Heutzutage mag es Zockern merkwürdig vorkommen, doch vor Urzeiten waren für videospielbegeistertes Jungvolk die Karstadt-Warenhäuser quasi wie ein Tempel – denn (fast) nur dort gab es die neuesten Spiele, die man nicht nur kaufen, sondern oft genug sogar vorher ausprobieren konnte.
In der Gegenwart kommt man natürlich dank Internet, Elektromärkten und Fachhandelsketten ohne Probleme an seine Ware, aber irgendwie ist es trotzdem traurig: Denn der letztes Jahr nur knapp dem Komplett-Konkurs entkommene Karstadt-Konzern hat nun beschlossen, konsequent in den 83 verbliebenen Standorten die Multimedia-Abteilungen aufzulösen. Als Grund gibt der Firmenchef Andre Jennigs in einem FTD-Interview u.a. an, dass man ein zu breites Angebotsspektrum habe und das sinnvoller vorsortieren müsse.
Spiele, Filme und Musik gibt es also spätestens in 18 Monaten dort keine mehr, auch Modeartikel werden verringert. Zugegeben kein allzu großer Verlust, waren die Preise ohnehin meist nicht mehr konkurrenzfähig, aber eine gewisse Wehmut kann sich die Generation 30+ wohl trotzdem nicht verkneifen.