
Meinung
Matthias Schmid meint: Ich bin ohne hohe Erwartungen an das Spiel gegangen und wurde kurz, aber gut unterhalten. Die Grafik gefällt, der Sound kracht und die Steuerung passt (ohne die Perfektion eines CoD oder Halo zu erreichen). Das Setting ist moralisch zwar bedenklich, serviert mir aber ungewohnte Schauplätze und manch packende Schießerei vor der eindrucksvollen Hindukusch-Kulisse. Auch die Inszenierung der Cutscenes kann sich sehen lassen, ebenso gelungen ist die Trefferrückmeldung bei Gegnern (gut) und bei Euch selbst (top). Als Ärgernis hingegen empfand ich die billige KI und dass ich wegen nicht ausgelöster Scripts mehrfach laden musste.
Oliver Schultes meint: Ich finde es mutig, dass sich EA an einem aktuellen Kriegsszenario versucht. Zu dumm, dass Medal of Honor erzählerisch auf ganzer Linie versagt: Statt sich mit dem Afghanistan-Konflikt kritisch auseinanderzusetzen, malen die (US-)Entwickler schwarz-weiß. Die Taliban sind der letzte Dreck, der von der Erde gefegt werden muss. Die US-Truppen stehen für die strahlenden Helden, die ihre Reinemach-Einsätze gern mit flapsigen Sprüchen kommentieren und so dem Krieg einen bierseligen Junggesellenabschied-Anstrich verpassen. Ich bin bei Videospielen wirklich kein Kostverächter, es darf gerne herzhaft-blutig zur Sache gehen – gegen Monster, Aliens und fiktive Schurken. Aber den Ton und das Szenario in Medal of Honor finde ich deplatziert: Der tumben Eindimensionalität kann ich weder einen Unterhaltungseffekt abgewinnen, noch bringt sie das Medium Videospiel einen Schritt weiter. Wer dagegen die Schiene ”Ist doch nur ein Spiel!“ fährt, erhält einen ordentlichen Ego-Shooter mit Höhen (Szenario, Lichteffekte, dynamischer Sound) und Tiefen (Gegner-KI, Schlauch-Levels, teils einfallslose Missionen).










