Risikokapital für Ex-Funcom-Profis

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Dieser Artikel stammt aus der M! 359 (August 2023).

NEWCASTLE / OSLO • In der englischen Game-Industrie geht es 2023 drunter und drüber, die Szene erlebt so viele Firmenwechsel und -gründungen wie seit den 1980ern nicht mehr. Aufgebaut werden nicht international operierende Publisher – die entstehen vor allem in den USA, Asien und Skandinavien –, sondern unabhängige Studios und Technik-Dienstleister, die den Großen zuarbeiten. Wie unser ”Racing-Frühling”-Report im vorletzten Heft beschreibt, profitieren die britischen Entwickler dabei von ihrer jahrzehntelangen Erfahrung. In England tummeln sich 1.000 Profis, die schon seit den Amiga- und PSone-Tagen dabei sind – gewaschen mit allen Plattform-Wassern und dadurch geeignete und vertrauenswürdige Finanzierungsziele für Fonds, Banken und andere Geldgeber. ”Neue Möglichkeiten des Multiplayer-Spiels” möchte jetzt ein Entwicklungsteam um den ehemaligen Ubisoft-Reflections- und Driver-Programmierer Fred Richardson austüfteln und ”das Hardcore-Survival-Genre weiterentwickeln”. Zuletzt Cheftechniker bei der englisch-norwegischen Firma Funcom und dort etwa für Conan: Exiles zuständig, holt Richardson weitere Funcom- und Reflections-Veteranen in sein Start-up namens Red Rover Interactive. Als COO fungiert Joe Stevens (der in den 2000ern an den Eutechnyx-Rennspielen SRS, Big Mutha Truckers, Ford, The Fast & the Furious programmierte), als Technikdirektor den Render- und Tool-Profi Daniel Rätzer, dazu noch Art Director ­Sebastian Zimmermann von Crytek.

Mehrere Risiko-Kapitalgeber investieren im Juni knapp 5 Millionen Euro in das neue Unternehmen, darunter die nordisch geführten Behold Ventures rund um den Ex-EA- und DICE-Manager Karl Magnus Troedsson und The Games Fund (TGF), welchen ehemals russische Videospiel- und Finanzexperten in New York und auf Zypern aufbauen. So sind es nicht mehr Pfund und einheimische Banken, sondern ausländische Gelder, mit denen sich die gewaltige englische Entwicklerszene wandelt, erfrischt und finanziert. Red Rover ist gegenwärtig knapp 20 Personen stark, rekrutiert in allen Bereichen und zwei Studios (in England und in der norwegischen Hauptstadt Oslo), um langfristig das ”neueste, ungewöhnlichste, fesselndste Multiplayer-Erlebnis auf den Markt zu bringen”.

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