Fallout: New Vegas – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Screenshot von Fallout: New Vegas
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Überhaupt kann die erzählerische Qualität von New Vegas nicht ganz mit der brillanten Dramaturgie von Fallout 3 mithalten, das merkt man schon am Prolog, der lange nicht so gewitzt in die Spielwelt einführt wie die Zeitraffer-Jugend Eures Helden im Vorgänger. Das Feintuning Eurer Charakterfertigkeiten mittels ziemlich platter Psychotests von Doc Mitchell im Western-Kaff Goodsprings ist nicht vergleichbar mit dem pfiffig-satirischen GOAT-Test in Vault 101. Auch Goodsprings ist weder architektonisch, noch was seine recht formelhaften Anfangs-Quests angeht, mit der Bombenstimmung in Megaton vergleichbar. Hier bleibt das Spin-off deutlich hinter dem Original zurück.

Ein paar Stunden später allerdings nimmt New Vegas Fahrt auf, die Spielwelt offenbart immer mehr interessante Schauplätze, die Spielmechanik zieht einige Asse aus dem Ärmel und die Story um den Platinchip und seinen mysteriösen Besitzer Mr. House wird unterhaltsamer. ­Obsidians Werk, das wird klar, richtet sich an den Fallout-Kenner, dem man das SPECIAL-System, Perks und Traits nicht mehr groß erklären muss, und der neben dem direkten Vorgänger möglichst auch die beiden Interplay-Teile gespielt hat. Diese Profi-Ausrichtung merkt man schon am überarbeiteten Fertigkeiten- und Extra-System, das eine variantenreichere und komplexere Charakterentwicklung ermöglicht.

Kenner der Original-Fallouts freuen sich über die Rückkehr der ’Trait‘-Extras, von denen zwei am Anfang des Spiels wählbar sind und die stets eine bestimmte Fähigkeit auf Kosten einer freiwillig in Kauf genommenen Schwäche verbessern. Wiederholt Euer Charakter im Laufe des Spiels außerdem bestimmte Aktionen, gewöhnt er sich irgendwann daran und erhält ein entsprechendes Extra. So gewährt das ’Kammerjäger‘-Goodie beispielsweise einen Schadenbonus auf Insekten, wenn Ihr vorher eine bestimmte Anzahl der Krabbler getötet habt. Die in Fallout 3 eher sinnlosen Nahkampf-Fertigkeiten wurden nun ordentlich in der Spielmechanik verankert. Kämpfe mit Boxhandschuhen oder fetten Stoßstangen-Schwertern laufen in Echtzeit taktischer ab und gewähren Euch im VATS-Kampfmodus blutige Spezial­attacken, die Ihr zum Beispiel von einem alten Soldaten lernen könnt. Apropos: Wie im Vorgänger wurden die Splatter-Effekte der deutschen Version deutlich entschärft.

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