Code Vein II – im Test (PS5)

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Eure Hauptmission führt derweil in verschiedene Zeitepochen, in denen Ihr Helden aus vergangenen Tagen unter die Arme greift. Eine Prämisse, die das solide Fundament für ein interessantes Mysterium, charmante Figuren und dramatische Einzelschicksale legt, die jedoch allesamt weitgehend ungelenk inszeniert werden. Mit den Bekanntschaften, die Ihr so macht, geht die nächste wesentliche Neuerung einher. Der Koop-Modus aus dem Vorgänger weicht einem neuen Begleiter-System, das Euch im Spielverlauf diverse NPC-Partner an die Seite stellt. Ihr habt die Wahl, ob Ihr in den regelmäßigen Keilereien auf das zweite Paar helfende Hände setzt oder lieber die Kraft ­Eurer Gefährten kanalisiert, um so zwar allein, aber dafür deutlich ­gestärkt in den Kampf zu ziehen.

Stichwort ”Kampf”: Wie eingangs angeschnitten, tobt Ihr Euch im Rahmen eines klassischen Soulslike-Kampfsystems aus. Will heißen, mit Rücksicht auf Euren Ausdauervorrat verlasst Ihr Euch auf die einfachen und schweren Angriffe diverser Waffentypen. Bei Schwertern, Hämmern und Dolchen bis zu exotischen Kriegswerkzeugen wie Bajonetten und Runenklingen dürfte jeder Spielertyp auf seine Kosten kommen. Ihr passt aber auch offensive und defensive ”Formae” an Eure spielerischen Vorlieben an und bestimmt so beispielsweise, ob Euer Held feindliche Angriffe lieber ­sicher blockt oder zu riskanteren, aber dafür belohnenden Paraden ansetzt. Dann wären da noch Blutcodes, die Einfluss auf Eure Attribute nehmen, sogenannte ­”Käfige”, mit denen Ihr Feinde ihrer Energie beraubt, um sie in eigene Spezial­manöver zu investieren, und ein Lastensystem, das Euch je nach Beanspruchung Eurer Attribute belohnt oder abstraft.

Diese Vielzahl an Elementen kann eingangs überfordern, ermöglicht Euch aber eine tiefgreifende Individualisierung Eurer Spielerfahrung. Wer sich hingegen nicht gern mit Details aufhält, muss sich nicht sorgen. Code Vein II ist zwar genretypisch kein Zuckerschlecken, über weite Strecken aber doch angenehm zugänglich; insbesondere, wenn Ihr vom Hauptpfad abrückt, um Eure Figur im Zuge optionaler Abenteuer zu stärken. Lediglich die knackigen, aber motivierenden (und schick designten) Bossgegner werden Euch zuverlässig mit dem Game-Over-Screen vertraut machen.

Wo wir schon von Designs sprechen: Auch Code Vein II punktet mit kreativen Figuren- und anregend-grotesken Gegnerdesigns. Außerdem führt Euer Abenteuer an abwechslungsreiche Schauplätze, die von verfallenen Städten und schaurigen Jahrmärkten bis zu einer Gefängnisinsel reichen. Mit dem neuen Open-World-Ansatz kommt allerdings auch ein großer Haken: Code Vein II ist technisch nahe an der Zumutung. Die unheimlich altbackene Optik kränkelt an detailarmen Texturen und einer grausigen Beleuchtung und wegen der mangelhaften Performance begleitet Euch die ­meiste Zeit eine ganz schön wackelige Bildrate durchs Aben­teuer. Da lassen sich gelegentliche Aussetzer auf der Tonspur beinahe schon verschmerzen. Bleibt zu hoffen, dass Bandai Namco hier noch mithilfe von Updates spürbar nachbessert.

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