
Meinung
Steffen Heller meint: Wenn es um Charaktere und Atmosphäre geht, dann ist Don’t Nod der klare Platzhirsch unter den interaktiven Filmen. Mein einziges Problem sind die mangelnden Spannungsbögen, die bei den Episoden-Abenteuern meist spätestens nach zwei Stunden folgen. Hier verbringe ich jedoch fast sechs Stunden nur mit dem Kennenlernen der Mädchen, bis das Finale dann doch mal zwei Überraschungen aus dem Hut zaubert, die neugierig auf die zweite Hälfte machen. Der spielerische Aspekt mit der Videokamera mag ein netter Kniff sein, sodass ich mich länger mit der Umgebung beschäftige, es wird aber nach einiger Zeit zur Fleißarbeit. Die Auswirkungen meiner Entscheidungen sind hingegen meist subtil – sie sorgen jedoch für schöne Details, durch die ich mich als Mitglied der Gruppe fühle, die ich gerne in zwei Monaten wiedersehe.
Don’t Nod hätte sich gerne den konstruiert wirkenden, übersinnlichen Aspekt schenken können. Der bodenständige und authentische Kern hat mich emotional mitgenommen und hätte im Finale noch viel mehr Wirkung entfalten können, wenn man sich nur darauf konzentriert hätte. Statt die starken Momente voll zu genießen, ärgere ich mich über Bugs sowie Abstürze und wundere mich über die hanebüchene Erklärung am Ende. Schön war es trotzdem!








