
Meinung
Michael Herde meint: Ich vermisse etwas Anspruch für meine grauen Zellen und mitunter ist mir schon beim Betreten eines Raumes klar, dass sich gleich wieder eine Tür schließt und Monsterhorden angreifen. Wenn ich dann nicht die passenden Waffen dabei habe – nicht alle sind gleich cool –, beiße ich vor allem gegen Ende so lange ins Gras, bis ich die passende Taktik anwende. Der flexible Umgang mit den Schwierigkeitsstufen erspart dabei Frust. Ansonsten machen die Entwickler in puncto Timing und Leveldesign alles richtig und fesseln mit einer ansprechenden Story, die mit Anspielungen auf Teil 1 nicht geizt. Da ich grundsätzlich nicht besonders schreckhaft veranlagt bin, macht mir die vertraute Nekromorph-Formel nur selten Angst, zumal ich Isaac dank mehrerer Anzüge und vielfältiger Waffenfunktionen zum wütenden Berserker aufmotzen kann. Wenn ich allerdings mal wieder ohne Munition in der Ecke stehe und blind um mich schlage, regiert Panik – tolles Spiel!
Oliver Schultes meint: Ich hetze von einem Raum zum nächsten, meine Verfolger kreischen, grunzen, schmatzen, verstümmelte Leichen pflastern den Weg. Mein virtuelles Ich saugt pfeifend Luft ein, nur noch wenige Attacken und Isaac segnet das Zeitliche. Der Puls steigt. Das Wummern von draußen schwillt an, unnachgiebig fluten die Schallwellen meine Gehörgänge und bringen meine Nerven zum Flattern. Adrenalin schießt in meinen Körper, als ein halbes Dutzend Monster attackiert. Waffe in den Anschlag, die rechten Finger malträtieren im Staccato Buttons und Trigger, im selben Rhythmus zucken die Leiber, Körperteile fliegen. Alle Munition verbraucht, ich schlage und trete wie von Sinnen. Meine Feinde sind längst tot – und ich hacke weitere, endlos scheinende Sekunden lang auf sie ein. Stressabbau durch körperliche Betätigung nennt sich das wohl. Kurzum: Dead Space 2 ist der neue König in Sachen Bildschirm-Terror, der seinen Schrecken aus einem Referenz-Surround-Sound, einer durchgestylten High-End-Optik und einer cleveren Dramaturgie speist. Das Tempo ist hoch, steigert sich und wird im rechten Moment gedrosselt, um die Spannung auf wunderbar unerträglichem Niveau zu halten. Mit klassischem Grusel hat Teil 2 jedoch noch weniger am Hut als sein Vorgänger: Hier brüllen Euch die Monster ins Antlitz statt leise im Schrank zu lauern. Diese Fokussierung tut dem Spiel gut, ebenso wie die Vielzahl an Schauplätzen: Ihr langweilt Euch zu keiner Zeit und Kenner des Vorgängers werden sich mehrmals diebisch freuen – beziehungsweise aus dem Sessel springen. Kleinere Logikpatzer wie etwa beim DNS-Scan (ein Arm einer Person genügt nicht, es muss schon der Körper sein) fallen bei diesem Atmosphäre-Monster nicht weiter ins Gewicht.
Max Wirtz meint: Im Gegensatz zu Oliver und Michael stellt der Abstecher in die Weltraumstadt meinen Erstkontakt mit Isaac Clarke und den Nekromorphs dar. Ein ”Previously on Dead Space” klärt Neueinsteiger über die Geschehnisse des ersten Teils gelungen auf, notwendig für den Genuss des zweiten Teils ist es aber nicht. Vielmehr solltet Ihr kein Problem mit expliziten Gewaltdarstellungen haben, denn damit geizt das Spiel nicht! Insbesondere Isaacs zahlreiche Todesarten sind mitunter knapp an der Grenze des Erträglichen. Wen das nicht stört, bekommt die erwartet hochklassige Fortsetzung und ein nahezu tadelloses Sci-Fi-Horror-Action-Fest serviert. Nur gegen Ende meinen es die Entwickler zu gut mit dem Gegneraufkommen und lassen Euch in einer Monsterflut nahezu ertrinken. Dann ist Geduld, ein ruhiger Finger und vor allem die richtige Waffe samt passendem Upgrade gefragt! Nett: In der Not könnt Ihr immer noch die Schwierigkeitsstufe jederzeit an Eure Bedürfnisse anpassen!











Dead Space 2 war schon n richtig guter Titel.
Quasi die Steigerung von Teil 1. So ein bisschen, wie wenn man den Alien 1 (Horror) zu Aliens (Action) -Vergleich ziehen möchte.
Ich mochte alles in allem Teil eins allerdings einen Ticken mehr. Es war schauriger, weniger Schießbude und es fühlte sich noch etwas frischer an.
Nichts desto Trotz hat Teil 2 n richtig guten Nachfolger abgegeben …. was man vom dritten Teil ja leider nicht sagen kann. Nur noch Action, kein Horror, (optionale …) Mikrotransaktionen (damals in nem Vollpreisspiel nicht üblich …) und irgendwie so gar keine Atmosphäre…
Trotzdem richtig schade um das Universum.
Das Remake zuletzt von Teil eins hat EA ja nun wohl nicht überzeugen können (von finanziellen Erfolg her) und wenn EA nun ja verkauft wird, glaube ich nicht an eine Reanimation der IP.
Der beste Teil der Reihe.