Devil’s Third – im Test (Wii U)

16
654
Spiel:
Publisher:
Developer:
Genre:
Getestet für:
Erhältlich für:
USK:
Erschienen in:

Ivan, der Devil’s Third-Hauptdarsteller, ist ein Haudegen alter Schule: ein tätowiertes Muskelpaket mit Knarre im Anschlag und Katana auf dem Rücken. Er spricht nur, wenn es sein muss, pafft unter Feindbeschuss Zigarette und läuft in Eis und Schnee mit nacktem Oberkörper herum. Passend dazu ist Devil’s Third ein Actionspiel alter Schule – es wirkt, als wäre es aus dem Jahr 2005 in die Jetzt-Zeit gebeamt. Zum einen sieht der Wii-U-Shooter grafisch wie ein Xbox-360-Launchtitel aus: Damals hätten wir die detaillierten Gesichter gelobt, heute spotten wir über Matsch-Texturen und unrealistische Beleuchtung. Damals hätten wir von der Inszenierung einiger Actionszenen geschwärmt, heute (gefühlte zehn CoD-Episoden später) lächeln wir nur müde, wenn Flugzeuge explodieren oder Gebäude plattgemacht werden – das wirkt 2015 billig und nicht mehr zeitgemäß.

Trotzdem geil? Nicht wirklich. Zwar geht die Steuerung in Ordnung, richtig rund wirkt das Charivari aus Ego-Shooter, Third-Person-Deckungsballerei und Hack’n’Slay aber nicht: Die Positionierung der Waffe in Ego-Sicht ist seltsam, zudem ärgert Ihr Euch regelmäßig über Kameraprobleme. Trotzdem verdient der Ansatz, verschiedene Action-Spielarten unter einen Hut zu bringen, Lob – daran wagt sich kaum ein Konkurrenztitel. Richtig spaßig sind die immer wieder anderen Nahkampf-Kills (dank wechselbarer Waffe) und so manches Boss-Duell. Geballert und gemetzelt wird übrigens in Lagerhallen, Häfen, Tempeln und Laboren – die fiktiven Areale sind Schauplatz einer trashigen ”Mutierte Supersöldner wollen Weltherrschaft, Ivan muss sie stoppen”-Story.

Die Frotzeleien meines Kollegen Tobias (”Oh, spielst Du das erste Counter-Strike auf Wii U?”) bringen ein Problem des Mehrspieler-Modus von Devil’s Third auf den Punkt: Die Action sieht einfach unappetitlich aus. Wer schon mal in Destiny Online-Schlachten bestritten hat, reibt sich bei den matschigen Texturen und hässlichen Arenen eines Devil’s Third die Augen.

Doch das nehme ich hin – schließlich hatte ich auch mit der Solo-Kampagne meinen Spaß, und die sah kaum besser aus. Also stürze ich mich in Online-Kampf um Online-Kampf… oder besser gesagt: Ich versuche es. Denn Mitspieler sind Mangelware!

Selbst zu guten Zeiten warte ich oft Minuten, bis ein Melonen-Matsch-Match zustande kommt, nach Mitternacht oder am frühen Morgen finden sich selbst für Team-Deathmatches nicht immer genug Leute ein – nicht schön für mich als nachtaktiven Zocker. Ob das daran liegt, dass tatsächlich kaum ein Mensch ”Devil’s Third” online spielt oder der Spielersuchdienst einen schlechten Job verrichtet, wissen wir nicht…

Wenn eine Partie startet (im normalen Deathmatch schon ab drei Leuten), erlebt Ihr eine solide Online-Ballerei mit schnellen Kills – die Steuerung und damit verbunden Eure Treffsicherheit fällt aber mittelmäßig aus. Reizvoll ist die an vielen Stellen einsetzbare Kletterfähigkeit, das sorgt für Vertikalität. Wegen der suboptimalen Zielsteuerung und manchen Lags sind Camper im Vorteil: Aus der Deckung auf umherlaufende Feinde zu feuern, ist ratsam. Wer auf Dauerspurt-Action steht, kauft sich besser eine starke Nahkampf-Waffe und hackt drauflos. Witziger Fakt: Die Kill-Cam hält nicht, was ihr Name verspricht – sie zeigt Euren Killer, nicht aber den Kill selbst. Während lange Menü-Ladezeiten und teure Shop-Preise nerven, bietet der ”Siege”-Modus viel Tiefgang: Ihr kämpft in Clans, heuert als bezahlter Söldner an, baut im Editor die eigene Basis aus und verteidigt bzw. attackiert in der Schlacht wechselnde Hot Spots – das ist cool. ms

