3D Dot Game Heroes – im Klassik-Test (PS3)

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Nach Bosskämpfen, als Belohnung für Sidequests und durch Funde in versteckten Schatzkisten wird Euer Vorrat allerdings aufgestockt, so dass Ihr die immer schwierigeren Gegner in der Oberwelt sowie Wald-, Wiesen- und Wüstentempel nicht mehr zu fürchten braucht. Öffnet Ihr eine Schatzkiste, ertönt natürlich ein Jingle im Zelda-Stil und erwartungsgemäß liegen in den begehrten Truhen neben Energiecontainern fast ausschließlich bekannte Items: Normale Schlüssel und ein großer Boss-Schlüssel öffnen entsprechende Türen in den Tempeln. Diverse Werkzeuge wie Bumerang, Greifhaken und Bomben, die Ihr per frei belegbarer X-Taste einsetzt, erweitern außerdem sukzessive Euren Aktionsspielraum. Per Greifhaken hangelt Ihr Euch zu Holzpflöcken, um Abgründe zu überwinden. Bomben liefern in manchem Bosskampf die Extraportion Bums und öffnen versteckte Räume, die durch Risse in der Wand angedeutet werden. Der Bumerang lähmt kurzzeitig Standardgegner und wird benutzt, um unerreichbare Schalter zu betätigen. Einziges eigenständiges Waffen-Feature: In den Städten kauft Ihr Upgrades für Euer Schwert, macht es länger, breiter und stärker oder lasst Euch gleich eine neue Klinge anfertigen, die gerne auch ungewöhnliche Formen haben darf und z.B. einem Baseballschläger ähneln kann.

Dort, wo die echte Zelda-Serie die oben genannten Elemente variiert und mit großer Kunst zur spielde­signerischen Vollendung führt, steht 3D Dot Game Heroes hinter dem Original zurück. Durch die echte 3D-Perspektive ist es ungleich schwieriger, den Standort von Gegnern oder anfliegenden Projektilen genau zu bestimmen, so dass Ihr öfters danebenhaut oder einen ungerechten Treffer kassiert. Da hilft es auch nichts, dass die durchgehend selbstironisch daherplappernden Einwohner Dotnias sich ebenso über das neue 3D-Upgrade ärgern (welches Ihr König ausgerufen hat), weil nun viel mehr Stellen sichtbar sind und geputzt werden müssen.

Auch das Design der Tempel, die neben der bunten und prachtvollen Klötzchen-Oberwelt ziemlich eintönig und trist aussehen, wirkt stellenweise eher wie ein ”Zelda”-Fanspiel. Zu lange Ladepausen werden auch nach einer Festplatten-Installation nur etwas erträglicher. Unübersichtliche Passagen, dröge Schalterrätsel und Längen nerven genau da, wo Euch das Dungeon-Design eines echten Zelda-Tempels anerkennende Begeisterung entlockt. So bleibt 3D Dot Game Heroes eine ironische Hommage, deren größte Qualität in den teils sehr witzigen Dialogen, dem grandiosen Voxel-Look und den vielen Anspielungen auf die NES-Ära liegen. Dass der Bildschirmtext lediglich auf Englisch vorliegt, ist bei einem Spiel ohne Sprachausgabe im Jahre 2010 aber nicht retro, sondern schwach.

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Max Snake
15. März 2026 23:19

Hätte 3D Dot Game Heroes wie Wildgrubers geschrieben hat mehr bietet als Zelda Hommage, hätte ich mir gegönnt.

ghostdog83
15. März 2026 21:27

Ich habe mir das Spiel damals zu Release gekauft und bin überrascht gewesen, wie fordernd es gegen Ende wurde (Kämpfe).

Sicherlich ein Titel, der aufgrund seines Looks als Neuauflage seine Käufer auch heute noch finden würde.

SonicFanNerd
15. März 2026 21:07

Das ist eins (wenn nicht das) PS3-Exclusive, welches ich nie auf der Konsole gezockt habe.
Allein aufgrund des einzigartigen Looks (seinerzeit) eigentlich ziemlich auffällig und komisch, dass es nicht den Weg in mein Regal gefunden hat