
Seite 2
Als wichtigstes Hilfsmittel für diese und andere Aktionen dient der Greifhaken, den Rico am linken Arm trägt. Auf Knopfdruck schießt Ihr das Wunderwerkzeug auf ein Ziel und nutzt es zu allerlei Schabernack: Zieht Euer Opfer von Balustraden, um es den Falltod sterben zu lassen, oder klinkt Euch an entfernten Gebäuden an, um schnell dorthin zu gelangen. Launig wird es, wenn Ihr das andere Ende des Hakenkabels mit einem zweiten Objekt verbindet: Dann baumelt z.B. ein Soldat von einer Brücke herab und kann als menschliche Piñata malträtiert werden. Ihr hängt den Feind an ein Auto und zieht ihn danach hinterher. Oder lasst ihn abheben: Die Kopplung mit einer Propangasflasche, die nach Beschuss in die Luft steigt, macht’s möglich. Solche neckischen Anwendungen des Greifhakens sind die ersten Male witzig anzusehen, der praktische Nutzen bleibt aber begrenzt. Bei Kämpfen erweist es sich meist als die bessere Alternative, die Feinde ganz normal wegzuballern. Auch sonst drängt sich der Eindruck auf, dass mehr Engagement in solche Spielereien als ein straffes Design gesteckt wurde.
So finden sich auf der Insel unzählige Orte, Nebenaufträge und versteckte Kisten, doch der Abwechslungsreichtum hält sich in Grenzen: Zwar unterscheiden sich die Umgebungen jetzt mehr als beim Vorgänger, doch die Befreiung einer Siedlung läuft immer noch meist nach dem gleichen Schema ab. Auch die Aufträge der einzelnen Fraktionen beschränken sich oft auf Standards wie ’Erledige diesen Feind’ oder ’Zerstöre jenes Gebäude’ – einfallsreichere Ausnahmen bestätigen die sprichwörtliche Regel, sind aber in der Minderheit. Das Sandkasten-Prinzip wird damit beinahe überstrapaziert: Schön, dass es gewaltig viel zu tun gibt, doch ohne durchdachte Ablaufstruktur wirkt es beliebig. Die wenigen Story-Missionen fallen etwas epischer aus, doch um diese freizuschalten, müsst Ihr eben stundenlang kleinere Brötchen backen. So ist Rico Rodriguez’ zweiter Ausflug ein sehr schick anzusehender und unterhaltsamer Spielplatz, auf dem beinahe zu viel Auswahl herrscht – mit etwas mehr Fokus wäre Just Cause 2 besser gefahren.