Matthias Schmid meint: Komisch – bei Uncharted 3 verließ mich nach zwei Stunden die Lust, bei Devil’s Third griff ich durchaus mit Freude immer wieder zum Pad, bis der Abspann über den Schirm flimmerte. Dabei ist die Grafik großteils fies, die KI grottig und die Geschichte vorhersehbar. Auch die derbe Gewalt lockt einen adulten Videospiel-Tester mit Faible für intelligente Indiegames nicht hinter dem Ofen vor. Warum also hatte ich Spaß mit Ivan? Weil sich der trashige Actioner nicht ernst nimmt, weil die Checkpoints fair verteilt und die Bosse übertrieben sind, und weil Ivan Ego-Ballern, Deckungs-Shooten und Hack’n’Slayen kann – einen sekundenschnellen Übergang vom Shotgun-Splatterschuss zum Kopf-ab-Kill per Vorschlaghammer seht Ihr (vor allem auf Wii U) nicht alle Tage!

Wenn die grundlegende Spielbarkeit nicht stimmt, nutzen einfallsreiche Spielvarianten wenig. Der Online-Part von Devil’s Third ist (ähnlich wie die Kampagne) weit entfernt von unspielbar oder unspaßig – trotzdem hat er angesichts der hochwertigen Konkurrenz im Online-Shooter-Sektor eigentlich keine Daseinsberechtigung. Die Steuerung ist zu keinem Zeitpunkt so flott und fehlerfrei wie bei CoD, Halo &amp Co., auch bei der Spielbalance (zu starkes Trainingsgewehr, rasch tödliche Nahkampf-Attacken) hapert es. Da verpuffen leider die guten Ansätze: witzige Kostüme, der ziemlich taktische und vielseitige ”Siege”-Modus (samt Basen-Bau), die hektische Hühnerhatz oder das ordentliche Shop- und Lobby-System. Und dass ich erst ab Level 5 Zugang zum ”Siege”-Modus habe, ist einfach doof.

  • 70% Ego-Ballern, 30% Hack’n’Slay
  • simples Block- und Ausweich-System
  • regelmäßige Bossfights
  • sehr linearer Level-Aufbau
  • zig verschiedene Mehrspieler-Modi

Actionfans mit Faible für altbackene Japangames könnten Gefallen an Ivan finden – obwohl die meisten Shooter hübscher, moderner und besser sind.

Singleplayer64
Multiplayer
Grafik
Sound
16 Kommentare
neuste
älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
fallibart
1. Oktober 2015 8:54

[quote=Danijel78]

Wenn mir Jane Doe im echten Leben übern Weg laufen würde, täte ich mich auch auf ein Kämpfchen mit ihr einlassen. Aber ohne Deadzone im Stick 😉

[/quote]Dann lieber ne deadzone im stick als so’n ausgeleiertes teil da rumbaumeln zu haben :-))

Danijel78
1. Oktober 2015 4:21

Wenn mir Jane Doe im echten Leben übern Weg laufen würde, täte ich mich auch auf ein Kämpfchen mit ihr einlassen. Aber ohne Deadzone im Stick 😉

D00M82
30. September 2015 19:42

Ich habe es ja auch schon spielen “”dürfen””.Das zielen ist einfach grausam. Eine fürchterliche Deadzone im Stick.Kein Plan ob das Tablet daran schuld ist.

ChrisKong
30. September 2015 16:56

[quote=ghostdog83]

Wenn der Preis passt, wirds gekauft.

[/quote]Meld dich, wenn dus für 5 Euro siehst, vielleicht überleg ichs mir dann auch. XD

ghostdog83
30. September 2015 16:27

Wenn der Preis passt, wirds gekauft.

Max Snake
30. September 2015 16:18

Ein Fall aus der Videothek ausleihen.

30. September 2015 16:07

Allein der Screenshot sollte als Kaufempfehlung ausreichen 🙂

rvn
rvn
30. September 2015 16:04

@JackNapierGut für dich 😉

ChrisKong
30. September 2015 15:43

Vorteil von Entwicklernerds, die programmieren sich ihre Sexfantasien einfach. XD

bitt0r
30. September 2015 15:23

jane doe weiß halt, was männern spass macht.

30. September 2015 15:19

verstehe: inkl knarre vor der nase rumwedeln usw. hab ich das noch nie gemacht

rvn
rvn
30. September 2015 14:47

[quote=JackNapier]

kann mir jemand erklären was genau auf bild 3 abgeht?

[/quote]Noch nie gemacht?

ghostdog83
30. September 2015 15:55

[quote=JackNapier]

kann mir jemand erklären was genau auf bild 3 abgeht?

[/quote]P(r)o Wrestling Marke Itagaki.

30. September 2015 13:41

kann mir jemand erklären was genau auf bild 3 abgeht?

Ziep
30. September 2015 13:29

Hab da nicht mehr erwartet, und bin sozusagen nicht enttäuscht worden. Interessantes Thumbnailpic ^^