Multi-Ball – Motion-Tracking-Konsole aus München

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Dieser Artikel stammt aus der M! 338 (November 2021).

MÜNCHEN • Multi-Ball – so nennt sich ein Motion-Tracking-System, das das Münchner Start-up Fun With Balls bereits seit einiger Zeit erfolgreich an Fitnessstudios, Hotels, Shopping-Malls, Event-Veranstalter und dergleichen verkauft. Einmal montiert und mit einem Projektor verbunden, verwandelt Multi-Ball die Projektionsfläche in einen gigantischen Touchscreen, auf dem dann eine ganze Reihe von Minispielen wie Elfmeterschießen, Darts, Memory und Co. für schweißtreibende Action sorgen. Schweißtreibend deshalb, weil die Steuerung der Spiele entweder durch das Werfen von Bällen (mindestens 5 cm groß) auf die angestrahlte Wand oder durch Handberührungen der Wand erfolgt. Außerdem kann das System – Kinect lässt grüßen – die Körperbewegungen des Nutzers tracken. Multi-Ball-Installationen waren lange Zeit der Profitbringer der Firma – bis Corona-Lockdowns den Erfindern ab 2020 einen kräftigen Strich durch die Rechnung machten. Um trotzdem geschäftsfähig zu bleiben, konstruierte das Team rund um die Gründer Markos Aristides Kern und Benjamin Pilz jetzt eine handliche Heimvariante, taufte sie in LYMB.iO um und vermarktet diese seit Anfang Oktober als ”Physical Gaming Console” auf der gleichnamigen Webseite. Vorerst allerdings nur im Vorverkauf – die Auslieferung erfolgt dann voraussichtlich im Laufe des Novembers.

Kerneinheit des 3,5 Kilogramm schweren Systems, das im Optimalfall fünf Zentimeter unter der Zimmerdecke montiert wird, ist der LYMB.iO Ballfinder Sensor. Auf einer Fläche von 3,2 x 2 Metern, sprich: 6,4 Quadratmetern, erzeugt er insgesamt 28.800 Erkennungspunkte, die mit bis zu 150 Bildern pro Sekunde abgetastet werden. Die sogenannte ”LMYB.iO Highspeed Touchless-Sensing Engine” wiederum sorgt dafür, dass das System bis zu 16 gleichzeitige Interaktionen beziehungsweise Gesten bei 80 Bildern pro Sekunde erkennt. Um die Auswertung des Sensor-Inputs sowie die Darstellung der Spiele kümmert sich derweil ein Gespann aus ­Intel Pentium N4200 CPU mit 1,1 GHz, Intel HD 505 Grafikchip und 4 GB DDR3L Arbeitsspeicher. Mit an Bord sind außerdem 256 GB M.2-Massenspeicher, ein Wi-Fi-Modul (802.11ac), Bluetooth 4.0 sowie ein Gigabit-Port. Stichwort ”Spiele”: Sei es nun ”Air Hockey”, ”Boxing”, ”Easter Egg Hunt”, ”Motion Tracking Workout”, ”React BsketBall”, ”Space ­Invaders”, ”Target Practice”, ”Tennis Training”, ”Tic Tac Toe” oder ”Yoga Session” – bei den meisten der über 30 mitgelieferten Titel ist der Name Programm. Weitere Spiele und Anwendungen sollen zum Start über einen App Store zur Auswahl stehen. Klingt spannend? Zweifelsohne. Mit einem Preis von 1.470 Euro (ohne Projektor!) ist die Einstiegshürde für die Fitness-Konsole allerdings verdammt hoch.