf CDs, die neben den Ballerszenen vor allem massenweise Sprachausgabe, Storysequenzen und Videos enthielten – angeblich sollen es 8.000 sein. Denn Geppy-X ist nicht einfach nur ein weiteres Ballerspiel, sondern vor allem eine ebenso aufwendige wie liebevolle Hommage an Riesen­roboter-Animes wie ”Mazinger Z” oder ”Getter Robo”, die in den 1970er-Jahren Japans Jugend vor den Fernseher fesselten. Transformierende Roboter, fiese Aliens und eine Heldentruppe mit einem heißblütigen Anführer gehören dort natürlich zum guten Ton. Doch Geppy-X geht noch einige Schritte weiter: Jedes Level ist aufgebaut wie eine TV-Episode – mit Vorspann, Eyecatcher, Werbepause, Abspann und Vorschau auf die nächste Folge. Die Werbespots enthalten sogar Realfilm-Elemente und für die Songs wurden damals Stars wie Isao Sasaki oder Akira Kushida engagiert, die auch bei vielen der Vorbild-Serien mitwirkten. Das alles ergibt ein einzigartiges Gesamtpaket, das nicht nur dem ähnelt, was japanische Fans aus ihrer Kindheit kennen: Es fühlt sich wirklich authentisch und ehrlich an. Geppy-X ist keine selbstironische Parodie, sondern eine durchweg liebevolle Hommage. Dabei ist es auch erfreulich, dass die Portierung sehr gut gelungen ist: Es gibt ­diverse TV-Filter, aber selbst ohne ­diese ist die Grafik sauber, und die Videos haben nicht den billig-hochgerechneten Look einer KI-Skalierung.

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