Es tut mir wirklich leid, aber ich glaube, dass VR genauso floppt wie Kinect und 3D-Gaming. Der Meinung war ich schon vor dem Release von PlayStation VR in der letzten Woche, und nach einigen Tagen mit der VR-Brille und dem Startportfolio ist sie nun zementiert und steht auf stabilen Füßen.
Bevor ich erläutere, was mich alles am neuen Spieleerlebnis stört, komme ich zuerst zu den positiven Punkten auf der Liste: Der Aufbau ist dank der Schritt-für-Schritt-Anleitung und durchnummerierten Kabeln wirklich kinderleicht. Dazu trägt sich die Brille recht komfortabel, auch wenn die Gummipolster im Sommer wohl für reichlich Schweißausbrüche sorgen werden. Last but not least ist die Immersion bei einigen “VR-Erlebnissen” wie der Tauchdemo von VR Worlds oder im Cockpit von RIGS und EVE: Valkyrie wirklich gut. Man schaut sich staunend um, man sieht Beine und Schultern, man hat ein echtes Mittendrin-Gefühl, statt immer durch eine Art Fenster zu schauen, wie es beim Zocken auf einem konventionellen TV der Fall ist.
ABER: Die Nervereien beginnen gleich nach dem Aufbau (durch den mir einer der zwei wertvollen USB-Slots an der PS4 flöten geht): Ich konfiguriere PS VR mittels der Einstellungen im Systemmenü, stelle Augen- und Sitzabstand ein und bin letztendlich ganz zufrieden bis jemand anderes die Brille übernimmt, alle Einstellungen ändert und ich die Konfiguration danach von vorne beginnen muss. Doof. Doch das ist nur der Anfang. Während mich das Kabel an meinem Hinterkopf ständig nervt, sitze ich auf einmal nicht mehr im idealen Blickfeld der Kamera. Also Headset absetzen, die Kamera verschieben, Brille wieder aufsetzen, prüfen, Brille absetzen, an der Kamera rumspielen, Headset wieder aufsetzen. Ich habe schon keine Lust mehr, obwohl ich noch gar kein Spiel gestartet habe!
Egal, ich scrolle durch die Starttitel auf unserer Redaktionskonsole und entscheide mich für VR Worlds. Nach dem optisch netten, aber spielerisch nicht stattfindenden Tauchgang geht es weiter zu VR Luge man liegt auf einem Skateboard und jagt auf einer Straße einen Berg hinab, inklusive Autos, die einen theoretisch überrollen. Zu einem leichten Schwindelgefühl gesellt sich Nostalgie, denn die Grafik erinnert an frühe PS2-Zeiten. Nach dem Genuss von Uncharted 4 ein kleiner Schock. Habe ich auch die richtige Konsole angeschaltet?
Weiter geht es mit The London Heist. Mit aufgesetzter Brille finde ich meine Move-Controller nicht, also absetzen, die Controller in greifbare Nähe legen, Brille aufsetzen, neu zentrieren, und “schon” geht es los. Ich versuche, den Gangster, der mich anbrüllt, am Kinn zu kratzen oder ihm eine reinzuhauen, er reagiert aber nicht. In der Bar packe ich alle auf den Tisch geworfenen Gegenstände in meine Tasche (oder werfe sie versuchsweise durch die Gegend), bei der anschließenden Schießerei kann ich die auf der rechten Seite positionierten Feinde einfach nicht treffen, sie mich aber auch nicht. Nach 5 Minuten des Herumprobierens gebe ich auf.









