Schulterschluss zweier Ikonen: Sega kauft Rovio

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Dieser Artikel stammt aus der M! 357 (Juni 2023).

ESPOO / TOKIO • In den 1990er-Jahren beherrschen japanische Firmen die Games-Industrie, sehen im 21. Jahrhundert ihre Dominanz jedoch bröseln. Während Amerikaner, Schweden, Chinesen und seit Kurzem auch Saudis viele Milliarden in die boomende Branche buttern, fallen namhafte Japan-Firmen im weltweiten Akquise-Rennen zurück. Ausnahmen sind PlayStation-Hersteller Sony, der seine Entwicklungskapazitäten durch regelmäßige Studioübernahmen beharrlich ausbaut, und Pionier Nintendo, der mehrere japanische Partner eingliedert, sowie der ehemals dritte japanische Plattformanbieter Sega.
Nach seinem Hardware-Ausstieg schluckt Letzterer 2005 den britischen Strategiespiel-Primus Creative Assembly und 2006 die Sportspiel-Schmiede Sports Interactive, 2013 die Reste von Atlus, 2016 das französische Amplitude-Team und 2019 das britische Two-Point-Studio. Jetzt überrascht der börsennotierte Sega-Sammy-Konzern Branche und Spieler mit seiner bislang dicksten Übernahme: Umgerechnet rund 706 Millionen Euro zahlt die Holding beziehungsweise ihre 100-prozentige Tochter Sega Europe Limited für die finnische App-Fabrik Rovio Entertainment. Sie gilt dank ihrer 2009 gestarteten Erfolgsmarke Angry Birds als einer der heißesten Entwickler Europas – über 5 Milliarden Mal wurden Rovio-Spiele bislang heruntergeladen. Die Pressemeldung zur Übernahme spricht explizit von den ”Mobilspiel-Fähigkeiten”, die Rovio mitbringt, erwähnt aber auch, dass Sega innerhalb von fünf Jahren insgesamt umgerechnet gut 1,65 Milliarden Euro ausgeben möchte, um über alle Plattformen die ”Entwicklungs-Kapazität zu stärken und um ein neues Ökosystem aufzubauen.”

”Innerhalb des rasant wachsenden globalen Spielemarkts hat der Mobile-Sektor ein besonders hohes Potenzial”, erklärt Sega-Sammy-Präsident Haruki Satomi. ”Segas langfristiges Ziel war und ist es, die Expansion in diesem Bereich zu beschleunigen.” Neben der Strahlkraft der Marke Angry Birds motiviert Rovios technisches Know-how die Übernahme: Mit ”Beacon” betreiben und vermarkten die Finnen eine Entwicklungsumgebung und weltweite Infrastruktur für Free-to-Play- und Live-Action-Titel, die sowohl die eigenen Spiele als auch unabhängige Studios nutzen. Gegenwärtig smartphonezentrisch, will Sega die Beacon-Plattform in Zukunft verstärkt für Konsolenspiele zum Einsatz ­bringen.

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13. September 2023 12:52

Wundert mich aber auch dass die soviel “Wert” sind!
Ausser Angry Birds wie auch deren grünen Schweine ist mir von denen nichts bekannt!
(Die zwei Verfilmungen aber fand ich sehr unterhaltsam)
Ich denke aber auch dass die “Hardcore”-Gamer (wie 99% wenn nicht 100% hier bei M! Games) 😉 die Mobile-Gaming Welt total untrschätzen!

SonicFanNerd
13. September 2023 0:40

Dieser Artikel stammt aus der M! 357 (Juni 2023).

Aha. 🙂

Davon ab:
Wusste nicht, dass Rovio noch so dick im Business ist. Hab mit mobile so gar nix am Hut und kenne halt nur das wütende Federvieh.

Mayhem
12. September 2023 19:40

Schulterschluss zweier Ikonen?
Da ist doch nur SEGA eine Ikone.

TOKUKAN
12. September 2023 18:57

Bäm! Das sind keine Peanuts…