Mistfall Hunter – im Test (PS5)

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Ob Marathon, ARC Raiders oder Hunt: Showdown – es sind vorwiegend Shooter, die sich im beliebten Extraction-Genre austoben. Diesen Status quo ­möchte eine junge Spieleschmiede aus Hongkong nun mit ihrem Debüt­projekt aufrütteln. Bellring Games’ Mistfall Hunter ist ein interessanter Genre-Mix, der die Vorzüge etablierter Action-Rollenspiele mit dem risikoreichen Spaß von PvPvE-Extraction verschmelzen möchte. Und das ­gelingt ziemlich gut.

Als die Götter im Krieg gegen ­äußere Mächte fallen, liegt die Welt in Trümmern – der sogenannte ”Gyldenmist” verbreitet Wahnsinn und Verderben im Land. Die Göttin des Schicksals entrinnt diesem schaurigen Los und verhilft gefallenen Helden zur Unsterblichkeit. Dafür müssen sie ihr tatkräftig unter die Arme greifen, und Ihr habt es erraten: Ihr gehört zu dieser edlen Riege.

Bevor Ihr Euch ins Gefecht stürzt, wählt Ihr aus sechs genre­typischen Klassen, die jeweils auf eigene Waffentypen, Fähigkeiten und damit unterschiedliche Spielstile setzen. Ein überschaubarer Charakter-Editor gibt Euch anschließend die Möglichkeit, Eure Figur nach Belieben zu individualisieren. Von Eurem Stützpunkt aus habt Ihr im Folgenden die Gelegenheit zu Erkundungsgängen, die nach der etablierten Extraction-Formel funktionieren. Das heißt: Ihr rudert zu einer von bisher zwei üppigen Karten, auf denen es allerlei Schergen, aber auch menschliche Spieler in der Hoffnung auf eine reiche ­Ausbeute an Ressourcen zu bekämpfen gilt. Letztere dürft Ihr jedoch nur dann Euer Eigen nennen, wenn Ihr wohlbehalten den Extraktionspunkt erreicht. Sterbt Ihr, dürft Ihr Euch einmal wiederbeleben. Ein erneuter Tod bedeutet jedoch den unwiederbringlichen Verlust Eurer erkämpften Schätze.

Die verschiedenen Klassen spielen sich angenehm individuell. Bringt Ihr Soulslike-Erfahrung mit, dürfte die Steuerung schnell verinnerlicht sein. Die spielerische Finesse eines Dark Souls solltet Ihr zwar nicht erwarten und auch an das Fehlen einer Lock-on- und Sprint-Funktion müsst Ihr Euch erst gewöhnen. Davon ab bereitet das dynamische Kampfsystem mit seinem Combo-Potenzial aber durchaus Spaß, auch wenn die PvP-Konfrontationen mitunter chaotisch ausfallen können. Der größte spielerische Reiz geht aber zweifelsohne von der eigenen Risikobereitschaft während der Runs aus. Besonders online im Verbund mit zwei weiteren Spielern tun sich immer wieder spannende Expeditionen auf, bei denen vor allem die Zusammenstöße mit feindlichen Spielern für aufregendes Kribbeln sorgen.

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