Brink – im Klassik-Test (PS3 / 360)

0
7
Zurück
Nächste

Seite 2

Der Spion übernimmt das Aussehen gefallener Gegner und schleicht sich hinter die feindlichen Linien, während der Techniker Mis­sionsziele repariert, Waffen ­verstärkt sowie Minen und Geschütztürme baut. Dazu kommen weitere generelle und klassenspezifische Fähigkeiten, die Ihr nach und nach freischaltet, sobald Ihr einen der leider nur 20 Levels aufsteigt.

Eine wirkliche Neuerung ist das SMART-Bewegungssystem, mit dem Ihr spielend leicht Geländer und ­Kisten überwindet oder Eure Gegner mit einer gezielten Rutsch­attacke von den Beinen holt. Schlanke Kämpfer haben mehr Bewegungsoptionen als kräftige, halten dafür aber auch weniger aus. SMART beschleunigt das sonst eher gemächliche Spiel­tempo deutlich und macht richtig Spaß. Das innewohnende ­Potenzial wurde aber durch Karten, auf denen sich die Gefechte immer auf bestimmte ­offene Knotenpunkte konzentrieren, nur angekratzt. Es kommt meistens eher darauf an, in möglichst großer Mannstärke am Missionsziel zu erscheinen, statt einen kreativen Weg dorthin zu wählen.

Teamwork ist bei Brink der Schlüssel zum Erfolg. Die Missionen verlangen oft, dass eine bestimmte Klasse sekundenlang eine Aktion ausführt, währenddessen sie sich nicht wehren kann. Also müssen andere Teammitglieder Feuerschutz geben und für Munitions- und Gesundheitsnachschub sorgen. Wer alleine loszieht, erntet zwar viele Kills, diese werden jedoch nicht einmal gesondert in der Statistik vermerkt und bringen weniger Erfahrungspunkte als teamförderliche Aktionen.

Verschiedene Klassen, ein innovatives Bewegungssystem und ein erfrischender Grafikstil – eigentlich hat Brink alles, um die Herzen der Mehrspieler-Fans zu erwärmen. Doch viele technische Schwächen werfen die Frage auf, warum die Veröffent­lichung sogar eine Woche nach vorne verlegt wurde, statt Fehler zu beseitigen. Auf beiden Konsolen stören sehr spät nachladende Texturen das Bild, außerdem klingen die Waffen eher mickrig und man steigt viel zu schnell bis zur maximalen Level­grenze auf, nach der es nichts Neues zu entdecken gibt. Dazu kommt eine schlampige deutsche Synchronisierung (die englische fehlt auf beiden Plattformen) mit müden Sprechern, in den Erklärungsvideos sind viele Sätze abgeschnitten.

Andererseits belohnt Brink endlich mal wieder den Teamgeist, statt nur einen flinken Zeigefinger zu verlangen. Spieler, die Freude an Left 4 Dead 2 sowie Team Fortress 2 hatten und über die technischen Unzulänglichkeiten hinwegsehen können, sollten unbedingt einen Blick riskieren.

Zurück
Nächste
0 Kommentare
neuste
älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen