
Meinung
Thorsten Küchler meint: Der Teufel steckt im Detail: Trotz meiner äußerst positiven Eindrücke von der Preview-Version und den behutsamen Neuerungen bleibt Devil May Cry 2 deutlich hinter Teil 1 zurück. Zwar wird in technischer Hinsicht bewährt schmackhafte Capcom-Kost samt opulenter Polygonkulissen, krachiger Sound-Effekte, spektakulärer Massen-Scharmützel und gleißender Lichtspielereien geboten, der Spannungs-Funke will aber nicht so recht überspringen. Dafür sind an vorderster Dämonen-Front die Zwischenbosse verantwortlich: Wenn schon das zahlreiche Standard-Volk kaum bemerkenswerte Spannung generiert, sollten wenigstens die diversen Endgegner-Gefechte für Furore sorgen. Aber weit gefehlt: Stattdessen rufen die lachhaft simplen Duelle höchstens ein Gähnen beim Spieler hervor – meistens gereicht wildes Knöpfchen-Drücken zum Sieg. Diese demotivierende Tatsache hat zur Folge, dass geübte Zocker in gerade mal knapp sechs Stunden beide Handlungsstränge abfrühstücken. Auf der Habenseite stehen dagegen das neue Aufwertsystem, die nach wie vor famose Steuerung und die schicken Rendersequenzen – trozdem dezent enttäuschend.
Oliver Schultes meint: Was hab’ ich mich auf den zweiten Teil von Devil May Cry gefreut – mit dem coolsten Action-Held der Next-Gen-Ära wild ballernd durch gotisch angehauchte Schauerkulissen stürmen und einfach nur Spaß haben. Pustekuchen! Letzteres trifft dank unkomplizierter Handhabung, tadelloser Technik und exzellentem Surround-Sound zwar immer noch zu, doch was haben sich die Entwickler beim Design der 3D-Kulissen gedacht? Für meinen Geschmack passen die industriellen Hightech-Schauplätze nicht so recht zur Horror-Thematik der Serie – ich hätte mich lieber noch einmal durch ein opulentes Gruselschloss geprügelt, als durch ein Resident Evil-inspiriertes Labor zu stapfen. Wer sich an der ‘Modernisierung’ nicht stört, erlebt dennoch ein packendes Action-Abenteuer.








