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| Spiel: | Kingdom Hearts Re: coded |
| Publisher: | Square Enix |
| Developer: | h.a.n.d. |
| Genre: | Action-Rollenspiel |
| Getestet für: | DS |
| Erhältlich für: | DS |
| USK: | 6 |
| Erschienen in: | 2 / 2011 |
Schon bewundernswert, wie ausdauernd Tetsua Nomura seine Vision vom Gesamtkunstwerk Kingdom Hearts verfolgt. Ebenso bemerkenswert, wie bereitwillig ihm die Fans auf jede Konsole folgen, um ja kein Stückchen des Metaplots zu verpassen, der inzwischen viel komplexer ausfällt, als es das spinnert anmutende Konzept eines Crossovers zwischen Final Fantasy-Helden und Disney-Charakteren vermuten lässt. Die vorliegende zweite DS-Episode muss nun, nach dem ’nur’ ordentlichen Kingdom Hearts: 358/2 Days (77% in Ausgabe 11/09) und dem hervorragenden PSP-Teil Birth by Sleep (84 % in Ausgabe 10/10), die Ehre der Serie auf Nintendos Handheld wiederherstellen. Dabei dürfen diesmal auch Kandidaten einen Blick riskieren, denen die Story der letzten Spiele zu verworren war: Kingdom Hearts Re:coded, ursprünglich als Handyspiel konzipiert, will Euch keine ellenlangen Geschichten von der Maus erzählen, sondern locker und ideenreich unterhalten.
De Hintergrundgeschichte des Action-Rollenspiels ist schnell erzählt: Mysteriöse Bugs haben das Tagebuch befallen, in dem die Pinocchio-Grille Jiminy die Ereignisse des ersten Kingdom Hearts aufgezeichnet hat. König Micky schickt eine Datenversion von Serienheld Sora ins Märchenbuch, die sich mit übergroßen Turnschuhen und Schlüsselschwert durch dessen Kapitel arbeiten und die korrumpierten Daten reparieren soll. Weniger knapp lässt sich die Spielmechanik beschreiben, da jedes Kapitel die grundlegende Mixtur aus Block-Rätseln, Charakterentwicklung und flotten Schlüsselschwertkämpfen nach eigenen Regeln variiert.
In jedem Kapitel erkundet Ihr einen bekannten Serienschauplatz wie die Inseln des Schicksals, die Disney-Filmwelten aus Alice, Herkules und Aladdin oder die Gruselburg Hollow Bastion. In bemerkenswert stilsicherer 3D-Optik hopst Sora über schwebende, poröse, explosive oder andere Blöcke und sucht Puzzleteile, virtuelle Sub-Dungeons sowie Schlüssellöcher, die ihn dem zentralen Bug-Boss des Levels näherbringen. In schöner Regelmäßigkeit werden allerlei Herzlose verkloppt, was dank automatischer Zielaufschaltung und einem simplen Combo-System trotz der überforderten Kamera ordentlich Spaß bringt.
Dies liegt nicht zuletzt am motivierenden Rollenspielsystem, das eine simplifizierte Variante des Kommando-Decks aus Birth by Sleep mit dem Sphärobrett von Final Fantasy X kreuzt: Spezialattacken, Zaubersprüche sowie Attribut-Boni findet Ihr in zerschlagbaren Blöcken oder im Gepäck besiegter Monster. Letztere werden auf der Hauptplatine von Daten-Sora eingesetzt, was diesen stärkt und neue Felder freischaltet. Die übrigen Fundstücke verbaut Ihr im Kommando-Deck, wobei Ihr Zaubersprüche und Spezialattacken per X-Taste aktiviert, durch Gebrauch hochlevelt und miteinander zu neuen, mächtigeren Kommandos verschmelzen könnt.
Klingt bislang nach Birth by Sleep-Light? Das ist nicht falsch, wird aber durch die Spielablauf-Variationen richtig unterhaltsam: So überrascht ein Bosskampf mit einer Kombination von zweidimensionalen Plattform-Passagen und Sequenzen im ”Panzer Dragoon“-Stil. In einem anderen Kapitel laufen sämtliche Gefechte rundenweise ab und Taktiker werden gefordert, wenn Sora in Echtzeit seine KI-Kameraden Goofy und Donald befehligen muss.










